Mazedonien: Viel Spektakel auf wenig Fläche

Skopje
Skopje, die Hauptstadt von Mazedonien schimmert oft Golden.

Du möchtest ein Land entdecken, in dem Massentourismus noch immer ein Fremdwort ist, wo du eine prunkvolle Hauptstadt, einen atemberaubenden Canyon und einen gigantischen See entdecken kannst? Dann bist du in Mazedonien genau richtig. Das kleine Land hat auf ganz wenig Fläche viel Spektakel zu bieten. Wir verraten dir, was du auf keinen Fall verpassen darfst.

 


10 Tipps für deine Reise nach Mazedonien

1. Ohrid See (ausgesprochen „Ochrid“)

Ohrid See
Der Ohridsee ist der grösste See Mazedoniens, einer der grössten auf der Balkanhalbinsel und einer der ältesten der Erde.

Der Ohridsee ist einer der ältesten Seen der Welt, und wahrscheinlich sogar der älteste Europas. Das ist auch der Grund, weshalb ihn die UNESCO seit 1979 zum Welterbe erklärt hat. Er existiert schon fast drei Millionen Jahre und beherbergt mehr als 200 verschiedene Arten von Flora-und Fauna, die es nirgends sonst auf der Welt gibt. Der Ohrid-See ist zudem ein wahrer Geheimtipp. Europaweit ist der See noch nicht so bekannt – hat aber unserer Meinung nach absolut das Zeug dazu, bald ein Publikumsmagnet zu werden. Es gibt viel zu sehen – beispielsweise das Städtchen Ohrid mit seinen weiss getünchten Häusern, die Kirche St. Jovan Kaneo sowie das Kloster Sveti Naum, auf welches wir in diesem Bericht auch noch eingehen werden. Hast du übrigens gewusst, im Ohrid-See gibt es mit der Ohrid-Forelle einen Fisch, den es nur in diesem Gewässer gibt. Ganz schön spannend, oder?

Hier lang zum Bericht über den Ohridsee

2. Das Städchen Ohrid 

Wer an den Ohrid-See fährt, kommt unweigerlich auch am gleichnamigen Städtchen vorbei. Wir empfehlen einen kurzen Halt einzulegen. Ohrid eine Stadt mit historischer Architektur kombiniert mit modernen und luxuriösen Anlagen, die leider die Küste ein bisschen „verschandeln“. Schlendere trotzdem durch die belebte Fussgängerzone, sauge die Stimmung auf und verweile in einem er unzähligen Kaffees. Beobachten die Strassenkünstler an der Seepromenade und kaufe in einer der Boutiquen günstig ein.

3. Kloster Sveti Naum: Nicht verpassen!

Wenige hundert Meter vor der albanischen Grenze liegt das Highlight des Ohrid-Sees: Das Kloster Sveti Naum! Zugegeben, wir waren am 1. Mai da, mehr Besucher hat der andächtige Ort das ganze Jahr sonst nie. Aus Serbien, Albanien, Griechenland von überall her pilgerten die Menschen an den ganz besonderen Ort – eine jahrelange Tradition. Trotz der Menschenmassen hat uns die Anlage ausgesprochen gut gefallen. Die Klosterkirche thront hoch über dem Ohrid-See und ist voller Fresken. Sehenswert ist aber nicht nur das Kloster, auch die Quellen und vor allem die vielen Pfaue auf dem Gelände sind einfach cool.

Hier lang zum Bericht über Sveti Naum

4. Hier fühlt man sich Zuhause: Camping Rino 

Raki Lui und Steffi
Auf dem Campingplatz Rino gibt es richtig leckeren Raki zur Begrüssung.

Wenn du mit dem Camper an den Ohrid-See reist, können wir den Camping Rino empfehlen. Der kleine Campingplatz, der von einer Familie geführt wird, liegt direkt am Wasser und bietet alles was das Camper-Herz begehrt. Der liebe Sohnemann verwöhnt die Gäste jeden Morgen mit Kaffee und ist auch sonst immer zur Stelle bei einem Anliegen. Nicht zu verachten, der leckere Raki, den es bei der Ankunft gibt. Für uns war der Camping Rino der perfekte Ausgangspunkt für die Erkundung der Region.

5. Die Hauptstadt Mazedoniens: Skopje

Die Hauptstadt von Mazedonien strahlt und glänzt. Für die „Umdekoration“ unter dem Namen „Skopje 2014“ wurden mehr als 100 Skulpturen, 34 Denkmäler, 27 Gebäude, sechs Garagen, fünf Karrees, ein Triumphbogen sowie zahlreiche andere urbane Interventionen wie Springbrunnen, kleinere Plätze und Kandelaber errichtet, die Meinungen darüber gehen stark auseinander. Ob uns der Prunk gefallen hat, liest du im ausführlichen Blogpost. Eins können wir dir aber schon verraten, Skopje muss man einfach einmal live und in Farbe gesehen haben.

6. Matka-Canyon: Hektik? Fehlanzeige!

Wem der Prunk in Skopje zu viel wird, der findet im Matka-Canyon, nur wenige Fahrminuten ausserhalb der Metropole eine Oase. Eine Oase der Ruhe, der Naturwunder, ein Ort wie man ihn so gar nicht erwartet von Mazedonien. Für uns war der Matka-Canyon das Highlight schlechthin in ganz Mazedonien. Stunden, ja gar Tage kann man bei einer Wanderung oder im Kanu verbringen und dabei die Umgebung auf sich wirklich lassen. Einen Vorgeschmack auf diese Gegend findest du direkt hier.

7. Die beste Maispizza der ganzen Welt gibt’s bei Rino

Natürlich hat auch Mazedonien, wie die übrigen Balkan-Länder kulinarisch echt etwas zu bieten. Dominiert werden die Speisen vom Teig. Eine besondere Leckerei wurde uns ebenfalls auf dem Campingplatz Rino aufgetischt, die hauseigenen Maispizza frisch zubereitet von der Mama des Hauses. So lecker haben wir in ganz Mazedonien nicht mehr gegessen. Mmmmhhhh.

8. Festung Kale: Bester Blick über Skopje

Den besten Blick über Skopje hast du von der Festung Kale. Zugegeben, wie du auf dem Bild unschwer erkennen kannst, zog bei uns gerade ein „Jahrhundertgewitter“ heran. Wir haben es trotzdem noch geschafft einen Blick über die Metropole zu werfen. Eindrücklich! Die Festung Kale wurde übrigens restauriert, drei der 70 Wachtürme, das Hauptportal aus dem Jahr 1446 und Teile der einst 120 Meter langen Mauer wurden wiederaufgebaut. Auch einige Fundamente von historischen Arsenalen sind noch zu sehen. Mehr über die Festung erfährst du hier im Blogpost über Skopje.

9. Bay of Bones – die Knochenbucht am Ohridsee

Hinter dem Namen „Bay of Bones“ verbirgt sich ein von aussen schon eindrückliches Museum auf dem Wasser. Wir waren selbst zwar nicht in der Ausstellung, recherchiert man aber im Internet, dann klingt es vor allem für Archäologie-Fans nach einem echten Highlight. Uns hat der Ort ein bisschen an eine Pfahlbausiedlung erinnert. Wenn du hinfährst, berichte uns doch, wie es dir gefallen hat. Wir sind gespannt.

10.  Mutter-Teresa-Haus: Ein Haus mit Symbolcharakter

Im Februar 2009 wurde das Mutter-Teresa-Haus eröffnet, welches an die aufopferungsvolle Arbeit der grossen Tochter der Stadt Skopje erinnert. Die Architektur ist sehr sehenswert; die Kombination eines alten mazedonischen Bürgerhauses mit Kapelle und indischen Elementen weist auf das internationale Wirken Mutter Teresas hin. Aussergewöhnlich ist auch die Fassadengestaltung: Hier sind 700 Friedenstauben auf blauen Grund angebracht. Ein optischer Trick lässt den Besucher beim genaueren Hinsehen zwei Motive erkennen: erhabene weisse Friedenstauben mit grossen türkisfarbenen Augen oder hellblaue Fische mit kleinen funkelnden Augen aus Glas. Vor dem Haus, welches mitten in der Stadt steht, ist ein Denkmal, welches Mutter Teresa in ihrer Ordenstracht zeigt, errichtet worden; sie ist mit gefalteten Händen und Rosenkranz sehr lebensecht dargestellt.

Gut zu wissen
Sicherlich hast du schon einmal von Mazedonien gehört. Das Land schafft es immer wieder in die Schlagzeilen – auch im Westen. Letztmals als rund hundert teils maskierte Demonstranten im April 2017 in das Parlamentsgebäude eindrangen und viele Menschen dabei verletzt wurden. Dazu muss man wissen, Mazedonien hat eine der schwächsten Volkswirtschaften Europas und befindet sich in einem Transformierungsprozess, sowohl wirtschaftlich als auch politisch. Das Land hat mit hohen Arbeitslosenzahlen und einer sehr schwachen Infrastruktur sowie fehlenden Investitionen zu kämpfen. Tiefer möchten wir hier aber nicht in die Politik des Landes eintauchen, zu verstrickt ist die Situation beispielsweise mit Griechenland, wo sich aber derweil (Stand Juni 2017) eine Lösung aufzeigt.

Wir sind nur gerade 3 Tage nach den Unruhen im Parlamentsgebäude nach Mazedonien gereist. Natürlich haben wir uns unsere Gedanken gemacht – zu Unrecht. Die Lage war im ganzen Land, auch in Skopje, ruhig. Wir haben uns zu keiner Zeit unwohl gefühlt und wenn, dann nur weil die Einheimischen, sagen wir es mal so, zügig Autofahren.

10 Tipps: Das darfst du in Mazedonien nicht verpassen: Hier endet das kleine aber feine Listening über das Land im Osten. Mazedonien ist klein hat aber doch etwas zu bieten. Lass die Geschichte Geschichte sein und lass dich durch das Land treiben. Du wirst viel erfahren und erleben, versprochen! Angst, musst du keine haben.

Wen du da warst, berichte uns doch kurz wie es war, was hast du erlebt, welche Tipps haben wir vergessen?

Herzliche Grüsse aus Mazedonien

dein comewithus2-Team


 

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