Athen – so verpasst du auch ohne Eintritt zu bezahlen keine Sehenswürdigkeit

Wir erkunden Athen und geben gleich ein paar Tipps für Sparfüchse.

Athen ist eine lebhafte, geordnete und spannende Stadt. Ihr Charme hat uns schnell umgarnt und so erkundeten wir die Gassen Athens. Wer uns schon etwas kennt, weiss, wir sind keine Fans von Eintrittstickets. Wir lieben die Natur und geben gerne mal was für einen Nationalpark aus, doch für Museen, Kirchen oder sonstige Sehenswürdigkeiten reut uns das Eintrittsgeld meist. So auch in Athen. Trotzdem sahen wir sehr viel von den spannenden antiken Bauten und geben dir hier in diesem Beitrag nicht nur unsere Lieblingsecken preis, sondern auch, wie du es schaffst, möglichst viel zu sehen für wenig beziehungsweise kein Geld. Zieh dir mal bequeme Schuhe an, es geht auf ins Herzen Athens.

1. Fortbewegung: Bus, U-Bahn, Taxi oder einfach zu Fuss

Unser Campingplatz lag ziemlich ausserhalb, mit dem Camper ins Zentrum fahren und einen Parkplatz finden – nein danke! Also kauften wir uns je ein 90-Minuten-Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel und fuhren mit Bus und U-Bahn ins Zentrum. Aktuell werden gerade professionelle Ticket-Entwertungsstationen bei der U-Bahn installiert, wir konnten noch einfach durchlaufen. Ob sich bei Inbetriebnahme auch die Preise ändern, wissen wir nicht. Aktuell sieht die Ticketsituation so aus:

90 Minuten Ticket 1.40 Euro
24 h Ticket 4.50 Euro
5x 24h Ticket 9.00 Euro

Die Tickets müssen vor der ersten Fahrt entwertet werden und gelten dann entsprechend der gekauften Kategorie 90 Minuten, 24 Stunden oder 5×24 Stunden am Stück. Wie so oft sind die Fahrten zum Flughafen nicht inklusive – also die Metro Linie 3 vom und zum Flughafen sowie die Flughafen Busse.

Taxis kreuzen auf der Strasse, Sehenswürdigkeiten Athen
Taxis sind überall und im Verkehr ist viel los. Das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel ist aber ebenfalls umfangreich.

Im Zentrum ist alles recht easy zu Fuss erreichbar. Wir lösten deshalb nur je zwei 90 Minuten-Tickets für die Reise vom Camping ins Zentrum beziehungsweise zurück. In der City waren wir zu Fuss unterwegs. Wobei ehrlich gesagt, das Tagesticket jetzt ja wirklich nicht alle Welt kostet.

2. Akropolis vom Filopappou Berg aus

Die Akropolis ist eine gigantische riesige Baute und ganz ehrlich, wenn du direkt davor stehst, wie willst du da die Ausmasse des Baus überhaupt wahrnehmen? Den besten Blick über das ganz Akropolis-Gelände hast du vom Hügel direkt daneben aus. Nimm die U-Bahnstation Akropolis und geh in westlicher Richtung durch das Quartier, bald schon taucht ein Hügel vor dir auf, den du erklimmst und schon bald lässt du die Häuser hinter dir und betrittst die Parkanlage. Bist du erstmal ganz oben angelangt, hast du nicht nur einen fantastischen Blick auf die Akropolis, sondern siehst auf der anderen Seite bis zur Hafenstadt Piräus und kannst gleichzeitig das Filopappou Monument, das sich auf diesem Hügel befindet, anschauen. Natürlich kannst du von hier auch über ganz Athen sehen. Perfekt! Für den Sonnenuntergang bestimmt auch ein toller Spot, wobei wir dafür einen anderen hatten.

Athen, Akropolis, Griechenland
Vom Filopappou Hügel aus ist der Blick auf die Akropolis einmalig schön. Von hier ist die gesamte Grösse sichtbar.
Häuserreihen, Meer im Hintergrund, Athen Sehenswürdigkeiten
Und blickst du auf die andere Seite, siehst du bis zum 7 Kilometer entfernten Hafen Piräus.

3. Sonnenuntergang über Athen auf dem Areopagus Hügel

Lass dich ab der U-Bahnstation Akropolis mit den Touristen zum Akropolis-Haupteingang treiben. Dort kletterst du aber links über die Treppe den Areopagus Felsen hinauf anstelle wirklich zum Ticketschalter zu gehen. Auf dem Felsen siehst du nun über ganz Athen und kannst zuschauen, wie sich die Akropolis sowie die Stadt in den Farben der untergehenden Sonne verfärbt und später das Licht angeht. Perfekt ist dieser Ort bei Einbruch der Nacht auch, weil du von hier bequem zu Fuss in die zwei In-Viertel Monastraki und Psirri gehen kannst. Nimm dazu den weiterführenden Weg, wenn du zur Akropolis schaust zu deiner Linken. So gelangst du direkt nach Monastraki.

Eindunkeln, Stadt, Wolken - Sehenswürdigkeiten Athen
Die Nacht legt sich über Athen, vom Areopagus Hügel aus kannst du das gut beobachten.
Eindunkeln, Akropolis auf Hügel, Sehenswürdigkeiten Athen
Und auch Teile der Akropolis sind von hier aus einsehbar.

4. Monastraki – das In-Viertel nicht nur bei Nacht

Die Stadt ist auch bei Nacht hier total friedlich und voller gut gelaunter Leute. Es hat viele Restaurants, auch wenn es sich dabei keinesfalls um Geheimtipps handelt. Wir outen uns jetzt hier mal, wir lieben Gyros im Pita! Und da wir in einer Hintergasse ein echt hippes Lokal mit ein paar wenigen Tischen in der Fussgängerzone fanden, haben wir da gegessen und es war sooo lecker! Später gab es im gleichen Viertel noch ein Frozen Joghurt aus echtem griechischen Joghurt – schmeckt noch etwas cremiger – und während wir das schleckten, beobachteten wir die umherziehenden Leute.

Junge Leute laufen durch Strasse, Athen bei Nacht
Monastraki bei Nacht, die Geschäfte sind geschlossen, die Stimmung gut.

Tagsüber finden sich hier zahlreiche kleine Geschäfte, ein Gefühl wie auf einem Bazar. Klar, mittlerweile hat es viel Touristenkram, wenn du aber tapfer weiter läufst, entdeckst du bestimmt bald auch den Flohmarktteil, wo du dir antike Sessel oder allerlei alten Elektrokram kaufen kannst. Es lohnt sich daher, das Viertel bei Tag sowie bei Nacht zu besuchen, denn sein Erscheinungsbild ist komplett unterschiedlich.

Geöffnete Läden auf beiden Seiten, Fussgänger, Athen bei Tag
Das Pendent der Fussgängerzone bei Tag: Viele Geschäfte mit Souvenirs aller Art.
Flohmarkthaus mit Waren davor - Monastraki Flohmarkt Athen
Aber auch das ist Monastraki, hier versteckt sich bestimmt der ein oder andere Schatz.

5. Hoch hinaus oder tief hinunter – zwei Tipps für einen Drink am Abend

Weisst du, was das beste an diesen zwei Tipps ist? Du brauchst dich nicht zu entscheiden, die sind praktisch um die Ecke und du kannst beides haben – wenn du genug Durst hast. Hoch hinaus kannst du mit der 360 Grad Cocktail Bar. Sie befindet sich am Monastirakiou Platz direkt bei der Metrostation. Im Gegensatz dazu musst du, um ins S.I.X.-Dogs zu gelangen, erst eine steile Treppe hinunter. Diese Bar befindet sich in der Hintergasse Avramiotou, welche nur ein paar Minuten Fussmarsch vom Monastirakiou Platz entfernt ist.

6. Fleischmarkt – was oder besser wer ist hier die Ware?

Wir lieben Märkte aller Art. So sind wir auch auf den Central Markt gestossen. Bloss sind wir wohl beim falschen Eingang rein, denn soweit wir schauen konnten, gab es nur Fleisch zu kaufen. Mal halbe Rinder, mal Schweineköpfe und ein penetranter Geruch nach Fleisch liegt in der Luft. Ich (Steffi) bin im Clinch… einerseits will ich Bilder machen, andererseits will ich nicht atmen. Dazu werde ich – zugegeben als fast einzige jüngere Frau – von gefühlt allen dastehenden Metzgern betrachtet, als wäre ich hier die Ware. Lui ist ein paar Schritte voraus, da ich langsamer bin, wegen den Fotos. Schon fängt der erste an mit zweideutigen Angeboten, sein aufmerksamerer Metzgergeselle hat die Situation aber richtig erkannt und meint nur auf Lui zeigend, da ist ihr Freund. Ich bin froh, als wir draussen sind. Diesen Teil des Marktes kann ich nicht wirklich empfehlen.

Markt, Metzgereien, Griechenland, Athen
Im Central Market sind wir ungewollt in die riesige Fleischabteilung geraten.

7. Der Olympieion auch Tempel des Olympischen Zeus

Auch diese Sehenswürdigkeit ist im unserer Meinung nach teuren Kombi-Ticket-Athen enthalten. Der Tempel, oder besser was davon übrig ist, war einer der grössten Tempel im antiken Griechenland und wurde im 6. Jahrhundert v. Chr. gebaut, fertig wurde er aber erst unter Kaiser Hadrian im 2. Jahrhundert n. Chr.

Der Olympieion muss gigantisch gewesen sein. Das wissen wir, weil wir die noch stehenden Säulen gesehen haben, ganz ohne Eintritt zu bezahlen. Dem Zaun entlang finden sich immer wieder Möglichkeiten, einen Blick durchs Dickicht auf die Sehenswürdigkeit zu erhaschen. Die beste Sicht hast du aber vom Hadrianstor. Dort kannst du einfach durch die Gitterstäbe sehen und siehst die Anlage als Ganzes. Drehst du dich um, siehst du durch das Hadrianstor die Akropolis. Perfekter Spot oder?

Tempel des olympischen Zeus, Athen Sehenswürdigkeiten
Stell dir mal vor, wie gross der Olympieion Tempel gewesen sein muss! Fotografiert von ausserhalb des Geländes.
Steinernes Tor dahinter Stadt mit Akropolis auf dem Hügel, Sehenswürdigkeiten Athen
Das Hadrianstor und wer genau hinschaut, sieht die Akropolis im Torbogen.
Kombi-Tickets: Die Spartickets für Fans der Antike

Bloss weil wir die ganzen Ausgrabungsstätten und Museen nicht besuchen wollten, heisst das ja nicht, dass du so bist wie wir. Deshalb haben wir dir hier die zwei Kombi-Tickets für einen intensiveren Athen-Besuch aufgelistet:

  • Ausgrabungs-Kombi: 30 Euro pro Person (ermässigt 15 Euro), gültig während 5 Tagen für Akropolis, Antike Agora inkl. Museum, Römische Agora, Hadriansbibliothek, Tempel des Olympischen Zeus, Lyzeum des Aristoteles sowie Kerameikos inkl. Museum.
  • Museums-Kombi: 15 Euro pro Person (ermässigt 8 Euro), gültig während 3 Tagen für das Archäologisches Nationalmuseum, Eigraphisches Museum, Numismatisches Museum im Schliemann-Haus sowie das Byzantinisches Museum.

8. Das Panathinaiko-Stadion – Olympiastadion

Riesige Sitzreihen dutzende übereinander und alle haben einen perfekten Blick auf das, was in der Mitte in der Arena passiert. Wie gerne hätten wir hier im Jahre 1896 die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit angesehen… Da aber heutzutage keine solchen Spiele hier mehr durchgeführt werden, brauchen wir auch nicht auf den Rängen herumhüpfen und ohne erbrachte Leistung, stellen wir uns auch nicht aufs Foto-Treppchen. Ein Blick von aussen lässt uns – dank einer offenen Seite vom Stadion – die Grösse und das Gefühl auch schön erleben. Für uns reicht das aus. Übrigens hat es hier noch öffentliche Toiletten, die ausserhalb der Anlage sind.

Stadion mit steinernen Sitzreihen, oval, vorne offen - Athen besichtigen
Das Panathinaiko Stadion wurde hier ebenfalls von aussen fotografiert. Schon von hier zeigt sich die Grösse und Anmut.

9. Spaziergang durch den Nationalgarten

Diese Sehenswürdigkeit ist für einmal komplett kostenlos und auch gleich neben der Arena. Die verschlungenen Wege durch das üppige Grün und die zahlreichen Pflanzenarten sind schön anzuschauen, perfekt für eine Pause und bieten viel Schatten, was gerade an warmen Tagen sehr angenehm ist. Ebenfalls hat es einen kleinen Mini-Zoo im Park, die Gehege sind jetzt aber nicht wirklich toll, kannst du dir schenken. Halte dafür aber Ausschau nach den Schildkröten, unseren Weg kreuzte eine und wir sind immer wieder glücklich, wenn wir diese kleinen Tierchen in Freiheit sehen können.

Schildkröte, Athen, National Park
Da kreuzt mal wieder eine Griechische Landschildkröte unseren Weg.

10. Syntagma U-Bahnstation mit kleinem Museum

Im ersten Untergeschoss der U-Bahnstation Syntagma sind verschiedene Relikte ausgestellt. Alte Abwasserrohre und -systeme und die verschiedenen Gesteinsschichten der Jahrhunderte sind eindrücklich dargestellt. Ein gratis Museum für jedermann frei zugänglich.

Tonkruege in Glasvitrinen, gratis Museum, Athen
Im Museum der Metro-Station Syntagma sind verschiedene Relikte rund ums Thema Wasser ausgestellt.

11. Das griechische Parlamentsgebäude

Zugegeben, hier gibt es nicht viel zu sehen. Einzig zwei Wachen, die mit halbsynchronen Choreographien und lustigen Puscheln auf den Schuhen gelegentlich umherstolzieren. Die Baute ist eindrücklich, doch würde sie nicht genau neben der Syntagma Metro-Station stehen und somit quasi auf unserem Weg durch die Stadt sein, hätten wir uns diese Sehenswürdigkeit wohl nicht angesehen.

Gebäude, Sehenswürdigkeiten Athen
Das Parlamentsgebäude von Griechenland.
Wache in Uniform und gestreckten Bewegungen am Marschieren, Athen, Parlamentsgebäude, Wachablösung
Und natürlich haben wir auch ein Bild von den Wachen mitgebracht.

12. Graffiti im Exarchia-Viertel

Das Exarchia-Viertel gilt als das Alternative Zentrum Athens. Bei Nacht soll es hier etwas turbulenter zu und hergehen als im übrigen Athen, dann kannst du aber auch die Graffiti nicht mehr so gut sehen, weshalb du deinen Besuch sowieso bei Tageslicht machen solltest. Steig bei der U-Bahnstation Omonia aus, von dort gehst du die Panepistimiou-Strasse entlang und stichst links ins Viertel hinein. Nun wirst du schon bald auf die ersten Bilder der Strassenkünster stossen und lässt dich am besten einfach nach Gefallen treiben. Wir haben ein paar echt schöne Bilder entdecken können.

Graffiti, Exarchia, Athen

 

Lui fotografiert Graffiti, Exarchia, Athen

 

Müder als nach 12 Kilometern Wandern

Unsere Beine schmerzen, die Körper sind müde, der Willen nur noch schwach. So eine Städteerkundung macht irre müde und am späteren Nachmittag des zweiten Tages haben wir auch soweit alles gesehen, was wir sehen wollten. Zeit zur Rückkehr.

Athen hat uns sehr gut gefallen. Städte mit einem überschaubaren Zentrum gefallen uns immer gut, weil wir uns einfach durch die Gassen treibenlassen können und trotzdem irgendwie immer zum nächsten Ziel gelangen. Es hat aber auch den Nachteil, dass wir Kilometer abspulen und müde werden, anstelle mal den Bus oder die U-Bahn zu nehmen. Aber egal, uns hat es gefallen, Athen ist definitiv auch für einen Wochenend-Trip geeignet, auch wenn ich diesen niemals im Sommer bei der griechischen Hitze machen würde. Wir waren im April da und es war also schon richtig warm.

Möchtest du unsere Liste der Sehenswürdigkeiten Athens noch ergänzen? Oder hast du Spartipps, die du auf deinen Städtereisen jeweils anwendest?

Herzliche Grüsse aus Athen

Dein comewithus2-Team


 

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