Herbstzeit ist Maroni-Zeit – auf geht’s ins Tessin

Das Tessin ist zu jeder Jahreszeit schön, doch im Herbst verbergen die bunten Wälder besonders edle Schätze. Die Maroni – oder auch als Esskastanie bekannt – fallen aus ihren stachligen Hüllen und warten auf hungrige Sammler. Es gehört bei uns zur Familien-Tradition einmal im Herbst «in die Maroni» zu gehen und auf einem der zahlreichen Themenwege zu Ehren der Edelkastanie zu schlendern. Dieses Jahr waren wir auf dem Sentée da l’Albur unterwegs. Komm mit auf einen Foto-Spaziergang.

Lage und Anreise

Der Sentée da l’Albur liegt im Muggiotal Tal. Wir reisen mit dem eigenen Auto an, da wir nur einen Tagesausflug ins Tessin machen. Du kannst aber auch problemlos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Das Postauto – der öffentliche Bus der Schweiz – führt dich bis in die entlegensten Bergdörfer – wie z.B. Caneggio – wo du direkt mit der Wanderung starten kannst.

Sentée da l’albur – unsere gemachte Teilstrecke

Sentee da l'Albur - Kastanienwanderung im Tessin
Der Sentée da l’Albur führt durch das wunderschöne Muggiotal im Tessin.

Er ist bekannt als der Lehrpfad der Maroni und führt insgesamt auf rund 14 Kilometern durch das schöne Muggiotal. Je nach Lust und Laune kannst du den gesamten Weg von Morbio Superiore bis Bruzella gehen, oder du beschränkst dich wie wir auf eine Teilstrecke. Genauer gesagt sind wir von Caneggio nach Bruzella gewandert und zurück ging es mit dem Postauto. In Caneggio hat es Parkmöglichkeiten und von dort führen dich die Wander-Wegweiser auch direkt auf den Sentée da l’albur.

Informationen zum Kastanien-Lehrpfad Sentée da l’Albur
Ausgangsort Morbio Superiore
Ende Bruzella
Strecke 14 Kilometer
Dauer rund 6h 30 min
Kurz-Variante Caneggio bis Bruzella
Beschreibung Wanderung durch die Tessiner Bergwelt, entsprechendes Schuhwerk und mittlere Kondition für den ganzen Weg zu empfehlen. Teilstrecke ab Caneggio und mit dem Postauto dorthin zurück ist eine schöne leichte Wanderung.

Die Maroni / Edelkastanie / Esskastanie und ihre Geschichte

Wenn der Herbst so langsam einzieht und wir Schal und Mützen aus dem Schrank holen, dann steigt uns in der Fussgängerzone oder am Bahnhof auch schon bald der rauchige Geruch von heissen Maroni in die Nase. Für mich der Beginn des grossen Schlemmens, ich liebe Maroni und könnte mich von der wohlschmeckenden Nuss wohl wochenlang ernähren. Doch woher kommt die edle Nuss eigentlich?

Maroni Esskastanie Edelkastanie Herkunft
Woher kommt die Edelkastanie und wo wächst sie? Na im Kanton Tessin zum Beispiel.

Hier im Tessin wandern wir auf den Spuren meiner Leibspeise der kalten Jahreszeit. Hier wachsen die grossen und alten Bäume der Edelkastanie. Früher waren die Bäume überlebenswichtig für die Menschen. Die Nüsse wurden gegessen oder nährten mancherorts auch das Vieh, mit den Blättern wurden die Matratzen gestopft oder es diente als Strohersatz im Stall und aus dem Holz wurden Möbel und Werkzeuge erstellt. Deshalb wird der Maroni Baum bis heute verehrt und es finden zahlreiche Feste zu Ehren des Baumes und seiner Frucht statt.

Ist Maroni Sammeln im Tessin erlaubt?

Den weiten Weg ins Tessin haben wir nicht nur für die tolle Aussicht und das gute Wetter gemacht, wir wollen auch ein paar der Edelkastanien sammeln und später Zuhause zubereiten. Doch, ist das Sammeln von Maroni im Tessin überhaupt erlaubt?

Maroni sammeln im Tessin verboten?
Ist das Sammeln von Maroni im Tessin erlaubt? Wir haben bei Tessin Tourismus nachgefragt.

Vor ein paar Jahren habe ich einmal gelesen, dass es bis Ende Oktober verboten ist, da die Nüsse bis dann dem Eigentümer gehören und erst ab 1. November das Sammeln offiziell jedem erlaubt ist. Dieses Jahr wollten wir nun Gewissheit haben und fragten bei Ticino Tourismus nach. Die Antwort lautete: Das Sammeln von Maroni ist zu jeder Zeit im Jahr für jeden erlaubt! So konnten wir mit reinem Gewissen ein paar Kilo Maroni in unsere Rucksäcke verschwinden lassen. Das Rezept für die Zubereitung von Maroni findest du etwas weiter unten.

Foto-Wanderung auf dem Sentée da l’Albur

Aber nun genug der Worte, lassen wir ein paar Bilder von diesem herrlichen Herbsttag sprechen:

Sentee de L'Albur - Maron-Lehrpfad
Auf den Spuren der Maroni – wir starten den Maroni-Lehrpfad in Caneggio und folgen den Schildern.
Sentee de l'albur - Maron-Lehrpfad im Tessin / Maroni sammeln
Schon bald sind wir umgeben von den beeindruckenden Edelkastanien-Bäumen.
Sentee de l'albur - Maron-Lehrpfad im Tessin / Herbstwanderung
Der Weg ist gut ausgeschildert und wir können uns voll auf die Natur konzentrieren – die ist im Herbst besonders schön!
Sentee de l'albur - Maron-Lehrpfad im Tessin / Maron Sammeln im Tessin
Der gesamte Boden ist übersät mit den stachligen Hüllen und den darin rotbraun schimmernden Maroni.
Sentee de l'albur - Maron-Lehrpfad im Tessin
Wir kommen von Caneggio und sind nun auf dem eigentlichen Sentee de l’Albur, der von Morbio Superiore nach Bruzella führt.
Sentee de l'albur - Maron-Lehrpfad im Tessin / Herbstwanderung
Ein Tag voller Sonnenschein und wir bestaunen dabei die wunderbare Herbst-Natur hier im Muggiotal.
Sentee de l'albur - Maron-Lehrpfad im Tessin / Wildschwein-Schlammpool
Oh und was ist das? Ein Schlammloch mit vielen Tierspuren inklusive Wildschwein-Haare 🙂
Sentee de l'albur - Maron-Lehrpfad im Tessin / Bruzella
Zum Schluss nochmals eine Perle: Bruzella ist ein richtig traditioneller schöner Ort!
Sentee de l'albur - Maron-Lehrpfad im Tessin
Das Postauto bringt uns auch am Sonntag zurück nach Caneggio, wo unser Auto geparkt ist.

Unser Tag in bewegten Bildern: 600 Kilometer für eine Nuss – Vlog #92

Unsere Reisen dokumentieren wir nicht nur hier auf dem Blog, sondern machen viele Videos aus ganz Europa. Die Herbstwanderung durch das schöne Tessin mit ein paar spannenden Fakten rund um die Maroni gibt es hier für dich:

Maroni Zubereitungs-Tipps für Zuhause

Sind dir die Maroni immer etwas zu trocken? Hier kommt mein Maroni-Rezept, so wirst auch du die heissen Nüsse lieben!

Rezept für Maroni Zuhause im Backofen zubereiten:

Einschneiden, im Backofen weich backen und dann mit einem schönen Stück Butter garnieren – fertig!

Da die Maroni selbst ja kaum Fett hat, ist die gelbe Butterflocke auch nicht ganz so sündhaft wie wenn wir das mit Pommes machen würden 😉 Möchtest du ein paar mehr Details z.B. wie genau Einschneiden und mit wie viel Grad backen, dann findest du hier ein detailliertes Rezept mit Anleitung:

Maroni im Backofen selber zubereiten

Fazit zum Sentée de l’Albur – unserer Maroni Wanderung im 2017

Wir waren schon oft im Malcantone – ein anderes sehr für seine vielen Maroni bekanntes Tal im Tessin – und kennen den Königsweg der Maroni dort seit vielen Jahren. Dieses Jahr waren wir nun zum ersten Mal auf dem Sentée de l’Albur unterwegs und was soll ich sagen… Die Wanderung war super schön, das Gelände nicht zu anspruchsvoll und die Natur jetzt im Herbst ein absoluter Traum. Das grösste Lob, das ich an diesen Weg aussprechen kann, ist wohl, dass ich ganz bestimmt wieder hierhin kommen werde und beim nächsten Besuch hoffentlich etwas mehr Zeit mitbringen kann, um dann die gesamte Strecke zu machen.

Musst du dich für eine Wanderung im Malcantone oder eben hier im Muggiotal entscheiden – ganz ehrlich – würde ich mich für den Sentée de l’Albur entscheiden. Schöne Bergdörfer und unheimlich viele Maroni in toller Natur.

Viel Spass beim Sammeln und anschliessendem Schlemmen Zuhause

Dein comewithus2-Team

Lui und Steffi von Comewithus2 auf Wanderung im Tessin
Lui & Steffi – wir zwei von comewithus2 – unterwegs auf dem Sentée de l’Albur.

Übrigens habe ich diesen kleinen Maroni-Ofen einmal geschenkt bekommen und am liebsten bereite ich die edlen Nüsse mittlerweile darin zu! Wie gesagt, ich liebe die Edelkastanie und der Ofen – übrigens mit zusätzlicher Grillplatte – ist oft in Gebraucht:


 

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