Die berühmte Ausgrabungsstätte Delphi

Einst liess Zeus von den zwei Enden der Welt je einen Adler aufsteigen, sie trafen sich in Delphi, das ab diesem Moment die Mitte der Erde darstellte. Doch um Delphi drehen sich noch zig weitere Geschichten und Legenden. Komm, wir gehen einigen davon auf den Grund und besuchen zusammen den Nabel der antiken Welt: Delphi!

Berge, Wälder, Ruinenstadt - Delphi
Blick über das Gelände: Theater, Tempel des Apollon und die Landschaft – wow!

Anreise zur Ausgrabungsstätte

Alleine die Anfahrt dem Golf von Korinth entlang ist toll. Die Ausblicke auf die Küste, die Brücke bei Rio-Andirrio und zum Schluss die Fahrt mitten durch die Olivenhaine – fantastisch! Aber Achtung! Die Augen gehören steht’s auf die Strasse, die Kurven sind eng, die Strasse an manch einer Stelle etwas schmal und vor allem halte Ausschau noch grossen dunklen Flecken auf der Strasse, nicht selten bewegen sich diese und entpuppen sich als Gestalten aus der Urzeit: Griechische Landschildkröten brauchen ab und an etwas Geleitschutz über die Strasse.

Von Westen empfiehlt sich die 48 bzw. hier auch E65 genannte Strasse dem Golf von Korinth entlang. Kommst du von Osten führt die 3 kurz vor Livadia in die 48, welche dich nach Delphi bringt. Die Ausgrabungsstätte selber ist in den Hügeln gelegen. Du kommst da aber egal mit welchem Fahrzeug problemlos hin, grosse Reisebusse schaffen es schliesslich auch.

blaues Meer, grüne Felsen - Griechenland
Wahnsinnig tolle Ausblicke auf den Golf von Korinth bekommst du auf der Küstenstrasse 48/E65 nach Delphi.

Die Campingplätze rund um Delphi sind etwas weiter weg von der Ruinenstadt. Klar kannst du trotzdem zu Fuss hingehen, es geht aber alles hoch und es sind vom Camping Delphi – dem nächstgelegenen – doch rund 3 Kilometer pro Weg. Diese Energie sparen wir uns lieber für die Besichtigung der Anlage, die auch recht weitläufig und ebenfalls an einem Hang gebaut ist.

Also sind wir mit dem Camper angereist und hatten zugegeben etwas Glück, direkt beim Museum einen Parkplatz zu finden. Es hat zwar einige Plätze, die sind aber sehr schnell belegt und mit den an- und abfahrenden Reisebussen kann es doch ein paar Nerven kosten, bis das Fahrzeug gut geparkt ist. Eine Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist da sicherlich einiges entspannender.

Eintritt und Geländebeschrieb

Wir starten beim Museum, wo wir uns auch die Eintrittstickets kaufen. Laut Internetrecherche kostet es 6 Euro, vor Ort erfahren wir, dass die Preise aufgeschlagen haben und müssen schliesslich 12 Euro pro Person bezahlen. Wir schlucken zweimal, auch deswegen, weil es für diesen Preis noch nicht einmal eine Informationsbroschüre mit Geländeplan gibt – der kostet extra. Griechenland lässt die Touristen die leeren Staatskassen auffüllen.

Erst erkunden wir die antiken Schätze im Museum. Es hat Informationstafeln auf griechisch und englisch. Bei unserem Besuch waren so viele Führungen, wir haben uns einfach einer deutschen etwas angehängt. Nach rund 10 Minuten wurde es uns aber zu geschichtlich und wir zogen auf eigene Faust weiter.

Delphi - gut zu Wissen

Öffnungszeiten:    Montag 10 – 17 Uhr / Dienstag – Sonntag 8 – 20 Uhr
Letzter Einlass:    jeweils 20 Minuten vor Schliessung
Eintrittspreis:    Regulär 12 € / Ermässigt 6€
Freier Eintritt jeden Sonntag vom 1. November bis 31. März
Gelände:    An Hügel, auf 300 Höhenmeter verteilt, gutes Schuhwerk empfehlenswert

Bald schon liessen wir das Museum hinter uns und standen nach der Durchquerung wiederum vor dem Gebäude am Eingang. Hä? Gut hatten wir am Tag zuvor mit anderen Reisenden gesprochen, die hatten uns nämlich schon aufgeklärt, dass zwischen dem Museum und der Ausgrabungsstätte ein kurzer Fussmarsch zu bewältigen ist. Als wir lange genug suchten, fanden wir dann auch den Wegweiser – weiter der Strasse entlang – der uns zum Eingang der Ausgrabungsstätte führte.

Noch ein weiteres Stück der Strasse entlang befindet sich der dritte und letzte Teil des Geländes. Auch dort warten nochmals ein paar Ruinen auf Besucher, dieser Teil ist allerdings durch kein Eingangshäuschen «gesichert», somit kann dieser Teil auch ohne Eintrittsticket besucht werden.

Die Highlights von Delphi – Fotorundgang und ein paar Fakten

Säulen ranken gen Himmel, Tempel des Zeus, Delphi
Der Tempel des Apollon – oder die Säulen, die davon übrig blieben.
Langgezogene ebene Rasenfläche, darum steinerne Sitzbänke - Stadion Delphi Ruinenstadt
Zu oberst thront das Leichtathletik Stadion über Delphi.
Steinerne Sitzreihen halbrund angeordnet - ein Amphitheater
Eines der Highlights des Areales: Das Theater!
Delphi - ein paar Fakten

Orakel:   Delphi gilt als das wichtigste Orakel der griechischen Antike, es wurde Apollon geweiht.

Status:   Seit 1987 UNESCO Weltkulturerbe

Name:   Einst Phyto ab dem 6. Jahrhundert vor Christus dann Delphi – Bedeutung jedoch ungewiss

Ausgrabungen:   Start durch Franzosen ab 1893

Steinhaus, Säulen, blauer Himmel - Delphi
Das Schatzhaus der Athener – imposant oder?
Säulen und kleine Räume, Delhi
Verschiedene Schatzkammern an der Heiligen Strasse.
Steinmuster in den Wänden - Delphi
Selbst die Wände der Schatzkammern wurden aufwändig verziert.

Camping-Empfehlung: Camping Delphi

Die Plätze hier gehören nicht zu den günstigsten, doch der Camping Delphi bietet auch einiges. Schöne Stellplätze zwischen Bäumen, frisches Brot auf Bestellung, kleiner Markt mit eingemachten Oliven und Olivenöl aus der eigenen Produktion, Swimmingpool mit Blick bis ans Meer und auch die sanitären Anlagen sind absolut in Ordnung. Die Betreiber-Brüder sind sehr nett und geben gerne Auskunft über die Region oder auch zum zweiten Standbein der Familie: Den Oliven.

Sonnenuntergang mit Blick aufs Meer - Camping Delphi
Abendstimmung vom Camping Delphi aus.

Delphi – schöne Ausgrabungsstätte oder Touristenhype?

Vorab: Wir schauen uns gerne solche kulturellen Orte an, sind aber keine eingefleischten Fans der Antike. So ein Ort muss also schon etwas mehr als «alte Steine» haben, um uns zu gefallen. Ganz grosses Manko aus unserer Sicht, ist eine fehlende Broschüre. An jedem anderen Ort in Griechenland haben wir so etwas bekommen – wenn auch teilweise nur auf Englisch. Ohne diese weiterführenden Informationen konnte es uns nicht wirklich fesseln. Die Informationstafeln vor den jeweiligen Sehenswürdigkeiten waren oft so verbleicht oder die Schrift abgeblättert, dass sie unleserlich waren. Wer einen eigenen Führer mitbringt, ist klar im Vorteil – nochmals rund 15 Euro für so einen Führer ausgeben, kam für uns aber nicht in Frage. Da es uns dafür schlicht zu wenig detailliert interessierte.

Weiter muss gesagt werden, dass der Ort bereits bei unserem Besuch im April viele Leute hatte. Fängt die Saison erst an, will ich hier definitiv nicht mehr hin. So aber genug negatives, denn der Besuch an sich hat uns dann schon gefallen. Die Ruinen sind eindrücklich, die Vorstellung, was hier vor so langer Zeit schon aufgebaut wurde, fasziniert und beeindruckt uns.

Säulenkreis, Felsbrocken - Delphi
Dritter Ausgrabungsort: Tempel von Athena und im Hintergrund Tholos im Heiligtum der Athena Pronaia

Kurz und schmerzlos unser Fazit lautet, wenn du aufgrund deiner Route in der Nähe vorbeikommst, ist ein Besuch zu empfehlen. Hunderte Kilometer extra würden wir für diese Sehenswürdigkeit nicht machen. Dafür hat es einfach zu viele schöne Antike Stätten im Land und wir haben zu wenig Interesse daran, uns jede einzelne anzusehen. Für Fans der Antike ist es aber schon fast ein Muss, einmal die Ruinen von Delphi persönlich erkundet zu haben.

Wie stehst du zu «alten Steinen»? Bist du auch nach der 10. Ruinenstadt noch mit vollem Eifer dabei oder bist du der Meinung «Weniger ist mehr»? Schreib es uns doch in den Kommentaren.

Herzliche Grüsse

Dein comewithus2-Team


 

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