Der Allrounder für unterwegs: Lichtstark, grosser Sensor und dazu ein Leichtgewicht

Wenn du dich für Kameras interessierst, wird dir die Sony Alpha 7 Serie sicherlich ein Begriff sein. Mit der Alpha 7S hat Sony ein Lowlight-Monster auf den Markt gebracht. Mit der Alpha 7SII dieses weiter verbessert. Die Alpha 7R bestach durch die Megapixel. Die 7RII revolutionierte den Markt der Systemkameras. Dank der kompakten Grösse sind die Kameras der Alpha 7 Serie heute auf so manchen Reisen mit dabei.

Stefan Tschumi fotografiert in der Natur - Sony Alpha 7 Mark II
Die Sony Alpha 7 Serie – eine gute Wahl für jeden Moment

Comewtihus2 reist mit der Alpha 7II. Meine Reisebegleiter und Arbeitsgeräte sind die Alpha 7RII und Alpha 7SII. Vor Jahren wäre dies noch undenkbar gewesen. Meine ersten Schritte in der Fotografie habe ich mit einer Nikon D5100 unternommen und mich später im Lineup von Nikon ausgetobt. Zu dieser Zeit taten Fotografen gerne ihre Meinung zum Kamerahersteller Sony mit den Worten: „so nie!“ kund. Einige von diesen Fotografen haben mittlerweile eine Liesance mit Sony. Im vorletzten Blog haben wir bereits angedeutet warum. Digitaler Sucher, Fokuspeaking und die kompakte Grösse sind aber nur einige der Gründe dafür.

Alle sind willkommen

Sony setzt die Hemmschwelle für einen Systemwechsel tief. Wenn du zum Beispiel bis dato mit Canon oder Nikon fotografiert hast, kannst du dir einen Adapter besorgen und deine Objektive einfach weiter nutzen. Boom! Klar, du hast einen gewissen Verlust bezüglich der Lichtstärke. Aber hey, der Deal ist nichts desto trotz super. Zu beachten gilt es allerdings, dass es sich bei den verwendeten Objektiven um Vollformatobjektive handeln sollte. Bei Objektiven für APS-C Kameras entsteht sonst ein schwarzer Rand im Bild. Zwar besteht die Möglichkeit den Sensor auf APS-C umzuschalten. Dies geht aber mit einem Pixelverlust einher. Bei der Alpha 7RII bedeutet dies, dass im Vollformat-Bereich 42 Megapixel vorhanden sind, wohingegen im APS-C Modus noch rund 26 Megapixel zur Verfügung stehen.

Ein Schwergewicht – aber nicht auf der Waage

Sämtliche Sony Alpha 7 sind Schwergewichte was die Fotografie-Eigenschaften betrifft. Bei der zweiten Generation erhält man beispielsweise ausser bei der 7II eine integrierte 4K Video-Aufnahmefähigkeit.

Alle verfügen sie über einen grossen digitalen Sucher, der akkurates Fokussieren selbst bei schlechtem Licht erlaubt. Der Autofokus ist super und funktioniert selbst dann enorm genau, wenn die Sonne schon längst untergegangen ist. Kommt hinzu, dass Dank Fokuspeaking das manuelle Fokussieren zum Kinderspiel wird. Beim Peaking werden Kanten mittels farbigen Punkten abgehoben. Wo es im Sucher oder auf dem Display krisselt, liegt später die Schärfe im Bild.

Die Qualität der Fotos ist auf dem Niveau von Spiegelreflexkameras. Der Dynamikumfang ist hoch und auch mit höheren ISO-Werten kommen die Kameras gut zu Recht, besonders die 7SII.

Letzte Sonnenstrahlen, Sonne hinter Berg, gelbliches Grasland - goldene Stunde
Perfekter Moment der goldenen Stunde mit warmen Goldtönen / by Stefan Tschumi

Die Alpha 7 Serie wurde von Sony mit Vollformat-Sensoren ausgestattet. Da es sich aber um Spiegellose Kameras handelt, ist der Body im Verhältnis zu Spiegelreflexkameras klein und leicht. Dies ist perfekt wenn du auf Reisen auf die Qualität eines Vollformatsensors nicht verzichten möchtest, jedoch keine Lust hast, viel Gewicht mit dir herum zu tragen. Beachte aber, dass die Objektive nicht viel kleiner und kaum leichter sind als bei Spiegelreflexkameras. Das Gewicht sparst du daher hauptsächlich beim Body.

Besonders für Landschaftsfotografen lohnen sich Vollformatkameras. Nicht zuletzt, weil Vollformatsensoren bei schlechten Lichtbedingungen weniger schnell Bildrauschen verursachen. In der Tierfotografie hingegen, lohnen sich Kameras mit einem APS-C Sensor, da die Brennweite durch den Cropfaktor verlängert wird. Ein APS-C Sensor steht zu einem Vollformatsensor im Verhältnis von etwa 1: 1.6. Das heisst, dass die Brennweite– welche auf den Objektiven immer auf einen Vollformatsensor Bezug nehmen, bei APS-C Kameras mit 1.6 multipliziert werden müssen. Du hast dann beispielsweise nicht ein 50mm Objektiv – auch wenn es so angeschrieben ist – sondern rund ein 75mm. Durch den Crop Faktor kommst du näher an dein Objekt der Begierde ran.

Apps auch auf der Kamera

Sony nimmt eine Vorreiterrolle im Bereich der Kamera-Apps ein. Dafür entwickelte Sony einen Store nach dem Vorbild des App Stores von Apple oder des Google Play Stores. Auf der Sony PlayMemories genannten Plattform können Apps für die Kamera gekauft und später auf die Kamera geladen werden. Eine App sorgt beispielsweise dafür, dass man nur noch selten einen Verlaufsfilter benötigt. Mittels der App werden zwei Belichtungen vorgenommen, eine für den Himmel und eine für den Rest des Bildes. Ebenso lassen sich Zeitraffer oder Sternenzieher mittels App automatisieren. Die Apps bieten jedoch nichts, dass nicht auch manuell vom Fotografen erledigt werden kann. Meist ist man sogar besser beraten, das Einstellungsrad auf M zu drehen und selber die Einstellungen vorzunehmen. Zudem haben manche Apps vor allem zu Beginn noch einige Kinderkrankheiten. Nichtsdestotrotz sind in die Kamera integrierte Apps eine willkommene Ergänzung.

Kamera mit Objektiv mit Regentropfen - Sony Alpha 7RII
Sony Alpha 7RII – ein perfekter Allrounder

Alternativen aus dem eigenen Hause

Wenn du Vollformat nicht brauchst und zudem einen noch kleineren Kamerabody, leichtere Objektive und einen fast identischen Funktionsumfang haben möchtest, wirst du beispielsweise bei der Sony Alpha 6000, 6300 oder 6500 fündig. Diese Kameras sind mit einem APS-C Sensor ausgestattet und bieten einen unglaublich schnellen Autofokus, der vor allem bei sich schnell bewegenden Objekten Gold wert ist. Einige Alpha 7-Fotografen nehmen als Backup eine a6000 oder a6300 mit.

Ein anderer Kamerahersteller, den man in Bezug auf spiegellose APS-C Kameras unbedingt im Auge behalten sollte, ist Fuji. Die Kameras bieten ein tolles Bedienkonzept, welches noch richtig alten Fotografie-Charme versprüht. Die Qualität von X-T2 und X100T sind spitze. Zudem könnte Fuji mit der GFX50S einen ähnlichen Kamera-Meilenstein setzen wie es zuletzt Sony mit der Alpha 7 Serie getan hat. Das neue Flagship aus dem Hause Fuji kommt mit einem Mittelformat-Sensor ausgestattet, bietet einen im Verhältnis moderaten Preis und hat damit das Potenzial in einer eigenen Liga zu spielen.

Die perfekte Kamera gibt es nicht

Selbst wenn die Alpha 7 Serie eine herausragende Performance bietet, sind auch diese Kameras nicht perfekt. Die Akkuleistung beispielsweise ist im Vergleich zu jenen der Spiegelreflexpendants miserabel. Mit einem Sony Akku fotografiere ich rund 2 bis 3 Stunden. Mit einem Akku aus dem Hause Nikon kam ich jeweils durch den Tag. Daher sollten Sony-Fotografen immer genügend Ersatzakkus mit dabei haben.

Vielen Profis fehlt zudem ein zweiter SD Karten Slots. Bei Spiegelreflexkameras finden sich meist ab den semi-professionellen Modellen zwei SD Karten Slots. Der grosse Vorteil davon ist, dass auf der zweiten Karte direkt ein Backup geschrieben werden kann. Oder man schreibt auf die eine Karte die Fotos und auf die andere die Videos.

Ein anderer Minuspunkt bei Sony ist der hohe Preis. Im Vergleich zu den anderen Herstellern ist Sony so gut wie immer einen Ticken teurer. Auch wenn sich die Ausgabe aus meiner Sicht lohnt, solltest du die Kamera immer entsprechend deines Budgets wählen. Die beste Kamera für dich ist die, welche du dir problemlos leisten kannst. Denn das gute Foto schiesst letztendlich immer du selber. Die Kamera selber ist nur ein Werkzeug dazu und wichtiger als der Kamera-Body selbst, sind die Objektive.

Stefan Tschumi schaut durch Sucher der Sony Alpha 7SII
Stefan Tschumi auf Fotoreise mit der Sony Alpha 7RII

Wenn du gerade erst mit der Fotografie anfängst empfehle ich dir, eine Einsteigerkamera von Nikon oder Canon. Es sind dann zwar Spiegelreflexkameras und du musst ein wenig mehr schleppen, jedoch bezahlst du einen sehr tiefen Preis und erhältst bereits viel Kamera dafür. So kannst du herausfinden, ob die Fotografie etwas für dich ist. Zudem bist du bei Einsteigerkameras nicht sofort überfordert, wie dies mit Profimodellen der Fall sein kann. Entgegen der landläufigen Meinung ist es mit teuren Kameras nicht einfacher ein gutes Foto zu schiessen. Ganz im Gegenteil. Wenn du schlussendlich vor lauter Knöpfen nur noch auf die Technik fixiert bist und deine Reise nicht mehr geniessen kannst, verfehlst du am Ende des Tages dein Ziel, da du den Moment nicht mehr geniessen kannst.


Stefan Tschumi – Fotoexperte auf comewithus2

Der 30-jährige Kreuzlinger hat am IAM Institut für Angewandte Medienwissenschaften, ZHAW in Winterthur Journalismus- und Organisationskommunikation studiert und hat dabei im Jahre 2011 das erste Mal den Auslöser einer Spiegelreflexkamera gedrückt. Seit da lässt ihn die Faszination für Bilder nicht mehr los. Zur Fotografie hat sich in den vergangenen Jahren auch die Videoproduktion hinzugesellt und aus dem Hobby wurde ein Beruf.

Als Kursleiter Fotografie und Video teilt Stefan sein Wissen bei der Klubschule Migros und arbeitet als Eishockey-Reporter, Eishockey-Guide und Produktionsassistent beim Schweizer Radio und Fernsehen.

Neben der Fotografie ist das Reisen die andere grosse Passion – etwas, das Stefan mit comewithus2 teilt.

Mehr über Stefan Tschumi gibt es auf Instagram: stefantschumi
Auf 500px: 500px.com/stefantschumi
Oder auf seiner Homepage: tschumimedia.com


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8 Kommentare zu “Die Sony Alpha 7-Serie: Tool von Comewithus2

  1. Sehr interessanter Beitrag ! Ich kenne mich in dem Bereich ja gar nicht aus will mir demnächst aber endlich mal von Handykamera zu einer richtigen wechseln 😉

    Liebste Grüße

  2. Vielen Dank für diesen sehr interessanten und ausführlichen Bericht. Ich bin mehr oder weniger Fotografie- Anfänger und nutze zur Zeit die Canon 550D, die ich quasi von meinem Freund „geerbt“ habe. Da die nun schon etwas in die Jahre gekommen ist, liebäugle ich immer wieder mit einer Neuanschaffung. Aber wenn man einmal „seine“ Marke gefunden hat, ist der Umstieg irgendwie doch recht schwierig. 😀
    Trotzdem werde ich mich noch ein bisschen weiter informieren und reinlesen. Über die Sony Alpha 7 Serie habe ich bisher nämlich auch nur Gutes gehört.

    Liebe Grüße
    Jana
    http://www.comfort-zone.net

    1. Soll ich dir verraten, was vor der Alpha 7II in meinen Händen lag? Eine Canon 500D 🙂 mit dieser habe ich das Fotografieren so richtig gestartet und mithilfe eines Buches die Funktionen gelernt. Der Umstieg auf die Sony war dann auch gar nicht so kompliziert wie gedacht, die hat tolle programmierbare Tasten für Schnellzugriffe und schon nochmals ein paar Anwendungen mehr an Bord, wie die mittlerweile – leider – etwas in die Jahre gekommene 500D.
      Gutes Fotografieren weiterhin und herzliche Grüsse
      Steffi

    1. Ich bin ja erst mit dieser Kamera auf Sony umgestiegen, habe mich aber sehr schnell zurecht gefunden und kann dich jetzt verstehen, dass dir Sonykameras gut gefallen. Dann weiterhin viel Spass beim Fotografieren.
      Herzliche Grüsse
      Steffi

  3. Ich habe nur eine Sony Kompaktkamera aber liebäugle seit langem mit einer großen Kamera.
    Der Beitrag war für mich sehr aufschlussreich – vielen Dank!

    1. Liebe Vera
      Freut mich zu hören, dass dir der Artikel bei der Suche nach einer anderen Kamera behilflich sein konnte. Falls du spezifische Fragen zur Alpha 7II Serie hast, einfach her damit.
      Herzliche Grüsse
      Steffi

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