Filter it up

Es gibt sie in allen Grössen und Qualitätsstandards. Manche von ihnen sind sinnvoll, andere überflüssig. Teilweise wird eine eigene Wissenschaft daraus gemacht und besonders am Anfang kann die Auswahl überfordern. Die Rede ist von Filtern. In diesem Blog gebe ich dir Tipps zum Einsatz von Filtern und verrate dir, welche bei mir immer in der Fototasche sind.

Der UV-Filter – Ein unnötiger Kauf

Als die Analoge Fotografie noch State oft the Art war, hatte so gut wie jeder Fotograf einen UV-Filter dabei. Im digitalen Zeitalter sind diese überflüssig. In den Geschäften werden sie gerne als Zusatzverkauf angeboten, mit der Begründung, sie würden das Objektiv schützen. Ich empfehle dir diesbezüglich einfach immer die Gegenlicht- oder auch Streulichtblende zu benutzen. Dieser Plastikaufsatz für das Objektiv schützt dein teures Glas zuverlässig und du kannst auf den Kauf eines UV-Filters verzichten. Kommt hinzu, dass wenn du einen UV-Filter vorne drauf hast, die Lichtstrahlen zuerst einmal durch diese Glasfläche dringen müssen, ehe sie ins Objektiv fallen können. Dies birgt Potenzial für Fehler. Lass den UV-Filter deshalb einfach weg.

 

ND – Immer dabei

Eine Filterart die ich immer in der Tasche habe, ist der ND-Filter oder auch Grau-Filter genannt. Dieser fungiert als Sonnenbrille für das Objektiv und sorgt dafür, dass du auch am Tag und bei starkem Sonnenschein Langzeitbelichtungen machen kannst. Ich setze diese Technik oft ein, um beispielsweise Wasser dynamisch darzustellen. Die Bewegung des Wassers wird bei Langzeitbelichtungen verwischt, was einen malerischen Effekt erzeugt. Bei den ND-Filtern gibt es verschiedene Stärken. Bei schlechten Lichtverhältnissen reicht meist ein 8-fach aus. Ist mehr Licht vorhanden, greife ich zum 64-fach und bei starkem Sonnenschein sitzt auf meinem Objektiv ein 1000-fach ND-Filter.

Bei der Qualität achte ich in erster Linie darauf, dass das Glas hochwertig ist. Hier hat B+W, Haida oder auch PHOREX by Jaworskyj ein gutes Angebot. Wichtig ist, dass keine Farbstiche im Bild entstehen. Zudem nehme ich meist die dünnste Version die es gibt, damit so wenig Randabschattungen wie möglich auftreten.

Kleiner Tipp: Achte darauf, dass du fokussierst, bevor du den ND-Filter aufschraubst. Bei einem 1000-fach wirst du sonst durch den Sucher nur noch Schwarz sehen.

Grauverlaufsfilter – Damit es dunkel wird am Himmel

Bei Landschaftsaufnahmen habe ich zusätzlich zu ND-Filtern auch Grauverlaufsfilter in der Tasche, um bei viel Licht den Himmel etwas abzudunkeln, da dieser sonst ausbrennt. Dabei benutze ich nicht die runden Filter, welche den Horizont in die Mitte legen, sondern eckige, welche es mir erlauben, den Verlauf flexibel zu platzieren. So kann ich jeden Bereich im Bild abdunkeln, je nachdem, wo ich den Horizont im Bild lege. Die viereckige Glasscheibe wird dabei an einer Halterung befestigt, welche wiederum am Objektiv angebracht wird. Auch hier setze ich auf die PHOREX by Jaworskyj. Das verwendete Schott-Glas ist sehr robust und sorgt dafür, dass keine Farbstiche entstehen.

 

Zirkularer Polfilter – Bei Wasser unverzichtbar

Ebenfalls ein unverzichtbarer Begleiter ist der zirkulare Polfilter, welcher aus zwei Glasscheiben besteht. Die obere Scheibe lässt sich drehen. Damit kannst du Spiegelungen in der Wasseroberfläche entfernen, wodurch beispielsweise Steine sichtbar werden. Zudem kannst du im Himmel ein satteres blau oder auf der Wiese ein satteres Grün erzeugen. Polfilter lassen sich super mit ND-Filtern kombinieren. Dabei wird zuerst der Polfilter vorne am Objektiv angebracht und danach der ND-Filter drauf geschraubt.

 

Worauf du bei Filtern achten solltest.

Neben der Glasqualität sowie der Gewindedicke ist es wichtig, dass der Filter überhaupt auf dein Objektiv passt. Dabei ist der Durchmesser entscheidend. Diesen findest direkt auf deinem Objektiv, angegeben mit dem Durchmesser-Symbol. Alternativ kannst du auch dein Lenscap abnehmen und auf der Innenseite schauen, welche Information angegeben wird. Die Zahl ist meist der Durchmesser. Ich nutze für jeden Durchmesser separate Filter. Es gibt auch Adapterringe, mit welchen sich beispielsweise 72er Filter auf einem 67er Objektiv benutzten lassen. Dies habe ich aber noch nie ausprobiert. Für den Transport empfehle ich dir kleine Böxchen, welche die Filter gegen Schläge und Stösse schützen. Meist werden diese aber sowieso beim Kauf gleich mitgeliefert.

Filter als Apps

Einige Kameras lassen es übrigens zu, dass du sogenannte Filter-Apps benutzen kannst. Bei Sony ist dies beispielsweise der Fall. Da lässt sich ein Verlaufsfilter simulieren. Die Kamera macht dann zwei Belichtungen, eine für den Himmel und eine für den Rest des Bildes. Daraus wird dann in der Kamera ein Bild berechnet. Zwar habe ich solche Apps installiert, nutze sie aber enorm selten, da ich lieber mit richtigen Filtern aus Glas arbeite.

Ich bin natürlich gespannt, was für Filter du einsetzt und was für Meisterwerke du unter Einsatz von Filtern zauberst. Poste dies einfach in die Kommentare. An dieser Stelle wünsche ich dir wie immer viel Spass beim Fotografieren ☺

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6 Kommentare zu “Welcher Filter muss in die Fototasche?

    1. Danke Markus

      Sehen wir genauso! Stefan hat kurz und doch ausführlich beschrieben, welche Filter was bringen – und wie sie funktionieren – und welche in die Tonne gehören.

      Herzliche Grüsse

  1. Cooler Beitrag- vielen Dank dafür! 🙂
    Ich verwende einen recht günstigen UV-Filter gerne mal als Schutz, wenn irgendwo die Gefahr besteht, dass Steinchen gegen das Glas springen oder ähnliches. Da macht er meiner Meinung nach Sinn.
    Einen Grauverlaufsfilter besorge ich mir auch bald! Der kann beim Filmen genau gleich verwendet werden, oder? Super, dass ihr auch gleich Tipps für gute Marken gebt.

    Liebe Grüße,
    Laurel

    1. Hallo Laurel
      Ich gebe zu, auch wir haben einen UV-Filter dabei… allerdings zum selben Zweck wie du – wenn überhaupt.
      Hab gerade mal bei Stefan nachgefragt: Ja, der Grauverlaufsfilter kann auch beim Filmen verwendet werden.
      Herzliche Grüsse
      Dein comewithus2-2

  2. wirklich ein sehr informativer Beitrag, ich hab mich mit dem Thema Filter noch gar nicht so richtig, also ist das ein guter Einstiegsartikel für mich 🙂

    1. Liebe Babsi
      Danke für dein Lob. Mit Filtern kann schon einiges mehr aus den Fotos herausgeholt werden und wir sind einig mit dir, Stefan hat es wirklich gut verständlich beschrieben 🙂

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