Lightpainting: Die Essenz der Fotografie

Schöne Fotos vom Urlaub oder bei Sonne und gutem Licht fotografieren, das kann jeder. Zeit einmal etwas Neues auszuprobieren, die Kamera zu packen und in der Nacht nach draussen zu gehen um Lightpainting zu betreiben. In diesem Blog verrate ich dir, wie es funktioniert.

Fotografie bedeutet mit Licht zu malen. Genau das tun wir beim Lightpainting. In diesem Sinne ist Lightpainting also die Essenz der Fotografie. Mit was du dabei malst spielt keine Rolle. Du kannst Wunderkerzen nehmen oder auch einfach das Display deines Smartphones benutzen. Ebenso bietet sich Stahlwolle an, aber nur, wenn nicht gerade eine Trockenperiode herrscht und um die herum genug freie Fläche zur Verfügung steht.

Fotografieren in der Nacht als Basis

Die Grundlage des Lightpaintings bildet die Nachtfotografie. Deshalb empfehle ich dir, vorab einige Nachtaufnahmen zu schiessen. Dabei nimmst du dein Stativ zur Hand, öffnest die Blende soweit es geht (wir haben kein Licht zu verschenken), stellst die Belichtungszeit auf 15 Sekunden, schaltest den Bildstabilisator aus – da dieser sonst für Verwackler sorgen kann und stellst den Fokus auf manuell.

Wenn du einen Fernauslöser hast, verwende diesen. Falls du keinen besitzt, empfehle ich dir den Selbstauslöser auf zwei Sekunden zu stellen, da so allfällige Verwackler beim Auslösen eliminiert werden. Beim Fokussieren empfehle ich dir eine Lichtquelle, auf welche du scharf stellst. Dies ist am einfachsten, gibt dir ein Gefühl für das Fokussieren in der Nacht und erleichtert dir den Start. Falls das Bild zu dunkel wird, erhöhst du einfach die Belichtungszeit. Mit einem Fernauslöser kannst du auch den Bulb-Modus benutzen und dadurch die Belichtungszeit sehr individuell gestalten. Falls du jedoch nur maximal 30 Sekunden belichten kannst und das Bild immer noch zu dunkel ist, selbst wenn die Blende vollständig geöffnet ist, kannst du mit dem ISO noch ein wenig hochfahren. Achte dabei darauf, dass du es nicht übertreibst, da das Bild sonst zu Rauschen beginnt.

Schnapp dir eine Lichtquelle und male

Wenn die Nachtfotos scharf werden, organisiere dir Wunderkerzen oder kram das Smartphone aus der Tasche hervor, es ist Zeit um Lichtmalerei zu betreiben. Dabei arbeitest du mit den gleichen Kamera-Einstellungen wie bei der Nachtfotografie. Wichtig ist jetzt einfach, dass du den Fokus dort nimmst, wo du oder die andere Person, die das Lightpainting später macht, stehen wird. Wenn du zusammen mit einem Freund unterwegs bist, lass ihn auf die Position stehen, wo später gemalt wird und fokussiere dabei wiederum auf eine Lichtquelle. Eine Stirnlampe oder das Smartphone-Display wirken Wunder. Achtet wenn ihr später malt darauf, dass ihr euch nicht nach vorne und hinten, sondern nur nach rechts und links bewegt. Ansonsten läuft ihr Gefahr, aus der Schärfe zu laufen. Nun ist alles relativ einfach, ihr gebt das Kommando, drückt den Auslöser und sobald die Kamera mit der Belichtung beginnt, kannst du oder dein Freund mit der Lichtquelle malen. Ob ihr Wörter schreibt oder einfach nur Scribbles in die Nacht zeichnet ist egal. Hauptsache ihr habt Spass und seid kreativ 😉

Stahlwolle für ein Feuerwerk
Wenn euch normales Lightpainting zu langweilig wird, könnt ihr euch 0er Stahlwolle im Baumarkt besorgen, in der Küche einen Schwingbesen entwenden, diesen an einem Seil befestigen und die Schutzausrüstung hervorkramen. Ich empfehle dir ein Baseball-Cap um die Haare zu schützen. Als Augenschutz dient dir eine Malerbrille (Die Augenbrauen sollten abgedeckt sein). Alternativ geht auch eine Skibrille. Als Oberteil wählst du etwas Langärmliges, dass nicht so schnell brennt. Halte dein Outfit in schwarz, da so am wenigsten Licht reflektiert wird. Nutze, wenn immer möglich, auch Schutzhandschuhe – wir wollen schliesslich kein Risiko eingehen.

Nun schneidest du ein Stück Stahlwolle ab und platzierst dieses am Schwingbesen. Nimm diesen locker in die Hand und sorge dafür, dass du genug Seil übriglässt, um den Besen nachher schwingen zu können. Die Kamera-Einstellungen bleiben gleich wie beim Lightpainting. Nun zündest du die Stahlwolle mit einem langen Feuerzeug an, gibst das Kommando für die Auslösung der Kamera und fängst an, den Schwingbesen im Kreis zu schwingen. Es werden Funken sprühen und du erhältst ein spektakuläres Bild. Achte einfach immer darauf, dass du die Stahlwolle nur dann verwendest, wenn um dich herum genug freie Fläche vorhanden ist und nichts brennen kann. Beim kleinsten Zweifel, lasse es sein und mache lieber normales Lightpainting. Auch wenn Stahlwolle noch so spektakulär ist, einen Brand zu riskieren wäre dumm.

Nun wünsche ich dir viel Spass bei der Umsetzung. Es würde mich sehr freuen, wenn du mir deine Fotos einmal zeigst. Folge mir einfach auf Instagram @stefantschumi oder sende mir eine Mail: stefan@tschumimedia.com


Stefan Tschumi – Fotoexperte auf comewithus2

Der Kreuzlinger hat am Institut für Angewandte Medienwissenschaften (IAM) der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Winterthur Journalismus- und Organisationskommunikation studiert und dabei im Jahre 2011 das erste Mal den Auslöser einer Spiegelreflexkamera gedrückt. Seit da lässt ihn die Faszination für Bilder nicht mehr los. Zur Fotografie hat sich in den vergangenen Jahren die Videoproduktion hinzugesellt und aus dem Hobby wurde ein Beruf.

Als Kursleiter Fotografie und Video teilt Stefan sein Wissen bei der Klubschule Migros und arbeitet als Eishockey-Reporter, Eishockey-Guide und Produktionsassistent beim Schweizer Radio und Fernsehen. Für die Firma Kistler ist er als Multimedia Specialist unterwegs und produziert Unternehmensfilme. Da es über die Jahre immer mehr Anfragen bezüglich Foto- und Videoprojekten aus dem privaten sowie dem beruflichen Umfeld gab, gründete Stefan TSCHUMI Media und produziert heute unter anderem für Unternehmen wie Costa AIDA, Microsoft und Nintendo.

Neben der Fotografie ist das Reisen die andere grosse Passion – etwas, das Stefan mit comewithus2 teilt. Ab September 2017 wird Stefan selber auf der Welt unterwegs sein und dabei einen eigenen Blog betreiben, seine Reisen in Vlogs teilen und natürlich viele Fotos schiessen. Mitverfolgen kann man die Reise auf www.journeyglimpse.com

Mehr über Stefan Tschumi gibt es auf Instagram: stefantschumi
Auf 500px: 500px.com/stefantschumi
Oder auf seiner Homepage: tschumimedia.com

Mit Stefan mitreisen kann man auf der Website: Journey Glimpse
Und auf dem Instagram Kanal: Journey Glimpse

 

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