Kathedrale - Edinburgh
Erkunde die Stadt Edinburgh mit Flo’s Geheimtipps!

Willkommen in Edinburgh, meinem Zuhause für drei Monate. Hier verbringe ich mein Auslandsemester. Auf meinen Touren durch die schöne Stadt entdecke ich sie abseits der Touristen-Ströme. Aber ich habe auch drei Monate Zeit, du wahrscheinlich nicht. Was also tun? Ich habe dir acht Vorschläge zusammengestellt, die du in deinem Kurzurlaub unbedingt machen musst. An der einen oder anderen touristischen Attraktion kommst du auf deinem Besuch aber nicht vorbei. Da hier das Wetter die Reiseplanung kurzzeitig auf den Kopf stellen kann, habe ich auch an ein Schön- und Schlechtwetterprogramm gedacht. Und nun pack deine Sachen: Edinburgh erwartet dich!

1. Edinburgh Castle

Burg auf Hügel mit Sonnenschein - Edinburgh
Das Wahrzeichen der Stadt: Edinburgh Castle.

Es ist das Zentrum der Stadt. Hoch oben thront es auf seinem Felsen. Die Engländer und die Schotten lieferten sich zahlreiche Schlachten, um es nach der Eroberung abzureissen und es dann wieder aufzubauen. Die Rede ist vom Edinburgh Castle. Weil es eben so viele Erneuerungen und Anbauten in der Geschichte des Schlosses gibt, findet man aus fast jedem Jahrhundert seit 1200 ein Gebäude auf dem Areal. Heute ist es eines der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in ganz Schottland. Seit 1996 beherbergt es den Stone of Scone: Auf diesem Stein wurden jeweils die Könige von Schottland, England und später des Vereinigten Königreichs gekrönt. Zuletzt hatte Queen Elizabeth II die Ehre auf dem Stein zu sitzen. „Also wie jetzt, die sitzt da auf einem Stein während ihr die Krone aufgesetzt wird?“ Geht hin und schaut es selbst an.

Ihr werdet auch erfahren, was an Weihnachten 1950 passiert ist. Nur so viel: Die Geschichte beginnt mit zwei Studenten, die in einem Pub ein Bier tranken. Hat eine richtig gute Geschichte je ohne „eis nehmet mir no“ begonnen? Das Schloss bietet aber selbstverständlich noch viel mehr als einen Stein. Zahlreiche Ausstellungen laden zum Verweilen ein und bringen dir die Schottische Kultur etwas näher.

Flo’s Geheimtipp: Sei um Mittag im Schloss, dann knallt’s nämlich. Das Schloss hat zwar viele Kanonen, aber in der Geschichte vom Edinburgh Castle wurde gerade mal aus einer geschossen. Und dass täglich um 13 Uhr.

2. Arthur’s Seat

Blick auf Stadt und Hügel - Edinburgh
Der Ausblick vom Arthur’s Seat mit den Felswänden des Salisbury Grags und dem Castle im Hintergrund.

Wusstest du, dass Edinburgh zwei Vulkane hat? Selbstverständlich sind beide inaktiv. Zum einen ist es der Castle Rock auf dem das Edinburgh Castle steht und zum anderen der Arthur’s Seat. Der 250 Meter hohe Hügel – als Schweizer kann ich ihn drum nur Hügel nennen – steht mitten im Holyrood Park, dem grössten Park von Edinburgh. Bezwungen ist er in 20 bis 30 Minuten. Verschiedene Wege führen nicht nur nach Rom sondern auch zum Gipfel. Empfehlen würde ich die Nordseite. 360 Grad Ausblick: Das Meer, die Stadt, das Castle. Einfach gigantisch. Nur der Wind bläst einem hier oben um die Ohren. Also unbedingt eine Windjacke einpacken. Der Arthur’s Seat gehört zum Pflichtprogramm bei schönem Wetter.

Flo’s Geheimtipp: Beim Abstieg die Südseite nehmen. Es erwartet dich zwar improvisierte Treppenstufen aber dafür wirst du in Kürze belohnt. Und zwar steigen wir nochmals ein paar Meter bergauf und am Abgrund des Salisbury Grags entlang. Im Gegensatz zum Arthur’s Seat ist man hier fast alleine und die Aussicht mit den Felswänden ist meiner Meinung noch spektakulärer. Aber Vorsicht: der Abgrund ist nicht gesichert und bei nassem Boden rutscht man schnell aus!

3. Calton Hill / Blackford Hill

Kleine Kapelle, Blick auf Stadt bei Sonnenschein - Edinburgh
Was für eine Aussicht auf die Stadt vom wohl bekanntesten Foto Spot Edinburghs.

Und solange die Schuhe noch fest zugeschnürt sind nutzen wir das gleich und gehen nochmals auf zwei Hügel oder eher Erhebungen rauf. Am östlichen Ende der Princess Street (Liebe Leserinnen, das wäre die Einkaufsstrasse) befindet sich der Calton Hill. Hier befindet sich auch der Foto Spot schlecht hin. Jedem Fotografen wird hier das Herz etwas schneller schlagen.

Flo’s Geheimtipp: Komm kurz vor Sonnenuntergang hier hoch. Aber auch ohne Kamera lohnt es sich. Hier stehen verschiedene Monumente, die besteigt oder auch nur betrachtet werden können. Am Fusse des Calton Hill steht der Hauptsitz der Schottischen Regierung in einem wunderschönen und riesigen Gebäude.

Ausblick auf Stadt und Meer bei Sonnenschein - Edinburgh
Die ganze Stadt im Überblick.

Habst du noch Zeit? Dann wechseln wir den Standort und befinden uns nun südlich der Stadt auf dem Blackford Hill. Neben dem Royal Observatory, welches eigentlich auch einen eigenen Punkt verdient hätte, ist die Aussicht auch hier einfach fantastisch. Die zwei Vulkane – Castle Rock und Arthur’s Seat – erheben sich aus der Stadt, das Castle mit dem dahinter liegendem Meer und die typischen Englischen Gebäude überzeugen mich schliesslich. Dies ist mein Lieblingsplatz. Ich könnte hier Stunden sitzen und auf die Stadt hinab schauen.

4. Royal Botanic Garden

Steinhaus mit Glasdach umgeben vom Park - Edinburgh Royal Garden
Das berühmte Glashaus des Royal Botanic Garden ist ein Besuch wert.

Ich habe einen grünen Daumen, wie die Banane blau ist. Bei mir sterben sogar Kakteen ab. Aber der Royal Botanic Garden hat es mir angetan. Enge Wege führen zwischen Pflanzen, Büschen und Bäumen durch, hie und da eine Bank, die zum Verweilen einlädt. Setz dich hin und geniess die Ruhe. Ein herrlicher Ort um abzuschalten und von der Hektik der Grossstadt wegzukommen. Für den Besuch im imposanten Glashaus muss beim Eingang zum Garten ein Eintritt (Erwachsene £5.50) bezahlt werden. Weiter geht’s durch den Chinese Hill mit Pflanzenarten aus dem fernen Osten und durch den Rock Garden. Und abgerundet wird der Besuch mit der Aussicht vom Terrace Café auf die Stadt und das Castle.

Flo’s Geheimtipp: Geh durch den Queen Mother’s Memorial Garden und wirf unbedingt einen Blick in das kleine Häuschen hinter dem Labyrinth. Mein Highlight im Botanischen Garten. Die Wände sind mit Muscheln „gefliest“ und die Decke besteht aus Tannenzapfen.

5. Pubs

Altstadthäuser mit Pubs im Erdgeschoss - Edinburgh Pubs
Innenstadt mit vielen Pubs.

Jetzt hast du dir aber eine Pause verdient. Was gibt es besseres als in ein Pub zu sitzen und ein Bier zu trinken? Edinburgh bietet unzählige Möglichkeiten dafür, an fast jeder Ecke befindet sich ein Pub. Besuch den Grassmarket. Ein Platz an dem sich die Pubs aneinander reihen. Gefällt dir das eine nicht, geh ins nächste. Der Grassmarket ist aber auch sehr touristisch und deshalb sind die Preise etwas höher. Aber wie gesagt, findest du auch sonst in der Stadt überall Pubs. Und in den Meisten gibt es am Abend Live Music oder Sportübertragungen.

Flo’s Geheimtipp: In der George Street befindet sich eines meiner Lieblingspubs: Das Standing Order. Ein weiterer Tipp für alle, die Schottische Livemusik hören wollen, kann ich nur das Sandy Bells empfehlen. Das Pub ist klein und die Musiker sitzen an einen kleinen Tisch gedrängt in mitten der Zuhörer und spielen vor sich hin. Es kommt auch mal vor, dass sich Leute dazusetzen und ihre Geige auspacken und mitspielen.

6. Elephant House / Greyfriars Kirkyard

rotes Lokal Elephant House von aussen
Das Elephant House mal ohne Warteschlange.

Expecto Patronum! Dieser Zauberspruch mag wohl bei der Vertreibung von Dämonen helfen, aber bestimmt nicht bei der Queue vor dem Elephant House. Von aussen unscheinbar und trotzdem stellen sich die Leute bis aufs Trottoir an, um in dieses Kaffee zu kommen und das nicht weil die Briten gerne Schlange stehen. Nein, in diesem Coffee House hat J.K. Rowling ihre Inspiration für die Geschichten von Harry Potter her. Also ein Muss für alle Fans des Zauberers. Geh rein, der Kaffee ist auch nicht so schlecht. Geh ganz nach hinten und sieh durchs Fenster. Auf der linken Seite siehst du die George Heriot’s School und rechts das Edinburgh Castle. Kombiniert die beiden Gebäude und du erhältst… Hogwarts! Ach ja, und geh auf die Toilette.

Und auf der anderen Strassenseite siehst du den Greyfriars Kirkyard. Ein Friedhof, der für zweierlei bekannt ist: Grabsteine mit Namen und Bobby. Du denkst jetzt sicherlich, dass die Grabsteine nichts Aussergewöhnliches sind für einen Friedhof. Da hast du wohl Recht; aber vielleicht findet der eine oder andere den Grabstein von Lord Voldemort. Schau einfach wo das Gras abgelaufen ist. Aber bitte, es handelt sich hier immer noch um einen Friedhof, also trotz Harry-Potter-Euphorie sollte der Respekt nicht vergessen bleiben. Du triffst hier aber auch auf den Namen Greyfriar’s Bobby. Warum er als einziges Tier hier begraben ist, kannst du aber selbst herausfinden.

7. Portobello

Blick über Fels-Strand zur Promenade - graue Wolken
Die Promenade und der Strand von Porto Bello lädt zum Bummeln, Relaxen, Joggen und Abschalten ein.

Du bist in Edinburgh und die Sonne strahlt vom Himmel? Schnell in den Bus Richtung Portobello. Sobald sich der Himmel aufhellt, ist das der Place to be. Die Einheimischen sind auch im Herbst am baden und geniessen die Sonnenstrahlen. Hundebesitzer gehen hier mit ihren Vierbeinern Gassi und verliebte Pärchen bummeln an der langen Strandpromenade entlang. Ein Ort, der einen für kurze Zeit vergessen lässt, dass man sich in Schottland befindet, bis der kühle Wind einem des Besseren lehrt.

8. National Museum of Scotland

3 geschossige Halle mit Rundbogen-Dach mit weissen Säulen
Die imposante Haupthalle des Museums alleine ist ein Besuch wert.

Du bist in Edinburgh und es regnet? Ab ins Museum. Auch Museums-Muffel kommen im National Museum of Scotland in Fahrt. Der Eintritt ist gratis – wie übrigens in den meisten Museen in Edinburgh – und die unterschiedlichen Ausstellungen verteilen sich auf drei Stockwerken. Die kleinen (und grossen Kinder) finden in den beiden Seitenflügel ihr Reich. Zum einen in der Naturausstellung. Ausgestopfte Tiere, Dinosaurierskelete und von der Decke hängende Meerestiere begeistern Kind und Eltern. Im zweiten Seitenflügel befindet sich der Technologie- und Wissenschaftsteil. Vom Formel 1 Boliden bis zur roten Telefonkabine; hier schlägt das Herz des Technikfan höher. Aber auch Interessierte der Weltkultur, der Geschichte Schottlands, der Kunst und Design kommen nicht zu kurz. Damit es aber nicht nur beim Anschauen bleibt, darf hier auch Hand angelegt werden. Das Museum ist Interaktiv mit Bildschirmen und Spielen aufgebaut. Einem erfolgreichem verregnetem Tag steht also nichts im Weg.

Flo's Tipps für deinen Edinburgh-Besuch
Hier noch ein paar generelle Tipps, damit du schöne Tage in der Hauptstadt Schottlands verbringen kannst:

  • Regenschirm: Den kannst du zu Hause lassen. Vom Meer bläst der Wind täglich durch die Strassen der Stadt. Mach es deshalb wie die Einheimischen: Kapuze hoch und ins nächste Pub/Café bis es aufhört zu regnen.
  • Festivalzeit: Du willst die Stadt sehen? Dann kommt nicht im August. Dann sind nämlich die Strassen der Old Town vollgestopft mit Künstlern und Menschen.
  • Bus/Tram: Vom Flughafen kommst du entweder mit dem Bus oder dem Tram ins Stadtzentrum. Der Bus ist etwas teurer, dafür schneller. Generell empfehle ich Tageskarten (£4) für den Bus zu kaufen. Jede Busfahrt, auch wenn nur zwei Stationen, kostet sonst immer £1.60.
  • Wochenendtrip: Buch vorab eine Free-Walking-Tour. Sie ist sehr informativ und in nur drei Stunden erfährst du alles über die Old Town. Natürlich gibt es auch eine Tour für die New Town. Bezahlt wird jeweils am Ende der Tour nach dem Motto: Bezahl soviel, wie dir die Tour wert ist.

Hast du Fragen an Flo? Oder warst du schonmal selber in Edinburgh und hast noch einen Tipp als Ergänzung? Wir von comewithus2 wollen unbedingt Schottland insensiv bereisen sowie zig andere Länder in Europa. Mal schauen, wann es soweit ist.


Portrait Florian Roost (junger Mann mit Brille)

Gastautor:

Florian Roost, 27, studiert derzeit am IAM Institut für Angewandte Medienwissenschaften, ZHAW, Winterthur Journalismus und Kommunikation. Derzeit befindet sich der Naturfreund auf einem Auslandsemester in Schottland. Bevor es Florian in die Medien zog, verfolgte der Thurgauer eine äusserst erfolgreiche Karriere als Eiskunstläufer. Zusammen mit seiner Eistanzpartnerin wurde der ehemalige Spitzensportler neun Mal hintereinander Schweizer Meister und reiste für seinen Sport um die ganze Welt.

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