Erfahre hier alles zum Reisen durch den Kosovo

Erst im Jahr 2008 erklärte sich die Autonome Region Kosovo als eigenständig, noch immer ist das Land nur von 111 anderen Ländern anerkannt und bis heute akzeptiert Serbien nicht, dass der Kosovo eigenständig ist. Ein Thema, dass du in keinem der zwei Ländern ansprechen solltest, ansonsten aber gibt es viel zu sehen, in dem kleinen neuen Land. Was du für deine Reise durch den Kosovo wissen solltest, haben wir dir hier zusammengefasst.

Falls du nach Reisezielen suchst, ist dies nicht der passende Artikel – hier lang für Reiseziele im Kosovo – in diesem Beitrag geben wir Informationen zum Reisen im Kosovo.

Diese Ecken musst du im Land gut suchen, der Kosovo ist nämlich viel moderner als gedacht.

Deine Reise in den Kosovo – die Einreise

Da gibt es gleich ein paar Dinge zu beachten, aber keine Sorge, es ist keine Hexerei in das Land einzureisen – erst recht nicht, wenn du gut vorbereitet bist.

Als erstes solltest du deinen Reisepass bereithalten. Hier reicht dir nämlich der Personalausweis nicht mehr, denn du bekommst einen Stempel. Dieser zeigt auch gleich, woher du eingereist bist, denn als zweites solltest du beachten, dass du nur nach Serbien ausreisen darfst, wenn du auch von dort eingereist bist.

Natürlich brauchst du ebenfalls die Fahrzeugpapiere, für einmal aber brauchst du dich nicht um die Grüne Karte zu kümmern, denn ich garantiere dir, RKS für den Kosovo ist durchgestrichen. Einzig falls du eine Kaskoversicherung hast, lohnt sich die Abklärung mit deiner Versicherung, ob diese im Kosovo auch gilt.

Ein paar Fakten über den Kosovo
Fläche: 10’887 km2 was rund 1/4 der Schweiz entspricht
Einwohner: 1.8 Millionen
Politischer Status: Repuplik
Städte: Pristina – Hauptstadt mit 207’000 Einwohner
Prizren – 2. grösste Stadt mit 178’000 Einwohnern

Auto: Versicherung für den Kosovo an der Grenze

Der Kosovo akzeptiert keine ausländischen Haftpflichtversicherungen für Motorfahrzeuge, du musst am Zoll eine abschliessen. Das wussten wir, doch wo genau mach ich das jetzt? Noch vor der Zollkontrolle gibt es ein Häuschen. Nimm die Fahrzeugpapiere mit und geh da mal rein. In meinem Fall war da ein jüngerer Herr, der sehr gut Englisch sprach und mit mir sogar darüber witzelte, dass es eine Schande sei, noch immer diese eigene Versicherung zu haben – das kam von ihm, nicht von mir! Ein paar Minuten später war ich auch schon Inhaberin des Versicherungsscheines, auf dem auch gleich alle Notfallnummern aufgedruckt sind. Und so sieht das Teil aus:

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Haftpflichtversicherungs-Police für den Kosovo. So sieht das Teil aus.

Die Preise für diese Grenzversicherung sehen wie folgt aus:

   für 15 Tage    für 30 Tage
Personenwagen    15 Euro    20 Euro
Camper    15 Euro    28 Euro

Autofahren im Kosovo

So ein bisschen ein komisches Gefühl hatten wir schon, dass für einmal nicht unsere Versicherung alles für uns regelt, wenn was passiert, sondern die eben am Zoll abgeschlossene…

Ausserhalb der Städte empfanden wir den Verkehr als recht gesittet und angenehm, innerhalb von Prizren oder auch Prishtina ist das ganz anders. Dort wird gedrängelt, einspurige Fahrstreifen von zwei Fahrzeugen benutzt und allgemein so ein bisschen einfach das gemacht, wozu man gerade Lust hat. Natürlich ist der Verkehr in Städten immer anspruchsvoller als ausserhalb, doch für einmal fanden wir es schon recht anstrengend. Du solltest also gut planen und die Ballungszentren nach Möglichkeit umfahren. Gerade mit grösseren Wohnmobilen kann es in den Städten auch schon mal etwas eng werden.

Reisen durch den Kosovo
Unterwegs in Prishtina – als die Moschee noch nicht aus war 😉

Vom Kosovo nach Serbien – geht das?

Ja, wenn du auch von Serbien eingereist bist. Wie lange dieses Machtspiel an der Grenze noch gespielt wird, ist abzuwarten. Doch da Serbien den Kosovo nicht als eigenständiges Land akzeptiert, wird das solange auch bleiben. Da wir von Mazedonien eingereist sind, war die Ausreise in unser nächstes Reiseland Serbien nur mit einem Abstecher nach Montenegro möglich. So hatten wir auch danach an der Montenegro-Serbien-Grenze keinerlei Probleme.

Autobahnen – gibt es Kosovo ein Mautsystem?

Noch nicht, aber das kommt. Es gibt ein paar Autobahnkilometer, die aktuell noch mautfrei sind, da die Zahlstationen sich noch im Bau befinden. Auf den Autobahnen kommst du sehr schnell vorwärts, da sie in absolut perfektem Zustand sind.

Autobahn im Kosovo
Schweiz? Nein! Diese Autobahn ist im Kosovo!

Währung und Kosten für Alltägliches

Im Kosovo ist der Euro das offizielle Zahlungsmittel. Umrechnungskurs erspare ich euch an dieser Stelle 😉 Dafür verrate ich euch, was wir so bezahlt haben:

Kaffee / Tee € -.70
Schoko-Gipfel und Sesam-Brötchen € -.70
Abendessen im Restaurant für zwei inkl. Vorspeise, Dessert & Getränken € 12.-
Liter Diesel € 1.01
Hotel mit Frühstück für zwei € 40.-
Eintritt Bärenpark von Vier Pfoten € 1.50

Unser Tagesbudget im Kosovo

Für jedes Land machen wir uns ein Tagesbudget. Der Betrag gilt jeweils für uns beide zusammen und ist für Übernachtung, Verpflegung sowie Reisekosten – schlicht die Lebenshaltungskosten aber exklusive Versicherungen, Steuern etc. Im Kosovo hatten wir CHF 40.-/Tag – rund 36 Euro – eingeplant und sind damit infolge Hotels, Versicherung und Volltanken auf die wenigen Tage nicht durchgekommen. Das Land ist aber unglaublich preiswert und z.B. für das 12 Euro Abendessen haben wir eine riesige Vorspeiseplatte mit lokalen Spezialitäten, zwei üppige Hauptgänge und ein Dessert sowie alkoholischen Getränke bekommen – und es war sehr gut.

Campen im Kosovo

Machen wir’s kurz: Es gibt keine Campingplätze im Kosovo. Somit bleibt nur noch die Möglichkeit vom Freistehen. Wir haben bei einem Restaurant angefragt und durften prompt auf dem Parkplatz nächtigen. Im Sommer soll es ausserdem in den Nationalparks teilweise Wohnwagen haben, wo man sich allenfalls dazustellen kann. Freistehen ist also schon möglich.

Verständigung mit den Einheimischen

Wenn du Schweizerdeutsch sprichst, kein Problem 😉 Es leben sehr viele Kosovaren in der Schweiz bzw. arbeiteten bei uns und sind jetzt zurück in ihr Heimatland. So musst du nicht erstaunt sein, wenn einige Einheimische Deutsch sprechen oder eben auf der Strasse in der Schweiz unseren Dialekt gelernt haben.

Gerätst du aber an jemand anderen, kann es schnell schwierig werden. Albanisch und Serbisch sind die vorherrschenden Sprachen, Englisch ist jetzt nicht gerade oft vertreten. Aber wozu hast du Hände und Füsse? Du kommst damit schon klar.

Ist Reisen im Kosovo sicher?

Obwohl das Land klein ist, muss für die Beantwortung dieser Frage in Nord-Kosovo sprich Grenzgebiet zu Serbien und dem übrigen Kosovo unterschieden werden. Fangen wir mit dem übrigen Kosovo an, so ist die Sicherheitslage gut und auch für ausländische Reisende unbedenklich.

Etwas anders sieht die Lage im Norden aus, dort sind viele kosovo-serbische Siedlungsgebiete, die mit der aktuellen Grenzziehung nicht einverstanden sind. In diesen Regionen kann es noch immer zu Spannungen kommen, weshalb du diesen Teil ab etwa Mitrovica mit deutlich mehr Vorsicht geniessen solltest.

Noch immer wird von nicht vollständig geräumten Gebieten mit Minengefahr berichtet. Halte dich an offizielle Strassen und bei Wanderungen an Wege, denen du ansiehst, dass sie häufig benutzt werden.

Sicherheit im Kosovo
Die Schlösser kannst du getrost an die Brücke hängen.
Notfallnummern
Polizei 92 ab Festnetz / 192 ab Mobiltelefon
Feuerwehr 93 ab Festnetz / 193 ab Mobiltelefon
Ambulanz 94 ab Festnetz / 194 ab Mobiltelefon
Vorwahl Kosovo +381

KFOR Einsatz im Kosovo

Die Kosovo-Truppe, kurz KFOR wurde im Jahre 1999 nach Beendigung des Kosovokrieges aufgestellte und ist unter der Leitung der NATO.  Der Hauptauftrag der KFOR ist für ein sicheres Umfeld für die Rückkehr der Flüchtlinge zu sorgen. Das Hauptquartier befindet sich in Prishtina, der Hauptstadt des Kosovo.

Einst waren über 40 Staaten mit mehr als 50’000 Soldaten involviert, 2012 waren es noch rund 6’000 Soldaten. Deutschland, Österreich und auch die Schweiz haben KFOR Truppen entsandt.

Während unserer Reise durch den Kosovo sind wir immer wieder auf Soldaten verschiedener KFOR Truppen getroffen, mal in Fahrzeugen oder an Stützpunkten aber auch wie auf dem Bild auf dem Parkplatz der Bärenstation.

 

 

Unser Fazit zum Reisen mit Camper in Kosovo

Wir waren nach der Einreise sehr überrascht, denn was wir sahen, stimmte so gar nicht mit unserer Vorstellung vom Kosovo überein. Hatten wir ein ärmliches heruntergekommenes Land vor unserem geistigen Auge, so sahen wir aber ein gut organisiertes, modernes Land mit guten Strassen, gepflegten Häusern und viel Grünflächen. So hatten wir uns den Kosovo definitiv nicht vorgestellt.

Für uns war der grosse Minuspunkt die Situation mit der Unterkunft. Es gibt keine Campingplätze dafür viele Hotels, wovon rund 3/4 gepflegt aber komplett unbewohnt aussahen oder keine passende Parkfläche für unseren Camper boten – gerade in den Städten.

Unser kurzer Besuch wird aber nicht der letzte gewesen sein. Was wir von der Landschaft gesehen haben, hat uns sehr gut gefallen und wenn der erste Campingplatz da ist, gehören wir gerne zu den ersten Gästen. Land und Leute waren echt toll.

Herzliche Grüsse aus dem Kosovo

Dein comewithus2-Team


 

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