Adrian und Elisa: Job gekündigt, Studium beendet – jetzt geht es durch Europa

Auf der ganzen Welt sind Reisende, wie wir, mit ihren Fahrzeugen unterwegs. Sie suchen sich ihren Weg durch steiles Gelände, dem Strand entlang oder durch Grossstädte. Sie stossen an ihre Grenzen, erleben atemberaubendes und lernen dabei fürs Leben. In unserer Serie „Mit meinem Bett in…“ stellen wir dir in den kommenden Wochen immer Sonntags verschiedene Reisenomaden vor. Im 14.Teil lassen wir heute Adrian und Elisa zu Wort kommen.

Persönlich 

HeyHey, wir sind Adrian (28) und Elisa (25) vom Blog Vanderweg. Im April diesen Jahres haben wir unsere Wohnung in Berlin gekündigt, ebenso wie den festen Job und sind nun im Van unterwegs durch Europa. Adrian kommt ursprünglich aus dem schönen badischen Ländle – aus Endingen, in der Nähe von Freiburg. Ist aber vor 6 Jahren nach Berlin gezogen, wo wir uns auch kennen gelernt haben. Er ist gelernter Fotograf und ist für alle Fotos und Videos von Vanderweg verantwortlich. Er ist der Kreative Kopf in unserem Team und auch der Fahrer.

Elisa und Adrian

Ich bin ein Grossstadtkind aus Berlin und kenne das Chaos, die Hektik und den Stress der Menschen. Letztes Jahr habe ich mein Studium abgeschlossen und habe nach einem neuen Ziel gesucht. Gearbeitet habe ich immer, da ich im Abendstudium studiert habe, aber wollte dies nun definitiv nicht ewig so machen. Und da Adrian bald auch wieder aus Berlin raus wollte, haben wir uns für die Reise und das Leben im Van entschieden. Wir haben schon einige Urlaube mit dem Camper unternommen und immer war die Zeit zu knapp. Daher freuen wir uns nun auf dieses große Abenteuer! Dabei könnt ihr unsere Route auf unserem Blog verfolgen. Hier schreiben wir über unsere Erfahrungen, Erlebnisse und alle Infos zu den Ländern, die wir schon bereist habe. Oder ihr könnt euch Eindrücke unserer Reise über unsere Social-Media-Kanäle machen.


Das Fahrzeug 

Seit April wohnen wir nun in unserer mintgrünen Eigentumswohnung und besten Freundin Betty. Uns war von Anfang an klar, mit dieser Farbe kann sie nur weiblich sein. Und nach ein paar Namensrunden und der ersten gemeinsamen Nacht, waren wir uns einig: Betty was born! Betty ist ein umgebauter Citroen Jumper mit Pössl2Win Ausstattung. Baujahr 2004 mit einem Verbrauch von ca. 10 Liter auf 100 Kilometer mit Dieselmotor.

Betty am Strand
Adrian und Elisa sind mit „Betty“ unterwegs.

Mit 128 PS haben wir auch ausreichend Power für den ein oder anderen abenteuerlichen Weg. Beim Kauf und im Vergleich zu unserem alten Bus Fritz war uns vor allem wichtig, dass Betty einen Tisch und ein festes Bett drinnen hat, sodass wir nichts umklappen müssen. Eine zusätzliche Luxusentscheidung war dann das abgetrennte Bad, was wir uns quasi gegönnt haben. Weil wir ja wussten, wir werden fortan darin wohnen, schlafen, essen, arbeiten und alles andere. Für eine umfassende Roomtour könnt ihr euch gerne unser Video auf Youtube anschauen.


Ihr habt von uns den bekannten „Mit meinem Bett in…“- Fragebogen erhalten, wo beantwortet ihr die Fragen?
Vielen Dank erstmal, dass wir bei eurer Serie mitmachen dürfen. Just in diesem Moment sitze ich in der Hängematte an der Küste in Kroatien und lausche der (ich würde sagen) Jazz-Musik vom etwas entfernten Boot in der Bucht. Wir haben hier vor drei Tagen Rast auf einem Campingplatz in der Nähe von Zadar gemacht und entspannen hier nun bei ein paar Sonnentagen.

Warum habt ihr euch genau für diesen Ort entschieden?
Wir standen vor ein paar Tagen noch wild an einem Strand, direkt an der Küste. Doch langsam war es mal wieder Zeit für unsere regelmässige Entsorgung der Tanks. Dass heisst Frischwasser auffüllen, Grauwasser ablassen und natürlich das beliebte Entsorgen der Camping-Toilette. Und dieser Campingplatz kam uns dann recht gelegen: Nicht teuer (15 Euro die Nacht) und wieder eine wunderschöne Bucht und weite Flächen. Nach einem Rundgang auf dem Platz haben wir auch andere Vanlifer kennen gelernt, mit denen wir auch mal ein paar Stunden verbracht haben und wir haben uns das erste Mal im Stand-Up-Paddling versucht. Gestern wollten wir dann eigentlich weiterfahren, aber das Wetter ist so schön, dass wir uns noch einen Tag gönnen.

War die letzte Nacht ruhig oder hört ihr wie wir derzeit oft die Hunde bellen?
Tatsächlich ja, da hier sogar fast alle Camper einen Hund haben. Aber bellen und Action gibt es dann nur tagsüber. Die Nächte sind immer sehr ruhig. So wie die meisten unserer Nächte.

Wie würdet ihr das Innere eures Reisemobils beschreiben, ist es euer Zuhause, das Wohnzimmer oder alles in einem?
Praktisch, übersichtlich und alles drin was man braucht. Da wir im März unsere Wohnung in Berlin gekündigt haben, haben wir auch keinen festen Wohnsitz mehr und daher sprechen wir schon von unserem Zuhause oder unserer „mintgrünen Eigentumswohnung auf 4 Rädern“. Wer noch mehr sehen will, kann gerne unser Video zum Rundgang anschauen.

Die Küche steht im Reisemobil meist oft nicht weit vom Wohnzimmer entfernt, verratet ihr uns euer Lieblings-Camper-Rezept?
Schon vor der Reise war unser Nudelsalat mit Tomaten, Oliven (schwarz!) und Feta oder wenn es mal keinen Feta gibt auch mit Mozzarella sehr oft auf dem Speiseplan. Und so machen wir diesen auch unterwegs recht häufig. Er geht sehr fix und braucht nicht viel Vorbereitung. Und gerade an wärmeren Tagen liegt er auch nicht schwer im Magen. Und wichtig: (Zitat Adrian) „In den Salat muss unbedingt auch 1 Teelöffel Senf und natürlich ganz viel Balsamico :-)“ Aber wir machen auch recht oft Gemüsepfanne oder verschiedene Risotto Varianten.

Kocht ihr oft selbst?
Ja, sogar täglich. Da wir auch nicht so viel Geld für Restaurants und Essen gehen ausgeben wollen, kochen wir jeden Tag selbst. Dabei haben wir die klassische Rollenverteilung: Elisa kocht und Adrian fährt – immer. Das ist für uns beide ok und auch fair. Ein guter Tipp ist auch, wenn möglich immer bei den bekannten Ketten wie Lidl oder Aldi einzukaufen. Dort ist das Sortiment auch meist grösser und die Preise sind oft günstiger. Wir waren schon oft in einem Supermarkt, wo es beim Gemüse nur Zucchini und Zwiebeln gab!

Kochen im Camper
Adrian und Elisa kochen täglich selbst in ihrem Camper.

Wohnzimmer, Küche, Bad, alles auf wenigen Quadratmetern, warum reist ihr gerade mit dem Camper durch die Welt und nicht mit dem Flugzeug?
Mit unserem Van haben wir immer einen festen Rückzugsort, der unser eigen ist. Wir wissen wo alles steht und was wir dabei haben. Eben genauso wie in der eigenen Wohnung. Und „Zuhause ist es bekanntlich am schönsten!“ Zudem müssen wir uns keine Tickets oder sonstige Verbindungen raussuchen. Wir schauen auf die Karte und entscheiden spontan wo wir hinfahren wollen. Diese Freiheit haben wir unserer Meinung nach nur mit dem Van. Wir können auch alles mitnehmen, was wir wollen etwa meinen Hula-Hoop-Reifen oder Adrians Longboard.

Camping wird oft auch mit Romantik in Verbindung gebracht, was waren bis anhin eure schönsten Erlebnisse „on the road“?
Echt? Das ist uns neu 🙂 So richtig romantische Momente haben wir auch noch nicht erlebt. Aber wir sind ja auch erst zwei Monate unterwegs. Und Paris und Venedig liegen noch auf der Route. Wir geniessen gern die gemeinsame Zeit draussen und den Sonnenuntergang. Dann schauen wir aufs Meer raus oder auf die Berge und philosophieren über das Leben. Wir haben uns sogar noch eine Beerenauslese für einen solchen Moment aufgehoben, aber noch nicht getrunken. Bei Regenwetter liegen wir dann auch mal gerne den halben Tag in unserem Bett und schauen eine Serie.

Freud und Leid liegen oft nahe beieinander, wo liegen die Probleme wenn man mit dem Camper unterwegs ist und seid ihr schon einmal stehen geblieben?
Stehen geblieben sind wir zum Glück noch nicht! Aber wir hatten schon ein paar kleine, naja Pannen waren es auch nicht, aber Schwierigkeiten, die längere Zeit in Anspruch genommen haben. So haben wir in den ersten Tagen (leider durch Eigenverschulden) unsere Betty durch unsere angebrachten Fahrräder auf dem Ständer zerkratzt. Haben diesen aber auch direkt behandelt, allerdings mehr schlecht als recht – eher zweckdienlich, damit es dort nicht rostet. Wir haben uns vorgenommen, dass wir den zusammen mit einer kompletten Lackierung neu machen wollen, wenn wir länger als ein Jahr on Tour sind. Wie der Schönheitsfehler genau entstanden ist, könnt ihr auch auf unserem Blog nochmal nachlesen.

Schaden am Wohnmobil
So haben Adrian und Elisa den Schaden notdürftig repariert.

Der andere Fall war, dass es eines Abends einfach durch die Dachluke in unseren Van getropft ist, nein das Wasser ist gelaufen. Schnell haben wir die Faltschüssel rausgeholt, um das Wasser dort zu sammeln. Da es aber schon dunkel war und wir von Innen scheinbar nicht viel tun konnten, haben wir erstmal eine „Nacht drüber geschlafen“ und Adrian ist am nächsten Morgen aufs Dach und hat die Dichtung gecheckt. Zum Glück konnten wir schnell das Problem orten und auch beheben. Seitdem hat es auch nach einem starken aber kurzen Regenschauer nicht wieder getropft.

Als Camper ist man immer auf der Suche nach der schönsten Route, von welcher Strecke schwärmt ihr bei jeder Camper-Unterhaltung?
Auf unserem aktuellen Abenteuer haben wir in den knapp zwei Monaten noch nicht allzu viel gesehen. Aber von Kroatien sind wir dennoch sehr begeistert. Die Landschaften und die Küste sind wirklich sehr sehr schön! Spontan überrascht hat uns aber auch der Ausblick auf den Fluss Zrmanja am Drehort der Winnetou-Filme, den wir zufällig auf der Suche nach einem Stellplatz gefunden haben. Und auch wirklich beeindruckt hat uns Norwegen in unserem Urlaub letztes Jahr. Dort waren wir drei Wochen mit unserem alten Camper Fritz unterwegs und sind durch mehrere Nationalparks gefahren, zum Beispiel den Rondane-Nationalpark oder auch die Strecke zu den Trollstigen. Abenteuerlich dabei war definitiv der Weg bergauf! Wir würden daher empfehlen eher im Sommer und dann nachts (wenn es also noch lange hell ist) langzufahren! Da wir zudem auch Mautstrassen und Vignetten vermeiden, fahren wir natürlich mehr Landstrassen und sehen auch so viel mehr von den Städten und Dörfern. Und wenn die Strassen nicht so voll sind und die Sonne gerade untergeht, sieht es auch fast überall schön aus.

Betty
Mit Betty fahren Elisa und Adrian derzeit quer durch Europa.

Fahrt ihr nach Karte oder mit einem Navigationssystem (mit welchen)?
Wir fahren wohl mit dem schlechtesten Navi was es gibt – NAV103 von mit Audiovox – nicht zu empfehlen. Aber beim Kauf von Betty war es schon eingebaut und daher haben wir uns bisher kein neues gekauft.
Also das wohl Unverständlichste ist, dass man parallel zur Kartenansicht keine Musik hören kann. Für das Audiovox sind das scheinbar zwei völlig verschiedene Dienste, die auch einzeln ausgespielt werden. Und es macht unnötig viele Ansagen, was dann teilweise schon nerven kann. Auch oft verwirrt und sogar schon mal in eine wirklich doofe Situation (wo wir dann nur rückwärts rausgekommen sind) gebracht, hat uns die Routeneinstellung „schnelle Route“. Denn oft waren die „schnellen“ Strassen, dann zwar ohne Ampeln (wenn es danach geht?), aber dafür kleine enge und steile Strassen, die für unsere Betty nicht gerade schneller zu fahren sind. Wir haben daher noch die anderen Varianten ausprobiert und mit der Einstellung „leicht“ klappt es bisher ganz gut. Laut Betriebsanleitung ist das wohl die Einstellung, wo man am wenigsten abbiegt.

Adrian und Elisa auf dem Steg
Adrian und Elisa sind seit 2 Monaten unterwegs und geniessen die Zeit zusammen sehr.

Wann und wo habt ihr euch das letzte Mal so richtig verfahren und noch wichtiger wer hat dabei die Nerven behalten?
Verfahren haben wir uns bisher noch nicht, weil immer auch unser Weg das Ziel war. Wir nehmen uns selten konkreten Ziele, sondern fahren eher in die Richtung von irgendwo. Allerdings wurden wir vom Navi mal in einen Schotterweg geführt, wo wir rückwärts wieder raus mussten. Denn plötzlich lag ein Baum quer auf dem Weg. Mit Blick auf Google Maps haben wir auch nicht verstanden, warum uns das Navi dort entlang führt, wenn es kurz vorher doch auch eine Schnellstraße gab. Aber die kannte das Navi natürlich nicht… Der Weg hat uns auf jeden Fall viele Kratzer am Van beschert. Die Nerven dabei verloren hat dann eher Adrian, was vielleicht auch daran lag, dass er Betty rückwärts durch den Weg manövrieren musste und ich draußen links und rechts immer an den Seiten geschaut habe. Dafür musste ich mich aber ab und an ins Gebüsch drücken, um wieder die großen dornigen Äste, die auf den Weg hingen, wegzuhalten und den Schaden am Van etwas geringer zu halten und hab so selbst anschliessend ein paar Dornen aus meiner Jacke gezogen. Dafür haben wir uns schon so richtig verlaufen mit einem Umweg von bestimmt 4 Stunden. Dabei wollten wir uns doch nur die Höhlen in Tschechien angucken und anschließend von oben wieder runter zum Parkplatz wandern.

Auf welche Apps könnt ihr als Reisende nicht mehr verzichten?
Also definitiv können wir vor allem wegen unseres Navis nicht auf Google Maps verzichten. Auch für den Fall, wenn wir uns mal wieder verlaufen sollten.

Stellplätze Apps: Diese Apps gibt es für mehrere Länder und haben uns schon oft geholfen, einen kostenlosen Stellplatz inklusive Entsorgung zu finden. Welche Apps das in dem jeweiligen Land sind, haben wir auf unserem Blog bei den jeweiligen Ländern gepostet.

Dropbox: Hier können wir schnell unsere Dateien übertragen – entweder auf verschiedene Geräte oder zwischen Adrian und mir. Eigentlich bin ich aufgrund der Datenschutzbestimmungen kein Fan von Dropbox aber wir haben noch keine so gute Alternative gefunden. Und (leider) ist Dropbox mittlerweile auch schon überall vorinstalliert.

Google Notes: Unerlässlich zum Einkaufen. Wir haben auch schon eine Standardliste, die wir immer wieder abhaken und dann neu aktivieren können, um sie beim nächsten Einkauf wieder abzuhaken! Auch alle weiteren Notizen merken wir uns hier, weil wirklich praktisch ist hier dann das Teilen mit anderen. So können wir beide in die Listen reinschreiben.

XECurrency: Hiermit rechnen wir alles in Euro um, wenn wir mal in einem Land mit anderer Währung sind.

Haushaltsbuch: Hier notieren wir alle Ausgaben, damit wir einerseits den Überblick behalten und auch wissen, wieviel Budget wir noch zur Verfügung haben.

Und nicht zu vergessen sind natürlich unsere Apps für unsere Social-Media-Kanäle. So können wir schnell auch mal ein Kommentar auf Facebook beantworten oder eine Story auf Instagram machen.

Adrian mit Kamera
Adrian ist bei Vanderweg für die Kreativität und die Fotografie zuständig.

Blogs, Facebook, Reiseführer: Wie informiert ihr euch über euer nächstes Reiseziel?
Da wir unsere Ziele nicht so konkret machen, entdecken wir viele Orte auch spontan oder einfach auf eigene Faust. Nur bei den Grossstädten recherchiere ich dann doch mal auf anderen Blogs oder im Lonely Planet. Und wir tauschen uns auch immer mit anderen Campern aus, die wir so auf unserem Weg treffen oder Anhalter, die wir ein Stück mitnehmen. Und eine tolle App übrigens ist auch Google Trips, damit plane ich unsere etwas tourihafte Tour durch die Hauptstädte. Da die Touren dann auch gleich mit Maps synchronisiert werden, hat man auch einen genauen Plan.

Folgt ihr auch mal den Touristen-Routen oder meidet ihr Sehenswürdigkeiten und Touristenhochburgen konsequent?
Alles was „sehenswürdig“ ist schauen wir uns auch an, aber weil wir es dann auch gerne sehen wollen. Und oft gehören dazu dann auch die Touristenspots. Die Altstadt von Dubrovnik war zum Beispiel sehr schön und wirklich sehenswert! Aber nach den Touri-Touren braucht vor allem Adrian schnell wieder eine Pause von den Menschenmengen. Ich kenne mich mit Menschenmengen und Touristen ja mehr aus, als Berliner Stadtkind.  Aber es ist natürlich auch schön, dann mal wieder ein paar Tage für sich zu sein.

Wie löst ihr das bekannte Internet-Problem, habt ihr eine SIM-Karte oder gar einen Satelliten?
Losgefahren sind wir nur mit unseren Handys und unserem im Vertrag gebuchten Datenvolumen. Und bei grösseren Sachen wie Videos hochladen, haben wir uns dann WLAN Hotspots gesucht, wie IKEA oder McDonalds. Aber wir haben schnell gemerkt, dass das nicht so einfach war. Entweder war die Reichweite vom WLAN zum Van nicht ausreichend oder es war viel zu langsam. Bei McDonalds haben wir einmal über eine Stunde gesessen und auch noch 12 Euro da gelassen nur für ein Video. Und haben danach auch noch festgestellt, dass es der falsche Kanal war! Wir haben uns dann also doch recht schnell einen mobilen WLAN Router geholt mit WLAN Repeater zur Verstärkung der Reichweite von WLAN Hotspots. Das hat dann schon besser geklappt, aber die Upload und Download Geschwindigkeiten konnten wir dadurch nicht erhöhen. Also doch in einen Telekom Laden und beraten lassen. Ich hatte zuvor schon oft auf anderen Blogs gelesen, dass eine SIM-Karte vor Ort kaufen sehr preisgünstig ist. Also wollten wir zunächst das ausprobieren, bevor wir vielleicht in Dtld. einen Vertrag machen. Und tatsächlich, in Kroatien bietet die Telekom schon eine Weile und werden sie wohl auch noch eine Weile eine „Unlimited Datenflat für 7 Tage“ an. Sprich sobald man die Karte in sein Gerät, in unserem Fall den Router einlegt, kann man 7 Tage am Stück unbegrenzt surfen. Und das Ganze bekommt man dann für knapp 11€. Das haben wir nun schon zweimal gemacht und sind bisher super zufrieden! Wie es dann in den anderen Ländern aussieht, müssen wir sehen, aber die Variante sich SIM-Karten vor Ort zu kaufen, werden wir sicher erstmal weiterhin so machen.

Am Strand
Auf einem Campingplatz sucht man Adrian und Elisa oft vergeblich.

Bei uns läuft während der Fahrt immer laute Musik, bei euch auch oder singt ihr lieber selbst?
Wegen dem beschriebenen Problem mit unserem Navi, dass uns nicht erlaubt, während der Kartenansicht auch Musik zu hören läuft oft auch gar keine Musik und dann unterhalten wir uns oft über „weltbewegende“ Themen wie die Orte durch die wir fahren oder was uns am letzten besonders gut gefallen hat und was nicht und andere tolle Themen. Teilweise filmen wir diese dann auch mit unserer GoPro, um sie gegebenenfalls auch auf Youtube zu veröffentlichen. Aber meist machen wir das dann doch nicht, weil am Ende doch nur Blödsinn rauskommt. Aber bei längeren Strecken hören wir auch gern mal laut Musik. Besonders oft, läuft dann bei uns der Soundtrack von „Into the Wild“ oder Alben von „The tallest man on Earth“ oder auch mal etwas mehr Action mit „Maeckes“ oder den „Orsons“. Und ab und an haben wir auch ein paar Lieder in den Alben, die uns dann auch zum Mitsingen verleiten. Wir haben schon überlegt eine Spotify Playlist anzulegen, die wir komplett mitsingen können.

Wo übernachtet ihr lieber: Auf dem Campingplatz oder an einem wilden Ort in der Natur?
Definitiv an einem wilden Ort in der Natur. Denn vor allem wegen der Natur sind wir losgefahren.  Am liebsten würden wir nur für die Entsorgung unserer Tanks und der Toilette auf Campingplätze fahren, aber das geht leider nicht und so übernachten wir auch mal auf einem Campingplatz und geniessen dort dann aber ein ausgiebiges Duschbad und waschen unsere Wäsche.

Wie lange könnt ihr mit eurem Reisemobil autak stehen? Und wer produziert in dieser Zeit euren Strom?
Hm, das hängt eher von der Umgebung ab. Wir haben einen 100 Liter Frischwassertank, der mit sparsamer Nutzung recht lange hält. Und wenn wir an einem See oder am Meer stehen sogar noch länger. Die längste Zeit, die wir bisher an einem Platz standen, und von dort wurden wir am letzten Tag weggeschickt, waren 6 Nächte. Da kann es dann schon eher sein, dass uns das Essen mal ausgeht.
Da wir im Van auch arbeiten, haben wir schon vor der Reise Betty noch eine Solarplatte aufs Dach setzen lassen. Darüber beziehen wir eigentlich den meisten Strom, denn sobald Tag ist und es nicht regnet lädt diese unsere Wohn- und auch Starterbatterie. Wir laden täglich mindestens ein Handy und alle zwei Tage unsere Laptops und wir hatten noch nie keinen Strom.

Elisa im Wald
Elisa hat ihr Studium beendet und ist gleich zur grossen Reise mit Adrian aufgebrochen.

Apropos Sicherheit, wie sichert ihr euch während der Nacht? Hattet ihr gar schon einmal Angst?
Wir haben nach dem Kauf direkt eine Lenkradsperre und Radkralle geholt, die wir in Berlin jeden Tag angebracht haben. Weil unsere grösste Angst auch eher war, dass uns der Bus mal geklaut wird und das wäre unser größter Alptraum, weil wenn Wohnung weg, alles weg! Die Lenkradsperre machen wir immer noch jedes Mal ran, sobald wir stehen, weil es auch schnell gemacht ist, aber die Radkralle liegt mittlerweile wieder hinten im Van verstaut und wir überlegen, ob wir diese überhaupt noch mitnehmen. Nachts spannen wir immer einen Spanngurt zwischen die vorderen beiden Türen und schliessen den Van von innen ab. Das erschwert auf jeden Fall schon mal das reinkommen in den Bus. Und damit wir uns noch sicherer fühlen, haben wir am Bett noch einen Jogger-Alarm, der einen lauten schrillen Ton von sich gibt, wenn man den Stift rauszieht.  Aber bisher ist alles gut gegangen, und wir hatten auch noch keine Angst. Ein etwas ungutes Gefühl hatten wir wieder bei unserer ersten Nacht Wildcampen, als tagsüber mehrere Autos da waren und die natürlich auch unseren Bus dort gesehen haben.

Zur schönsten Strecke gehört auch der schönste Stellplatz, wo liegt dieser für euch und warum?
Also in Norwegen haben wir definitiv die meisten schönsten Stellplätze gefunden, was vielleicht daran liegt, dass Wildcampen auch erlaubt ist. Die Plätze an denen wir standen, waren fast immer an einem Fluss und es gab mindestens eine Feuerstelle, die wir nutzen konnten und wir waren auch fast immer allein an den Plätzen. Wenn mal jemand vorbeikam, ist er wieder weitergefahren, weil man wusste ja, der nächste kommt bestimmt ein paar Kilometer weiter. In Kroatien ist das wild stehen schon schwieriger. Die Küste ist fast komplett besiedelt. Es gibt nur wenige Stellen und dann ist es oft ein öffentlicher Strand, wo man wild für ein bis zwei Nächte stehen kann. Dafür sind die Campingplätze wirklich schön. Aber wahrscheinlich auch nur, weil sie nicht so voll waren und wir ausserhalb der Saison hier sind. Camp Adriatik ist etwa zu empfehlen. Dieser liegt in der Nähe von Primosten, was man sich übrigens auch anschauen kann.

Kochen auf dem Feuer
Die Bucketlist von Adrian und Elisa ist gut gefüllt. Ein Feuer möchte das Paar auch unbedingt in Frankreich oder Schottland machen.

Welche Strecke möchtet ihr mit eurem Camper unbedingt einmal fahren, habt es aber bist jetzt noch nicht geschafft?
Oh, da gibt es noch so viel zu sehen! Wir wollen unbedingt nach Nordspanien an die Küste oder in die Bretagne in Frankreich und wir waren vom Süden Norwegens so begeistert, dass wir auch gerne zum Nordkap wollen. Natürlich auch um die Polarlichter zu sehen!! Und vieles, vieles mehr.

Was ist entscheidend, ob ihr eine oder gleich mehrere Nächte an einem Ort bleibt?
Das Wetter. Davon hängt alles ab. Weil wenn wir draußen sein können, sehen wir mehr von der Umgebung, laufen rum und hocken nicht nur im Van. Dafür hätten wir dann auch in unserer Wohnung in Berlin bleiben können. Aber auch wie viel los ist und ob wir an einem See oder dem Meer stehen.

Fussballmatchs, Konzerte, oder den Backofen: Was vermisst ihr am meisten von Zuhause wenn ihr „on the road“ seid?
Hmm. Das ist dann wohl unsere Playstation und Filme oder Serien schauen. Und definitiv, dass wir einfach mal so zu Freunden oder der Familie gehen können. Und sicher auch die Open Airs, wenn es jetzt auch in Deutschland wieder wärmer wird.

Hand aufs Herz, wie oft schaut ihr unterwegs Filme oder Serien online an? Habt ihr einen Fernseher dabei oder dient der Laptop auch dafür?
Bisher nicht wirklich oft. Was für uns erstaunlich ist, da wir eigentlich fast jeden Abend einen Film oder Serie geschaut haben. Aber wir haben von einem Freund die ersten drei Staffeln von „My Name is Earl“ bekommen, die wir vor Jahren mal gesehen haben. Aber auch diese schauen wir nur bei schlechtem Wetter. Hmm, ihr habt uns aber auf die Idee gebracht! Wir haben ja gerade wieder unsere Unlimited Datenflat, vielleicht schauen wir tatsächlich mal wieder einen Film heute.

Elisa am Kochen
Bei Vanderweg ist Elisa für das Kochen zuständig und Adrian fährt.

Im Camper zu leben heisst zusammenleben auf wenigen Quadratmetern, fliegen da auch einmal die Fetzen?
Die Fetzen fliegen bei uns nie. Ab und an sind wir genervt voneinander und zicken uns mal kurz an. Aber eigentlich verstehen wir uns zu gut, dass wir lange aufeinander sauer sind. Und wir haben in Berlin schon zusammen einige Jahre auf 32 Quadratmetern gewohnt, da ist die Umstellung auf 9 Quadratmeter nicht so gross. Ausserdem haben wir jetzt eine riesige Terrasse!

Was schätzt ihr am Reisen als Paar?
Dass man all die schönen Erlebnisse teilen kann und wir immer jemanden zum Reden haben. Wir können die Aufgaben aufteilen und jeder ist für einen Teil im Bus verantwortlich, das verhindert auch unnötige Diskussionen. Und auch wenn wir auf ganz kleinem Raum miteinander auskommen müssen, verstehen wir uns einfach super!

Hat sich eure Beziehung verändert, seit ihr auf der Reise seit?
Nö, eigentlich nicht. Wir haben uns vorher gut verstanden, wir verstehen uns auch jetzt noch super. Adrian ist vielleicht etwas entspannter geworden, weil er wieder mehr draussen sein kann. Und ich mach mir nicht mehr so viel Stress wegen der Arbeit und entspann dadurch auch wieder mehr.

Damit auch der nächste Tank wieder gefüllt ist, braucht es Geld, womit finanziert ihr eure Reise, lebt ihr dauerhaft im Camper?
Wir haben beide vorher viel gearbeitet und leben daher zum grössten Teil noch von Erspartem. Dennoch planen wir aber seit Beginn der Reise auch Geld von unterwegs zu verdienen. So hat Adrian als gelernter Fotograf und Fokus auf Produkt- und Werbefotografie nun seine Fotografie auf Outdoor erweitert und macht seine Produktshots nicht mehr im Studio, sondern direkt draussen in der Natur. Ich habe neben meinem Studium fast immer voll gearbeitet und viel im Online-Bereich gelernt. Ich bin also nebenbei auch als Freelancer tätig und übernehme verschiedene Projekte im IT- und Web-Bereich. Meine Motivation und Fokus liegen aber auf den Menschen selbst. Ich möchte Freunde und Familie inspirieren und ebenfalls motivieren ihr Leben wieder bewusster zu leben und ihr Potential zu nutzen auch genau das aus ihrem Leben zu machen, was sie sich wünschen.

Apropos Tank, wie viel habt ihr für die letzte Füllung bezahlt? (Literpreis/Land)
Dank unserem digitalen Haushaltsbuch waren das hier in Kroatien umgerechnet genau 60,20€ am 21. Mai 2017. Und für das zweite Mal tanken im Mai, liegen wir ganz gut im Budget. Aber die meisten Kilometer werden wir jetzt in den nächsten Tagen machen, da wir Anfang Juni für ein paar Wochen in Deutschland sind. Da werden wir dann bestimmt relativ bald nochmal tanken müssen.

Folge Adrian und Elisa durch Europa

Wohin geht eure Reise in den kommenden Monaten? Wie sieht eure Route aus?
Zunächst haben wir Anfang Juni ein Familientreffen wegen einer Hochzeit in Freiburg, Deutschland. Bis dahin werden wir noch ein paar Tage in Kroatien bleiben und dann noch ein paar Tage in Österreich und der Schweiz an einem hoffentlich schönen Bergsee verbringen. Aber anschliessend wollen wir nach Grossbritannien, vor allem Schottland interessiert uns sehr! Aber wir sind auch so spontan, dass wir gegebenfalls jeden Tag unsere Meinung ändern. So wie das letzte Mail in Österreich, als wir vorhatten nach Bratislava zu fahren und dann wegen Schneewetter doch einfach gen Süden nach Kroatien gefahren sind.

Wo seht ihr euch in 5 Jahren? Seid ihr dann immernoch „on the road“ oder vielleicht doch wieder sesshaft?
Wenn uns Leute fragen, wie lange wir denn planen unterwegs zu sein, sagen wir meistens, mal sehen, das wissen wir noch nicht. Aber so ganz grob sprechen wir immer so von 1 bis 2 Jahren on the road. Eben solange wie man für eine längere und grössere Reise durch Europa braucht. Danach wollen wir gerne wieder einen festen Wohnsitz haben, aber wo der sein wird, wissen wir auch noch nicht. Denn wenn der eine vom Dorf kommt und die andere aus der Stadt, wird man sich da nicht so schnell einig, wie viele Leute mindestens an einem Ort wohnen sollten. Aber in der Größe und Beschaffenheit unserer „Wohnung“ sind wir uns einig: Ein großer Garten muss es sein und wir sind grosse Fans von Tinyhouses.

Wir danken Adrian und Elisa für das spannende Interview und wünschen eine gute Weiterreise und stets genug Sprit im Tank. Die nächste Folge „Mit meinem Bett in…“ folgt am kommenden Sonntag mit Vale und Tobi vom Blog: www.globetourists.ch

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