Phil und Caro: Mit Willi dem Defender einmal quer durch ganz Kanada

Auf der ganzen Welt sind Reisende, wie wir, mit ihren Fahrzeugen unterwegs. Sie suchen sich ihren Weg durch steiles Gelände, dem Strand entlang oder durch Grossstädte. Sie stossen an ihre Grenzen, erleben atemberaubendes und lernen dabei fürs Leben. In unserer Serie „Mit meinem Bett in…“ stellen wir dir in den kommenden Wochen immer Sonntags verschiedene Reisenomaden vor. Im 13. Teil lassen wir heute die bekannten YouTuber Phil und Caro zu Wort kommen.

Persönlich 

Wir sind Phil und Karo und reisen gerade mit unserem selbstausgebauten Defender durch Kanada, die USA und Südamerika. Philipp ist 36 Jahre alt und hat Kommunikationsdesign in Wuppertal studiert. Karo ist 27 Jahre alt und hat Wirtschaftsingenieurwesen in Dortmund studiert. Wir filmen unser Erlebtes und laden regelmäßig Videos bei YouTube hoch, www.youtube.com/thesunnysidephil. Zusätzlich haben wir einen Blog der mit Bildern, Infos und Videos von uns gefüllt wird, www.thesunnyside.de

Phil auf dem Dach von Wili
Phil hat vom Dach seines Willi das nächste Ziel stets im Blick.

Das Fahrzeug 

Unser Reisemobil heisst Willi, ein 110er Defender, der mittlerweile schon 25 Jahre alt ist. Wir haben ihn als komplette Rostlaube gekauft. Phil hat dann in Eigenarbeit und mit Hilfe von Robert (Kfz-Mechaniker) das Auto über den TÜV bekommen, Rost entfernt und mit allem Schnick Schnack ausgebaut. Der Ausbau und die Fortschritte sind ebenfalls alle auf unserem Youtube Kanal zu finden. Der Verbrauch liegt bei 12 Liter auf 100 Kilometer, also total im Rahmen. Da wir in Deutschland nicht mehr viel  Zeit hatten unseren Defender auf seine Reisetauglichkeit auszuprobieren, haben wir das einfach direkt in Kanada gemacht. Dadurch hatten wir am Anfang natürlich paar Startschwierigkeiten aber mittlerweile läuft alles super. Liegen geblieben sind wir bisher nur einmal, als unsere neu eingebaute Wasserpumpe schon nach nem halben Jahr ihren Geist aufgegeben hat. Ausserdem mussten wir den Masterzylinder wechseln, da unserer irgendwie undicht geworden ist.


Ihr habt von uns einen Fragebogen erhalten, wo beantwortet ihr die Fragen?
In einem Tim Hortons bei Toronto in Kanada.

Habt ihr auch genug gutes Internet um uns die Antworten zurückzusenden?
Wenn du das hier liest, dann ja ☺.

Wir alle benötigen heute am liebsten 24-Stunden Internet, wie löst ihr auf Reisen dieses Problem?
Das ist wirklich ne gute Frage. In den USA ist das alles kein Problem. Da kauft man sich ne Prepaid Karte und hat Unlimited Data. In Kanada kann man das leider nicht bezahlen. Daher sind regelmässige besuche bei Mc Donalds, Tim Hortons und Co. Pflicht.  Mittlerweile soll es ja aber auch Sim Karten extra für Traveler geben, mit denen du dann überall Internet hast.

Ist euer Reisemobil eine Internetfreie-Zone oder wird auch da gesurft?
Bisher hatten wir leider noch nie Internet im Auto.

Wie würdst du das Innere eures Reisemobils beschreiben, ist es euer Zuhause, das Wohnzimmer oder alles in einem?
Es ist alles in Einem.Wohnzimmer, Schlafzimmer und Küche.

Phil mit Kamera
Phil dokumentiert seine Reise auf YouTube. Über 10’000 Fans schauen regelmässig die Videos.

Die Küche steht im Reisemobil meist oft nicht weit vom Wohnzimmer entfernt, verrätst du uns euer Lieblings-Camper-Rezept?
Hmmm….Wenn wir im Camper kochen, dann sind das meist irgendwelche einfachen Ein-Topfgerichte, damit das Auto nicht komplett im Kondenswasser erstickt.  Wenn wir ausserhalb kochen, dann gerne mal Steak, Burger oder Spagetti Bolo. Also eher unspektakulär.

Kocht ihr oft selbst?
Ja eigentlich fast immer.

Wohnzimmer, Küche, Bad, alles auf wenigen Quadratmetern, warum reist ihr mit dem Camper und nicht mit dem Flugzeug oder mit dem Velo?
Mit dem Flugzeug ist es sicherlich schwieriger Kanada zu erkunden und aufs Fahrrad haben wir eher weniger Lust.

Camping wird oft auch mit Romantik in Verbindung gebracht, was waren bis anhin eure schönsten Erlebnisse?
Als wir auf Cape Cod am Strand mit Willi standen und zusammen die Wale beobachtet haben.

Willi beim Leuchtturm
Bisher hatten alle Campingplätze geschlossen. Phil und Caro standen darum da wo es gerade am schönsten war.

Freud und Leid liegen bekanntlich nahe beieinander, wo liegen die Probleme wenn man mit dem Camper unterwegs ist und seid ihr schon einmal stehen geblieben?
Generelle Probleme gibt es eigentlich nicht. Liegengeblieben sind wir einmal, wegen unserer Wasserpumpe.

Und wie wurde das Problem gelöst?
Das war direkt auf der Grenze Massachusetts/Rhode Island. Wir hatten das Glück, dass unser Auto direkt vor Mia´s Restaurant stehen geblieben ist. Wir durften uns ihr Auto ausleihen und die neue Pumpe per Nachtexpress an ihre Adresse schicken. Am nächsten Tag hat Phil dann das neue Teil eingebaut.

Auf welchen Gegenstand könnt ihr in eurem Camper auf keinen Fall verzichten?
Ein anständiges Messer ist immer super.

Als Camper ist man immer auf der Suche nach der schönsten Route, von welcher Strecke schwärmt ihr bei jeder Camper-Unterhaltung?
Bisher haben wir in Kanada noch nicht genug gesehen, um die schönste Route betiteln zu können. Aber Cabot Trail ist echt hübsch. Als wir Australien erkundet hatten, war das Outback einfach nur fantastisch. Die Great Central Road, vom Uluru nach Westen, ist einfach ne fantastische Strecke.

Links oder Rechts, wer navigiert?
Google Maps navigiert.

Und wer behält die Nerven wenn es der falsche Weg war?
Phil

Phil auf dem Dach von Willi
Die Möglichkeit aufs Dach zu steigen lobt Phil auch in seinen Videos immer wieder.

Bei uns läuft während der Fahrt immer laute Musik, bei euch auch oder singt ihr lieber selbst?
Wir hören Musik aber auch gerne Hörspiele. Zuletzt haben wir alle Hörbücher von Heinz Strunk rauf und runter gehört.

Wo übernachtet ihr lieber: Auf dem sicheren Campingplatz oder an einem wilden Ort?
Bisher hatten alle Campingplätze zu. Von daher blieb uns nichts anderes übrig, als wild zu campen.

Apropos Sicherheit, wie sichert ihr euch während der Nacht? Hattet ihr gar schon einmal Angst?
Ne bisher noch nicht.

Zur schönsten Strecke gehört auch der schönste Stellplatz, wo liegt dieser für euch und warum?
Die schönsten Stellplätze sind immer da, an denen man über dem selbstgemachten Feuerchen grillen kann.

Phil ist durch den Umbau zum Defender-Experten geworden.

Was ist entscheidend, ob ihr eine oder mehrere Nächte an einem Ort bleibt?
Ob es regnet oder nicht. Wenn das Wetter nicht mitspielt, dann macht der schönste Outdoorplatz keinen Spass mehr und wir fahren weiter.

Zum Campen gehört auch immer die Gemeinschaft, man tauscht sich aus. Welchen Kontakt lässt ihr auf keinen Fall mehr abbrechen?
Wir haben in Westaustralien auf einem freien Campingplatz per Zufall eine Gruppe von Leuten kennen gelernt, mit denen stehen wir bis heute noch in Kontakt. Das war echt witzig. Wir haben uns direkt auf anhieb verstanden und sind dann die Westküste zusammen hochgefahren.

Zusammenleben auf wenigen Quadratmetern, fliegen da auch einmal die Fetzen?
Klar. Früher oder Später kann so was schon mal vorkommen. Man hängt ja auch einfach mal 24/7 zusammen.

Caro begeistert derzeit mit ihren Kochkünsten die YouTube Community von „The Sunnyside“.

Oft ist es doch aber auch schön zusammen, oder? Was schätzt ihr am Reisen als Paar?
Klar, alleine wäre ja auch halb so witzig. Man erlebt alles zusammen und das verbindet.

Mit dem Camper quer durch Australien, ein Traum vieler. Steckt in jedem von uns ein Camper oder braucht es dazu mehr?
Grundsätzlich, denke ich, kann es jeder. Aber es kommt ja auch immer drauf an, ob du lieber deinen Urlaub am Strand verbringst und 3 Wochen in der Sonne chillst oder ob du mit dem Auto, Fahrrad,… unterwegs sein möchtest und dir die Gegend anschaust.

Damit auch der nächste Tank wieder gefüllt ist, braucht es Geld, womit finanziert ihr eure Reise, lebt ihr dauerhaft im Camper?
Wir leben zur Zeit dauerhaft in unserem Defender. Das Geld haben wir gespart.

Frischen Kaffee kocht das Paar gerne draussen.

Apropos Tank, wie viel habt ihr für die letzte Füllung bezahlt? (Literpreis/Land)
60 Kanadischer Dollar für 315 Meilen

Wohin geht eure Reise in den kommenden Monaten? Wie sieht eure Route aus?
Wir fahren jetzt Richtung Deadhorse, Alaska. Das liegt ganz nördlich und wir brauchen so ca. 1.5 bis 2 Monate um dahin zu kommen.

Was meint ihr, kann man als Nomade auch wieder einmal sesshaft werden?
Klar, denken schon.

Wir danken Phil und Caro für das spannende Interview und wünschen eine gute Weiterreise und stets genug Sprit im Tank. Die nächste Folge „Mit meinem Bett in…“ folgt am kommenden Sonntag mit Adrian und Elisa vom Blog: www.vanderweg.de

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Ein Kommentar zu “Mit meinem Bett in: Phil und Caro im Interview

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