Sonja und Chris: Mit „Happy Dude“ vegan in Kanada unterwegs

Auf der ganzen Welt sind Reisende, wie wir, mit ihren Fahrzeugen unterwegs. Sie suchen sich ihren Weg durch steiles Gelände, dem Strand entlang oder durch Grossstädte. Sie stossen an ihre Grenzen, erleben atemberaubendes und lernen dabei fürs Leben. In unserer Serie „Mit meinem Bett in…“ stellen wir dir in den kommenden Wochen immer Sonntags verschiedene Reisenomaden vor. Im dritten Teil lassen wir heute Sonja und Chris zu Wort kommen.

Persönlich 

Wir sind Sonja (34) und Christian (35) und sind beide waschechte Hannoveraner. Seit Oktober 2015 haben wir allerdings keinen festen Wohnsitz mehr. Wir haben unseren Traum wahr gemacht und sind nun mit dem Camper in der Welt unterwegs. Aktuell legen wir allerdings ne kleine Camperpause ein. Wir wohnen und arbeiten in Kanadas Hauptstadt Ottawa und nutzen den langen kalten Winter hier, um ein bisschen Geld für die Weiterreise im Frühling zu verdienen.

Chris und Sonja
Christian und Sonja berichten aus Ottawa.

Unsere bisherige Reise durch Italien, Spanien, Marokko und auch unsere aktuellen Erfahrungen mit einem Work & Travel Visum hier in Kanada dokumentieren wir auf unserem YouTube Kanal WIR SIND VEG https://www.youtube.com/c/wirsindveg Hier zeigen wir nicht nur schöne Reiseimpressionen, sondern berichten authentisch von allen Erfahrungen unterwegs, positiv wie negativ, Höhen und Tiefen. Wir freuen uns über reisebegeisterte Gleichgesinnte, mit denen wir unsere Reise teilen können.


Das Fahrzeug 

Um genau zu sein, reisen wir mittlerweile mit dem zweiten Camper seit Kanada. Das war zwar nicht der Plan, denn wir wollten eigentlich „mit einem Auto einmal rum“, aber bekanntlich ändern sich Pläne auf Reisen relativ schnell.

Wir haben erstmal sehr viel Zeit darauf verwendet DAS „perfekte Weltreise-Fahrzeug“ zu finden, was auch noch im Budget liegt. Zwei Monate vor Reisestart haben wir einen roten Ford Ranger Pick Up (Bj. 2002) mit absetzbarer Bimobil-Kabine (Bj. 1994) gefunden. Dieses Gefährt hielten wir für annähernd perfekt für unser Unterfangen: Länge 5,90m, Höhe 3,18m, Leergewicht 2640kg, 4×4-Getriebe, Turbo-Diesel Motor, 109 PS, Luftfederung.

Bimobil
Mit dem Bimobil starteten Sonja und Chris ihre Reise.

Allerdings mussten noch einige Umbauten vorgenommen werden, um es unseren Bedürfnissen oder besser gesagt unseren Vorstellungen anzupassen. In den sowieso schon stressigen Reisevorbereitungen, bastelten wir also auch noch ständig an dem Auto herum.

Zunächst verstärkten wir zum Beispiel die Blattfedern, verpassten ihm einen größeren Dieseltank (126 Liter), bauten eine Dachbox auf die Kabine, tauschten die Rücksitze gegen einen Schrank, verbauten einen Wasserfilter, haben die Kabine von innen neu gestrichen und sogar ein Bücherregal eingebaut. Dann ging es erstmal los, aber auch unterwegs blieben Reparaturen und Optimierungen nicht aus. Nach einem Einbruch in Barcelona musste etwa die Fahrerscheibe ersetzt und das Heckfester in der Kabine repariert werden. Unterwegs kamen dann noch eine Sandblechhalterung und ein größeres Solarpanel auf dem Dach dazu, um länger autark stehen zu können.

Der Supergau ist leider in Marokko passiert, als wir feststellten, dass unser Kabinenboden durchgegammelt war, aber dazu später mehr. Bis auf diesen Vorfall waren wir bis dahin eigentlich sehr zufrieden mit dem Bimobil, welches wir übrigens immer nur Mobil genannt haben. Es war uns ab und zu vom Wohn- und Stauraum zu klein, aber daran gewöhnte man sich. Sehr oft haben wir Gebrauch von der absetzbaren Kabine gemacht, z.B. zum Einkaufen war das sehr praktisch. Wo sich die Entscheidung für ein geländefähiges Fahrzeug übrigens sehr bewährt hat, war die Fahrt in die Sahara, bei dem uns sogar noch ein anderes Bimobil begleitet hat.

Ursprünglich war geplant, das Mobil nach Kanada zu verschiffen, doch dabei gab es Komplikationen und wir entschieden uns schweren Herzens dagegen und flogen ohne unser Mobil nach Halifax in Kanada. Doch wo eine Tür zugeht, geht eine andere auf.

In Halifax haben wir uns sofort in „Happy Dude“, unseren neuen Camper, verliebt und ihn direkt gekauft, das Bimobil wurde in Deutschland verkauft.

Camper vor See
Nun ist das Reise-Paar mit „Happy Dude“ unterwegs durch Kanada.

Außer, dass wir zufällig wieder einen Camper auf Ford-Basis kauften, hatte das neue Gefährt wenig mit dem Bimobil zu tun. Happy Dude ist ein Ford Transporter E350, Baujahr 1997, mit 6,8 Liter V10 Motor, 305 PS, 22-25 Liter Benzin Verbrauch, hat ein Automatikgetriebe und hatte beim Kauf bereits 190.000km runter. Damit ist er ein ziemlich typisches amerikanisches Motorhome und obwohl er im Vergleich zum Bimobil für uns riesig erschien, ist Happy Dude als „Class C- Motorhome“ und 21 Fuß Länge vergleichsweise klein für kanadische Verhältnisse.

Wir haben nun wesentlich mehr Wohn- und Stauraum dazugewonnen und sogar einen normal großen Kühlschrank plus Eisfach, dazu Backofen, Microwelle, Klimaanlage und sogar ein Sofa, was hier alles zum Standard gehört und sehr angenehm ist. Allerdings haben wir dafür nun kein Geländefähiges Fahrzeug mehr. Nun ja, man kann nicht alles haben und bisher kamen wir auch ohne sehr gut aus. Wir fühlen uns in Happy Dude pudelwohl und haben mit ihm im Sommer 2016 bereits die Provinzen Nova Scotia, New Brunswick und Ontario durchfahren (ca. 6000 km). Aktuell steht er winterfest, was man hier übrigens „RV Winterizing“ nennt, unter einer dicken Schneedecke begraben auf dem Parkplatz vor unserer Wohnung in Ottawa. Wir freuen uns schon wahnsinnig auf den Frühling, wenn wir wieder einziehen und mit Happy Dude Kanadas Westen erkunden können.


Ihr habt von uns einen Fragebogen erhalten, wo beantwortet ihr die Fragen? 

Am Schreibtisch in unserer Wohnung in Ottawa, wo wir noch bis zum Frühling wohnen werden, bevor es wieder in den Camper geht.

Habt ihr auch genug gutes Internet um uns eure Antworten zurückzusenden? 

Zum Glück haben wir hier aktuell Highspeed-Internet zur Verfügung.

Wir alle benötigen heute am liebsten 24-Stunden Internet, wie löst ihr auf Reisen dieses Problem? 

Ja unterwegs sah das schon teilweise schwieriger aus mit dem Internet. Teilweise hatten wir schon arge Probleme schnelles und möglichst auch kostenloses WLAN zu finden, um unsere Videos hochzuladen. Normalerweise kaufen wir uns nationale SIM-Karten und laden entsprechendes Datenvolumen auf. In Marokko war das zum Beispiel herrlich günstig und unkompliziert. Hier in Kanada ist allerdings das Gegenteil der Fall. Hier können wir es uns nicht mal leisten mobiles Datenvolumen aufzuladen und sind unterwegs auf freies WLAN angewiesen. Solange wir hier in Ottawa noch wohnen, nutzen wir den Festnetzvertrag unserer Vermieter. Um unterwegs auf dem Smartphone wenigstens Whats App nutzen zu können, haben wir uns die Global SIM Card von Knowroaming geholt, damit funktioniert Whats App übers Handynetzt auch ohne aufgeladenes Datenvolumen weltweit 😉 Klappt sehr gut!!!

Ist euer Reisemobil eine Internetfreie-Zone oder wird auch da gesurft? 

Ganz im Gegenteil, gerade im Camper wird fleissig gearbeitet und natürlich auch online recherchiert, kommentiert, beantwortet, hoch- und runtergeladen. Vorausgesetzt, wir haben freies WLAN oder Datenvolumen zur Verfügung im Camper. Hier in Kanada sassen wir aber auch schon oft an der Rezeption zum Surfen, weil das WLAN Signal nicht bis zum Camper reicht.

Wie würdet ihr das Innere eures Reisemobils beschreiben, ist es euer Zuhause, das Wohnzimmer, oder alles in einem? 

Gemütlich. Ja, in Happy Dude fühlen wir uns definitiv Zuhause und wohl, dementsprechend versuchen wir ihn auch so gemütlich wie möglich einzurichten (das Sofa trägt natürlich ungemein zum Wohlfühlfaktor bei). Es sind unsere vier Wände, die wir unterwegs immer dabei haben und in die wir uns zurückziehen können. Küche, Wohn- und Schlafzimmer, Abstellkammer, Bad und Arbeitsecke – alles auf wenigen Quadratmetern – das ist nicht jedermanns Sache, aber wir fühlen uns wohl.

Chris auf Sofa
Das Sofa in „Happy Dude“ bietet auch genung Platz für ein Nickerchen.

Die Küche steht im Reisemobil meist oft nicht weit vom Wohnzimmer entfernt, verrät ihr uns euer Lieblings-Camper-Rezept?

Obwohl wir früher immer recht ausgefallen und aufwendig gekocht haben, ist unser Kochverhalten im
Camper dann doch einem gewissen Pragmatismus verfallen 😉 Eines unserer generellen Lieblingsessen ist Pasta in allen möglichen Formen. Dazu machen wir je nach Möglichkeiten und Verfügbarkeit immer gerne frische Saucen. Seit wir nun auch einen Backofen im zweiten Camper haben, gibt es vermehrt auch selbstgemachte Pizza, die wir zu Bimobil Zeiten tatsächlich sehr vermisst haben.

Kocht ihr oft selbst? 

Ja, eigentlich immer. Auch wenn wir nicht mehr so aufwendig wie früher kochen und zubereiten, nutzen wir die Möglichkeit, unsere eigene Küche immer dabei zu haben und verpflegen uns grösstenteils selbst.  Das war u.a. auch eine Motivation für uns mit dem Wohnmobil zu reisen, da wir uns vegan ernähren und so eigentlich nie Probleme haben uns zu verpflegen, auch wenn es mal durch weniger vegan freundliche Gegenden geht.

Der ursprüngliche Plan, mit EINEM Auto einmal um die Welt zu fahren, hat sich nun schon zerschlagen

Wohnzimmer, Küche, Bad, alles auf wenigen Quadratmetern, warum reist ihr mit dem Camper und nicht mit dem Flugzeug oder mit dem Velo? 

Natürlich spielte unsere Ernährung nur eine untergeordnete Rolle bei der Entscheidung der Reiseart 😉 Wir sind in der Vergangenheit schon viel als Backpacker per Flugzeug unterwegs gewesen. Für unseren grossen Traum einer Weltreise haben wir uns etwas anderes vorgestellt. Wir wollten vor allem langsam, flexibel und unabhängig reisen und einen Rückzugsort fürs Arbeiten unterwegs dabei haben. Somit viel die Entscheidung relativ eindeutig auf ein Wohnmobil, zumal wir auch vorher schon begeisterte Camper waren. Aber da sich der ursprüngliche Plan, mit EINEM Auto einmal um die Welt zu fahren, nun eh schon zerschlagen hat, schliessen wir nicht aus, dass wir bestimmte Etappen und Länder nicht auch auf andere Art bereisen werden. Für alles gibt es eine Zeit – wir sind eigentlich für alles offen.

Bei ihrer „wilden“ Übernachtung am Warren Lake im Nationalpark Cape Breton Highland in Kanada, konnten Sonja und Chris nachts Milliarden Sterne, die Milchstrasse und Sternschnuppen beobachten und bewundern.

 

 

 

Camping wird oft auch mit Romantik in Verbindung gebracht, was waren bis anhin eure schönsten Erlebnisse? 

Der allgemeine Camperalltag an sich hat eigentlich wenig mit Romantik zu tun, es sei denn man sorgt selbst dafür 😉 Aber natürlich gab es auch schon sehr schöne, ja tatsächlich romantische Orte. Mir fällt auf Anhieb unser Stellplatz in der Sahara ein, wo wir mit dem Bimobil mitten in den Sanddünen standen und am Lagerfeuer saßen. Oder eine „wilde“ Übernachtung am Warren Lake im Nationalpark Cape Breton Highland in Kanada, wo wir nachts Milliarden Sterne, die Milchstraße und Sternschnuppen beobachten und bewundern konnten.

Freud und Leid liegen bekanntlich nahe beieinander, wo liegen die Probleme wenn man mit dem Camper unterwegs ist und seid ihr schon einmal stehen geblieben? Wenn ja, wo, warum, und wie wurde das Problem gelöst?

Chris
Sonja und Chris mussten auf ihrer Reise schon einige Rückschläge verkraften. Aufgeben kam aber nie in Frage!

Das Hauptproblem ist wohl, dass es immer irgendwas zu reparieren gibt und wenn es nur Kleinigkeiten
sind. In Marokko erwischte es uns aber ganz dicke, wie schon angedeutet. Zunächst entdeckten wir eine „harmlose“ Bodenwelle im Kabinenboden, die immer grösser wurde. Zur Kontrolle haben wir mal von unten in den Kabinenboden geschaut und trauten unseren Augen nicht. Der halbe Boden war nass und vermodert, ausserdem der Rahmen durch das Gewicht angebrochen. Wir vermuteten ein Wasserschaden eines Vorbesitzers, da die „Verwesung“ des Bodens schon sehr weit fortgeschritten war. Das war natürlich ein riesen Schock, denn wir wussten nicht, was wir machen sollten und dachten, das könnte vielleicht sogar das Ende für die Reise mit diesem Auto sein. Aber wir fanden zufällig hilfsbereite und auch noch fachkundige Unterstützung auf dem dortigen Campingplatz und haben den Kabinenboden in einer 8-tägigen Großbaustellen-Aktion gemeinsam und mit „geringen“ Kosten erneuert. Liegen geblieben sind wir aber zum Glück mit beiden Wohnmobilen noch nicht, toi toi toi.

Auf welchen Gegenstand könnt ihr in eurem Camper auf keinen Fall verzichten?

Da wir uns nun sooo daran gewöhnt haben, würden wir nur sehr ungern den Backofen und das Sofa wieder hergeben wollen 😉 Ansonsten haben sich diese praktischen Silikon-Faltschalen unterwegs sehr bewährt.

Als Camper ist man immer auf der Suche nach der schönsten Route, von welcher Strecke schwärmt ihr bei jeder Camper-Unterhaltung? 

Es gibt für uns zwar nicht DIE eine Traumroute, weil alle auf ihre Art etwas Besonderes haben. Aber wir haben drei persönliche Favoriten:

  • Sahara-Tour ausgehend von Zagora
  • Andalusien-Rundfahrt (Route: Cádiz, Naturpark Doñana, Sevilla, Cordoba, Granada, Sierra Nevada, Guadix, Malaga, Tarifa) 
  • Nova-Scotia-Roadtrip (Highlights sind die beiden Nationalparks Kejimkujik und Cape Breton Highland) 

Links oder Rechts, wer navigiert? 

Unbeabsichtigt haben wir hier von Anfang an eine relativ klare Rollenverteilung. Chris fährt. Das Navi navigiert. Sonja filmt, fotografiert, liest oder schläft 😉

Und wer behält die Nerven wenn es der falsche Weg war? 

Wohl eher der Chris.

Camper in der Sahara
Mit dem Bimobil ging es für Chris und Sonja in die Sahara, ein romantischer Ort, wie sie sich heute gerne erinnern.

Bei uns läuft während der Fahrt immer laute Musik, bei euch auch oder singt ihr lieber selbst? 

Hmmm, das ist unterschiedlich. Mal Musik, mal Hörbuch, mal Hörspiel, mal unterhalten wir uns, mal ist Stille – je nach Laune ☺

Wo übernachtet ihr lieber: Auf dem sicheren Campingplatz oder an einem wilden Ort? 

Gerne im Wechsel. Die Wildnis hat ganz klar ihre Reize, aber zu lange autark stehen können wir dann leider auch nicht. Wir sind dann immer mal wieder auch gerne auf einem schönen Campingplatz.

Apropos Sicherheit, wie sichert ihr euch während der Nacht? Hattet ihr gar schon einmal Angst? 

Nun ja, das ist bei uns ein sensibles und wichtiges Thema, da unser Wohnmobil gleich zum Anfang der Reise in Barcelona aufgebrochen wurde und ALLE Wertsachen, inklusive der teuren Kamera- und Videoausrüstung, gestohlen wurden. Wir waren natürlich definitiv zu unvorsichtig und hatten es auf einem unbeaufsichtigten Parkplatz abgestellt. Eigentlich sind wir keine ängstlichen Menschen und wollten auch diesen Vorfall nicht zum Anlass nehmen, nun mit Angst und Misstrauen weiterzureisen. Aber natürlich haben wir daraus gelernt. Wir wählen unsere Stellplätze (gerade in Grossstädten) nun vorsichtiger und haben auch eine Alarmanlage installiert. Nachts schließen wir den Camper natürlich von innen ab und schließen zugängliche Fenster. Richtig Angst haben wir aber dennoch noch nie gehabt.

Zur schönsten Strecke gehört auch der schönste Stellplatz, wo liegt dieser für euch und warum? 

Hier auch wieder zwei: Einer liegt am schon erwähnten Warren Lake im Nationalpark Cape Breton Highland (Kanada). Hier herrscht einfach eine ganz besondere Idylle, ein sternenklarer Himmel, ein klarer See, wilde Natur drum herum und keine Menschenseele unterwegs. Der andere liegt in Vejer de la Frontera in Andalusien, wo wir einige Nächte im wunderschönen Windmühlenpark stehen durften und sogar mit Wasser versorgt wurden. Beides sind keine offiziellen Stellplätze, aber dennoch (oder gerade deswegen) unsere Favoriten 😉

Was ist entscheidend, ob ihr eine oder mehrere Nächte an einem Ort bleibt? 

Natürlich in erster Linie, ob es uns vor Ort gefällt. Aber ganz oft auch, ob wir noch etwas zu erledigen haben, z.B. ein Video fertig schneiden/hochladen wollen. Auch ganz entscheidend natürlich: DAS INERNET. Können wir noch freies WLAN nutzen oder nicht.

Zum Campen gehört auch immer die Gemeinschaft, man tauscht sich aus. Welchen Kontakt lässt ihr auf keinen Fall mehr abbrechen? 

Um ehrlich zu sein, sind wir eher so die Marke Eigenbrödler und viel für uns, wir lernen eher selten andere Camper näher kennen. Aber in Marokko haben wir eine sehr interessante Bekanntschaft mit Lars gehabt, einem wirklich liebenswürdigen und hilfsbereiten Menschen. Lars war es, der uns bei unserer Grosbaustelle am Kabinenboden aus dem Schlamassel geholfen hat, worüber wir ihm heute noch sehr dankbar sind. Wir haben eine sehr intensive Woche mit ihm zusammen verbracht.

Zusammenleben auf wenigen Quadratmetern, fliegen da auch einmal die Fetzen? 

Ja, das bleibt nicht aus, aber das hat nicht unbedingt etwas mit der Enge im Camper zu tun (man kann ja auch immer flüchten), sondern eher mit der Zeit, die man unterwegs intensiver zusammen verbringt. Aber wir sind es gewohnt, fast alles gemeinsam zu machen und geniessen es, viel Zeit miteinander verbringen zu dürfen. Wenn wir uns doch mal nerven, dann macht halt jeder einfach mal ein bisschen was für sich alleine. Chris geht gerne alleine Laufen, Sonja macht eher Yoga oder geht fotografieren.

Sonja und Chris stossen an.
Früher hatten Sonja und Chris nicht viel Zeit füreinander. Heute dafür umso mehr.

Oft ist es doch aber auch schön zusammen, oder? Was schätzt ihr am Reisen als Paar? 

Wie gesagt, wir geniessen die gemeinsame Zeit sehr, da wir früher (bedingt durch Schichtdienste und viel Arbeit) selten wirklich Zeit zusammen hatten. Es ist schön, wenn man Reiseerlebnisse zusammen teilen und Erfahrungen gemeinsam machen kann, denn so entwickelt man sich auch zusammen weiter. Die Hochs und Tiefs unseres Abenteuers schweißen uns tatsächlich noch enger zusammen und obwohl wir schon sehr sehr lange ein Paar sind, entdecken wir immer mal wieder neue Facetten des anderen.

Mit dem Camper quer durch Australien, ein Traum vieler. Steckt in jedem von uns ein Camper oder braucht es dazu mehr? 

Wir glauben nicht, dass Campen pauschal jedem Spass macht. Diese Art des Reisens ist, wie alles andere im Leben auch, Geschmackssache. Es gibt bestimmt einige, die ihre All-Inclusive-Pauschalreise nicht im Leben gegen Campingurlaub tauschen wollen würden. Und das ist ja auch ok, jedem das seine 😉

Wie viel habt ihr für die letzte Füllung bezahlt? (Literpreis/Land)

Happy Dude einmal vollzutanken kostet uns ca. 130 CAN $ (~ 93€). Der aktuelle Benzinpreis liegt hier in Kanada so um 1 CAN $ (~ 0,71€) pro Liter.

Camper im Schnee
Wenn der Schnee geschmolzen ist (April/Mai), geht es für Sonja und Chris zusammen mit Happy Dude einmal quer durch Kanada bis an die Westküste.

Wir stehen noch am Beginn des Jahres, wohin geht eure Reise in den kommenden Monaten? 

Sobald der Schnee geschmolzen ist (April/Mai), geht es mit Happy Dude einmal quer durch Kanada bis an die Westküste nach British Columbia. Wie lange wir noch in Kanada reisen, hängt ein bisschen von unserer Visa-Verlängerung hier in Kanada ab und natürlich auch vom lieben Geld, denn so traumhaft Kanada auch ist, es ist leider auch verdammt teuer.

Was meint ihr, kann man als Nomade auch wieder einmal sesshaft werden? 

Ja, auf jeden Fall. Auch wenn Langzeitreisen toll ist, wir sind nach einiger Zeit on Tour eigentlich immer ganz froh, irgendwo mal wieder ein kurzes bis längeres „Verschnaufspäuschen“ einzulegen. Wir schließen auch nicht aus, vielleicht irgendwo mal komplett hängen zu bleiben oder vielleicht sogar wieder zurück nach Deutschland zu gehen. Es kommt, wie es kommen soll, wir lassen uns darauf ein, was das Leben so für Möglichkeiten zu bieten hat 😉

Wir danken Sonja und Chris für das spannende Interview und wünschen eine gute Weiterreise und stets genug Sprit im Tank. Die nächste Folge „Mit meinem Bett in…“ folgt am kommenden Sonntag mit Fede und Tini von „Life is Better when you Travel“.

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2 Kommentare zu “„Mit meinem Bett in…“ – Wir sind veg im Interview

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