Arbeiten gegen „Kost und Logis“ am Lake Skadar in Montenegro

Wir und Ben
Ben, unser Gastgeber war immer zu einem Scherz aufgelegt auch wenn nicht alles so klappte, wie er sich das wünschte. (Bild: Emma Heywood / Undiscovered Montenegro)

Wer unseren Blog schon länger verfolgt, der weiss, wir versuchen, jedem Land durch das wir reisen, möglichst viel Aufmerksamkeit zu schenken. Bei 47 Ländern eine Herkulesaufgabe, der wir uns sehr gerne stellen. Nachdem wir uns in Bosnien-Herzegwonina über die Hilfe für „Strassenhunde“ informiert und darüber eine kurze Reportage realisiert haben, wagten wir uns in Montenegro an unser erstes „Workaway“ in Europa.

Über eine Hintertür zu Emma und Ben nach Virpazar

Vom sogenannten „Workaway“ haben wir in der Vergangenheit schon viel gehört und gelesen. In Split setzten wir an einem regnerischen Nachmittag die Idee dann in die Tat um. Die Homepage war schnell gefunden. Das Angebot aber „erschlug“ uns beinahe. Knapp 27’000 sogenannte „Hosts“, Anbieter also, die auf der Suche nach Hilfe sind, aus 155 Ländern sind registriert. Hoppla. Gut können wir uns auf Europa beschränken, schoss es mir durch den Kopf aber auch da ist das Angebot riesig.

Das ist Workaway
Auf Reisen ist der Aufenthalt bei einer Familie, Gemeinschaft oder einer Firma die ideale Art, ein Land von seiner authentischen Seite kennen zu lernen. Ein „Workaway“ ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Geben und Nehmen. Es geht nicht um einen Hotelaufenthalt, sondern um das Teilen des täglichen Lebens, zu dem man von seinen Gastgebern eingeladen wird. Das beinhaltet die Bereitschaft auf unserer Seite, unsere Hilfe einzubringen. Es ist ein Austausch von einigen Stunden Hilfe pro Tag gegen Unterkunft und Essen. Wer die Angebote online durchschaut, merkt schnell, die Möglichkeiten dabei sind nahezu unbegrenzt. Workaway selbst beschreibt die Ideologie auf der Homepage wie folgt: „Du kannst Workaway nutzen um mit wenig Geld Länder zu bereisen, Sprachen zu lernen (oder lange Geübtes endlich anzuwenden und zu vertiefen) und auch deine Fähigkeiten – und nicht zuletzt deinen Horizont – zu erweitern und neue Menschen kennen zu lernen.“ Workaway ist dabei aber keine Agentur! Das Unternehmen stellt uns die Möglichkeiten zur Verfügung, Gastgeber zu finden. Was wir daraus machen sowie die Verantwortung dafür liegen immer bei uns.
Printscreen vom Programm Workaway - Beschrieb des Angebots
Emma & Bens Anzeige auf Workaway – da wollten wir sofort mehr dazu erfahren.

Es blieb uns also nichts anderes übrig als unsere Route für die kommenden Wochen sicher zu planen. Sicher darum, weil sich bei uns gerne alles immer wieder ändert. Wir setzten uns also hin, breiteten auf dem Boden die grosse Europa-Karte aus und begannen zu planen. Schnell kamen wir zum Schluss, dass Montenegro genau der richtige Ort für unser erstes Workaway ist. Wir tippten das kleine Land im Balkan also in das Suchfeld der Homepage ein. 16 „Hosts“ ploppten auf. Nach einem ersten Augenschein war für uns schnell klar, wir möchten zu Emma und Ben nach Virpazar. Das Paar wirkte auf dem Foto sehr sympathisch und auch die Arbeitsbeschreibung entsprach unseren Vorstellungen. Um die Unternehmer zu kontaktieren, nutzten wir eine „Hintertür“. Wir loggten uns also nicht offiziell auf der Seite ein, sondern suchten nach Emma und Ben über Google um sie direkt zu kontaktieren. Dazu musst du wissen, dass eine Paar-Registration 38 Euro im Jahr kostet. Da wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, ob wir das Portal je wieder nutzen werden, entschieden wir uns für diesen Weg. Soviel vorab: Wir sind nun offiziell angemeldet und brauchen keine Hintertür mehr 😉

Wir sind nicht alleine in der grossen Villa

Der Kontakt zu Emma und Ben war von Anfang an sehr angenehm. Wir vereinbarten ein Ankunftsdatum und tauschten die Handynummern aus. Bis es für uns aber endlich nach Virpazar ging, verging noch mehr als einen ganzen Monat. In eben dieser Zeit reisten wir durch Bosnien-Herzegowina. Zugegeben, am Tag der Anfahrt waren wir ein bisschen nervös. Was uns wohl erwartet im Hinterland Montenegros… Vom kleinen Ort Virpazar aus führte eine schmale Strasse den Berg hinauf. Gut 8 Minuten Fahrt trennten uns noch von Emma und Ben. Die Villa erblickten wir schon von weitem. Ein atemberaubendes Kleinod mitten am Hang.

Himmelrot
Kurz nach der Ankunft in der Villa, durften wir bereits ein echtes Naturschauspiel miterleben.

Karl war dann auch rasch geparkt, die Sachen gepackt. Mit grossen Schritten ging es zur Villa Miela, im Winter die luxuriöse Unterkunft der Volontäre. Eine Wendeltreppe führte hinab in den Wohnraum. Stimmen. Wir sind nicht allein. Herzlich wurden wir von Barbara und Michael aus Deutschland begrüsst, deren Platz wir an diesem Tag einnahmen. Hören wir da Spanisch? Tatsächlich! Fabi und Victor aus Venezuela halfen hier schon seit Dezember! Das wird ein Spass, dachten wir uns und tatsächlich wurden wir mit diesem Paar in wenigen Tagen echte Freunde.

Arbeitsalltag als Workawayer

Shade
Als wir das Projekt verliessen, war die Unterkunft fast fertig und wir stolz wie „Anton“.

Der erste Abend stand dann auch ganz im Zeichen des Rotweins. Die erste Nacht war dementsprechend kurz, der Morgen danach durstig. Ben zeigte sich Nachsichtig und führte uns in aller Ruhe in die Arbeiten ein. Waren es am ersten Tag noch Malerarbeiten, steigerten sich die Ansprüche in den kommenden Tagen. Lui montierte zwei Boiler, Steffi strich die halbe Unterkunft und Möbel im Garten und schlussendlich fanden wir uns zusammen wieder im Garten. Ben baute von Hand eine neue Sommer-Unterkunft für die Volontäre. Eine Herkulesaufgabe, bei der wir gerne mithalfen und echten Gefallen daran fanden zu schrauben, zu sägen, zu messen und zu montieren. Es war sogar ein richtig schönes Gefühl mit anzupacken. Unser Hände schmerzten und Abends fielen wir auch ohne Rotwein todmüde ins Bett. Gekocht haben wir übrigens die ganze Zeit selbst, was uns ja so oder so am liebsten ist. Psssttt, es hatte sogar einen Backofen, so gab es am Sonntagmorgen Steffis-Butterzopf und der begeisterte alle Anwesenden.

Würden wir wieder ein Workaway machen?

Es gab Tage, da hätten wir den Pinsel am liebsten in den Ecken geschmissen, es gab Abende an denen wir uns nicht auf den nächsten Tag freuten. So ist das aber nun einmal wenn man arbeitet. Schlussendlich sind wir aber die vereinbarte Zeit geblieben – zum Glück! Wir haben mit Fabi und Victor während des Workaways Freunde gefunden, wir haben so tief geschlafen wie schon lange nicht mehr, vor allem aber haben wir unheimlich viel gelernt, was das Handwerk angeht. Die Hände waren oft so schmutzig, dass wir sie bis zum neuen Tag gar nicht sauber brachten. Es störte uns nicht. Ob wir ein weiteres Workaway machen werden? Auf jeden Fall. Man lernt das Land und die Leute besser kennen, hilft tatkräftig mit und spart dazu auch noch Geld beim Reisen. Du möchtest auch bald ein Workaway machen? Tipps von uns: Lass dich darauf ein, stell keine hohen Ansprüche und versuche Spass zu haben. Es wir super werden.

Coco hätten wir am liebsten mitgenommen…

Besuch Montenegros bestgehütetes Geheimnis – den Skadar-See (Skutari-See) mit Undiscovered Montenegro

Wenn du Ferien lieber fernab des Massentourismus und in einer atemberaubend schönen Natur verbringst, dann ist der Skadar-See in Montenegro genau das Richtige für dich. In Mitteleuropa ist dieses gewaltige Süsswasser-Reservoir übrigens noch immer nahezu unbekannt. Wir haben die Gegend während unserer Zeit vollends in unser Herz geschlossen, haben Wanderungen unternommen und Abends oft einfach den Blick über den See schweifen lassen. Herrlich! Undiscovered Montenegro, unser Workaway-Gastgeber, ist der Spezialisten vor Ort am Skadar-See – Emma und Ben bieten und organisieren unvergessliche Ferienerlebnisse. Freude und Spass für jeden – Kayaktouren auf dem spiegelnden Wasser, Vogelbeobachtungen auf dem See, Rad- oder Wandertouren auf verwunschenen Wegen zu versteckten Höhlen, Wildwasserschwimmen in natürlichen Wasserbecken oder unter Wasserfällen, Weinproben bei lokalen Winzern oder ein gemütliches Picknick mit einem Lunch am Strand des Skutari-Sees. Alle Infos zum coolen Angebot der Familie Heywood gibt es hier

Hast du auch schon einmal ein Workaway oder Freiwilligenarbeit gemacht in Europa? Wie waren deiner Erfahrungen? Wir freuen uns über deinen Kommentar.

Liebe Grüsse mit viel Muskelkater

Dein comewithus2-Team


 

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2 Kommentare zu “Unsere erste Erfahrung mit Workaway in Europa

  1. Wie cool, wir waren im Herbst 2015 bei Ben und Emma zu Gast in der Villa Miela, allerdings nicht zum Arbeiten, sondern zum Wandern und Wein trinken 😉 Ein wunderschönes Fleckchen Land dort am Skadar-See. Sehr schöner Beitrag und über eine Workaway denke ich jetzt mal nach! Lg, Julia

    1. Liebe Julia
      Was für ein Zufall! Manchmal glaube ich wirklich, die Welt ist ein Dorf 🙂 Die Zwei haben da wirklich ein kleines Paradies in wunderschöner Natur. Liebe Grüsse aus Griechenland dein comewithus2-Team

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