TripAdvisor setzt ein Zeichen gegen Tierquälerei

Kein Ritt auf dem ElefantenTripadvisor sagt Tierquälerei den Kampf an

Wombat beim Grasen - Tripadvisor

Ein Wombat grast in der Tasmanischen Steppe im Narawaptu Nationalpark.

Eine Welt ohne Mensch- und Tierleid werden wir wohl nie erleben. Aber jeder Schritt in diese Richtung ist wichtig. Als weltweit grösste Reise-Plattform hat sich TripAdvisor samt Tochtergesellschaft Viator entschieden, etwas für den weltweiten Tierschutz zu tun. Mit sofortiger Wirkung wird es für einige hundert Attraktionen, bei denen Reisende in direkten Kontakt mit Wildtieren kommen, die in Gefangenschaft leben oder zu den gefährdeten Arten gehören, keine  Buchungsmöglichkeiten mehr geben! Dazu zählt beispielsweise das in Asien beliebte Elefantenreiten, das Streicheln von Tigern oder das Schwimmen mit Delfinen. Comewithus2 meint: Ein Schritt in die richtige Richtung!

Zusätzliches neues Informationsportal 

Über die Einschränkung hinaus arbeitet TripAdvisor nach eigenen Angaben am Aufbau eines Informationsportals, das mit jeder auf TripAdvisor gelisteten Attraktion mit Tieren verlinkt wird. Auf diesem Portal werden Informationen und weiterführende Links zu Tierschutzpraktiken bereitgestellt. Diese sollen Reisenden helfen, im Hinblick auf die Diskussionen zum Tierschutz im Tourismus und dessen Auswirkung auf touristische Attraktionen, aussagekräftigere Bewertungen über ihre Erfahrungen zu verfassen. TripAdvisor ist, wie sie in einer Pressemitteilung schreiben, überzeugt, dass durch bessere Bewertungen Reisende fundiertere Buchungsentscheidungen treffen können und so die Standards für die Tierhaltung im Tourismus weltweit verbessert werden. Die Inhalte dieses TripAdvisor-Informationsportals umfassen zahlreiche Expertenmeinungen aus den Bereichen nachhaltiger Tourismus, Tier- und Artenschutz sowie Standpunkte aus den Meeres- und zoologischen Wissenschaften.

stee_papagei

Wildlebender Papagei ganz nah – für einen Samen kommt der Kleine sogar auf den Arm.

Eine Chance für die „Guten“

„Die veränderte Buchungsrichtlinie und die neuen Informationsmassnahmen sind unser Beitrag zur Verbesserung der Tierschutz-Standards im Tourismus, besonders in Ländern mit eingeschränkten Schutzmassnahmen seitens der Behörden“, sagt Steve Kaufer CEO und Mitbegründer bei TripAdvisor Inc. gegenüber den Medien. „Zugleich möchten wir auf jene Destinationen und Attraktionen aufmerksam machen, die bei der Tierhaltung wegweisend sind und diejenigen in der Reisebranche hervorheben, die sich für den Tier- und Naturschutz sowie die Bewahrung von bedrohten Arten einsetzen.“ Kaufer ist sich der Macht seines Portals durchaus bewusst, wie er unterstreicht: „Die tragende Rolle von TripAdvisor in der Tourismusbranche bedeutet, dass wir dazu beitragen können, Millionen von Reisenden über die unterschiedlichen Meinungen rund um den Tierschutz aufzuklären.“ Der CEO hofft aber auch, dass sich die Reisenden selbst mehr Gedanken machen: „Wir sind überzeugt, dass unsere Bemühungen letztlich dazu führen werden, dass sich Reisende mehr Gedanken machen, wenn es um die Wahl einer Tierattraktion oder um das Verfassen von aussagekräftigen Erfahrungsberichten geht.“.

Printscreen aus Buchungsmaske TripAdvisor

Informations- und Buchungsportal für Aktivitäten – TripAdvisor

Kleine Hintertür ist noch offen

Allerdings hat sich TripAdvisor eine kleine Hintertür offengelassen. Eine Ausnahmeregel ermöglicht weiterhin die Buchung von Streichelzoos, Fühl-Aquarien und Fütterungsprogrammen, sofern ein pädagogischer Ansatz gegeben ist und die Interaktion unter Aufsicht von Personal stattfindet, sowie Freiwilligentourismus zur Erhaltung gefährdeter Arten in Zoos, Aquarien oder Schutzgebieten.

Ein Dank von Tierschutzorganisatoren und von uns Reisenden

Trotz der kleinen Hintertür gibt es viel Lob von Tierschutzorganisationen, die TripAdvisor teilweise auf dem Weg zu dieser Entscheidung beratend zur Seite standen. „Durch die Weigerung, Tickets für jene Betriebe zu verkaufen, die Tiere als Unterhaltung oder Spielsache behandeln, schafft TripAdvisor einen Präzedenzfall über den Gebrauch und Missbrauch von Tieren für die Unterhaltung“, sagt PETA-Vizepräsidentin Tracy Reiman. Dieser Aussage können wir uns von comewithus2 nur anschliessen und begrüssen den mutigen Schritt von TripAdvisor. Für einmal geht das Wohl der Tiere hier vor – endlich muss man sagen. Wir selbst nutzen die Reise-Platform seit Jahren. Ehrlich gesagt ist sie schon fast unverzichtbar geworden. Als grosse Tierfreunde und Tierschützer war es uns aber schon lange suspekt, dass man solche tierverachtenden Attraktionen buchen konnte. Dass diese Tür nun endlich zu ist, hat ein grosses DANKE verdient.

Unser Grundsatz: See as much wildlife as you can seevonyourself! 

Seit unserer Weltreise 2012 versprechen wir bei unseren Bilder folgendes: Alle Bilder von Wildtieren wurden in der freien Wildbahn aufgenommen, wir meiden alle Zoos und Tierparks. Unser Grundsatz lautet: See as much wildlife as you can seevonyourself! Oder zu Deutsch: Sieh soviele Wildtiere wie du selber in der Wildnis sehen kannst. Es sind zudem die viel eindrücklicheren und schöneren Erlebnisse ein Tier durch eigenes Glück zu sehen als durch den Maschendrahtzaun. Eingesperrte Tiere sind out. Die einzige Ausnahme bilden Auffangstationen mit dem Ziel, verletzte Wildtiere zu behandeln und wieder auszuwildern bzw. wenn nicht möglich zu Aufklärungszwecken den Besuchern zugänglich zu machen. Da wird unser Geld sinnvoll eingesetzt!

Collage mit Bär, Känguru, Leguan, Giftpfeilfrosch, Gottesanbeterin, Waschbär, Affe, Krokodil, Groundsquirrel

Diese Tiere und noch viele mehr haben wir selbst in freier Wildbahn beobachten können.

Grausame Erfahrung auf Ko Samui

Während unserer Weltreise haben wir auch einen Stopp auf Ko Samui in Asien gemacht. Tierleid findet sich leider an sehr vielen Orten auf unserer Welt, unser Erlebnis auf Ko Samui ist uns aber schon sehr nahe gegangen und zeigt gleichzeitig schön, was Touristen bewirken können.

An einem Tag machten wir eine Jeep-Tour auf der Insel. Erster Stopp: Wasserfall! Wir zwei wanderten zu Fuss das Flussbett hoch. Oben angelangt sahen wir auf einmal Elefanten den Weg hoch kommen, auf ihren Rücken Touristen. Die Betreuer liefen neben den Elefanten, kein gezerre, kein geschrei – es erstaunte uns, aber es sah harmonisch aus. Trotzdem liefen wir zu Fuss zurück. Zweiter Stopp: Kokosnuss-Plantage. Hier sollten wir sehen, wie Affen bei der Ernte der Früchte helfen. Die Tiere an Seilen und teilweise Ketten gefesselt wurden die Palmen hoch geschickt. Ein weiterer Affe war an einem Seil zwischen zwei Palmen angebunden und war für Fotos mit den Touristen da. Die Mensch-Affe Zusammenarbeit wirkte überhaupt nicht harmonisch, der Ausdruck der Tiere spiegelte Angst und nicht Gemeinschaft. Wir verliessen die Gruppe und schlenderten rum. Da sahen wir die Käfige der Affen. Kalte karge Beton- und Gitterklötze, jedes Tier in einem Käfig. Die Affen zerzaust und agressiv. Kein Sozialkontakt unter den intelligenten und sozialen Tieren war möglich. Uns reichte es, wir sprachen einen Verantworlichen der Farm an und sagten ihm klar und deutlich, was wir von diesem Ort hielten. Er erklärte sich von wegen es seien alles männliche Tiere und die würden sich nicht vertragen.

Wir warteten am Auto, da kam einer der Fahrer unserer Jeeps zu uns – ein Auslandsschweizer. Schnell kamen wir ins Gespräch und er fing an zu erzählen. Vor noch nicht langer Zeit war ein Zoo auf der Insel. Elefanten, Tiger und andere Tiere wurden in winzigen Käfigen gehalten. Es muss katastrophal gewesen sein. Immer mehr Touristen beschwerten sich über den Zoo bei ihren Reiseveranstaltern und die brachten schlussendlich keine Gäste mehr hin – ihr Name stand ja mit auf dem Spiel. So kam es, dass der Zoo schliessen musste. Wo die Tiere hinkamen, wusste er nicht. Sicher aber ist, durch die Beschwerden jedes einzelnen im Kollektiv kam eine Macht zusammen, um kein weiteres Leid in diesem Zoo zuzulassen  – Chapeux!

Endlich ging die Gruppe zurück. Auf dem Weg kamen wir an einem angeketteten jungem Elefanten vorbei, der apathisch nach rechts und links schaukelte. Ganz alleine stand er da, daneben ein Bananenstand, wo die Touristen Früchte zum Verfüttern kaufen konnten. Uns wurde ab dem Missbrauch dieses Tieres zu Geldzwecken schonwieder schlecht und wir kamen mit dem Schweizer-Fahrer über die Elefanten ins Gespräch: „Das Elefantenreiten vorhin sag eigentlich recht harmonisch aus…“ Er unterbrach uns schon und meinte, ja, es wäre keine grobe Gewalteinwirkung mehr nötig. Die Elefanten seien längst so stark misshandelt worden und ihr Wille so gebrochen, dass sie keinen falschen Schritt mehr wagen würden. Er lebe genug lange auf der Insel um zu wissen, wie sie die Tiere folterten, damit diese so eine Panik bekommen, dass sie willenlos funktionieren.

Und diesen Worten liebe Reisende, sind es, die uns klar zeigten, selbst wenn eine Attraktion mit Wildtieren harmonisch aussieht, steckt Gewalt und Grausamkeit dahinter. Vielleicht nur hinter verschlossenen Türen abseits der Touristen-Blicke, aber ein Wildtier ist und bleibt ein Wildtier und würde niemals freiwillig solche Dinge tun.

Lasst die Finger davon! Nur so könnt ihr den Tieren wirklich helfen!

Engagement: Mitglied bei Organisationen oder Freiwilligenarbeit

Du willst selber aktiv werden? Dann frag doch bei deinen lokalen Partnern der verschiedenen Tierschutzorganisationen an. Z.B. beim WWF oder bei PETA, auch Greenpeace sucht immer engagierte Leute, die sich für das Wohl der Natur einsetzen. Anfragen, Zeit spenden und mithelfen!

Eine andere Möglichkeit ist, dich direkt in einem Projekt zu engagieren. Steffi hilft zum Beispiel als Volunteer beim CYD Santa Maria – einer Auffangstation für ausgesetzte und misshandelte Pferde in Andalusien. Hier findest du den Blogbeitrag dazu. Zudem half sie noch in der Schweiz beim WWF Schweiz als Begleitperson bei Exkursionen mit.

Bist du selber aktiv im Umweltschutz? Möchtest du es werden oder uns deine Meinung zum Entscheid von TripAdvisor mitteilen? Dann hinterlass doch einen Kommentar.

Bleib sauber und hilf deiner Umwelt, sich zu verbessern.

Herzliche Grüsse

Dein comewithus2-Team


Von | 2018-01-25T12:22:03+00:00 18, 10, 2016|Interviews|5 Kommentare

5 Kommentare

  1. Nicole 23. Oktober 2016 um 16:11 Uhr - Antworten

    Huhu..

    Das finde ich gut. Tiere sind eben das wichtigste auf der Welt und ohne die, würden wir nicht leben. Nur leider wird es von den meisten vergessen. Das man auf Elefanten reitet finde ich immer so eine Sache. Mag ja sein, dass es in manchen Ländern so ist, aber man wegen sowas irgendwo hinfliegt, finde ich furchbar. An einer Fütterung würde mein Kind auch mal dabei sein. Ich bin da ja etwas skeptisch und habe so noch nicht das passende gefunden. Wenn dann will ich, dass er auch etwas lernt über das Tier und Respekt hat.

    Schöner Bericht.

    Alles liebe

    • comewithus2.com 23. Oktober 2016 um 23:11 Uhr - Antworten

      Liebe Nicole
      Danke für deine Worte.
      Es ist wirklich an uns, nur faire und tiergerechte Angebote zu unterstützen. Schön, dass du deinem Kind schon von Klein auf zeigst, was der richtige Umgang mit Tieren ist und nicht nur der Moment des Spasses zählt.
      Herzliche Grüsse
      Dein comewithus2-Team

  2. Ruth 24. Oktober 2016 um 12:01 Uhr - Antworten

    Das ist wirklich toll!
    Ich hoffe andere Reiseportale werden nachziehen!
    Liebe Grüße
    Ruth

    • comewithus2.com 26. Oktober 2016 um 22:35 Uhr - Antworten

      Liebe Ruth
      Ja, wenn der Entscheid von TripAdvisor noch weitere Portale zur Nachahmung animiert, wäre das absolut perfekt! Dann müssen nur noch die Touristen selber ihren Beitrag leisten.
      Liebe Grüsse
      dein Comewithus2-Team

  3. Silvia Rabensteiner 29. Oktober 2016 um 8:35 Uhr - Antworten

    Richtig so Tripadvisor!! Und hoffentlich folgen bald noch mehr. Vielleicht führt das endlich zum Umdenken in unserer Gesellschaft.

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