Verstehe kein Wort: Roadtrip Portugal

Die Algarve mit ihren bezaubernden Steilküsten.

Obwohl ich mittlerweile gut Spanisch spreche, verstehe ich nach der Grenze kein Wort mehr. Lesen klappt ganz gut doch die Aussprache erinnert mich mehr an Osteuropa als an eine südländische Sprache. Ich mein das nicht böse, bin nur einfach überrascht, nichts mehr zu verstehen. Immerhin kommen die Portugiesen mit meinem Spanisch klar, an Konversation ist aber nicht zu denken.

Gleich nach dem Grenzübertritt werden wir zudem mit dem portugiesischen Mautsystem bekannt gemacht. Im Süden des Landes wird die Kreditkarte mit der Autonummer gekoppelt und die Gebühren danach automatisch abgezogen. Freuten wir uns zu Beginn noch über das einfache Verfahren, verflog diese aber rasant nach der Durchfahrt der dritten elektronischen Zahlstation innert weniger Kilometer. Es sind zwar meist nur kleine Beträge doch mit der Zeit summiert sich das unkontrolliert zu einer ordentlichen Stange Geld zusammen. Deshalb wenn immer möglich, Finger weg von den Autobahnen Portugals.

Faro, Olhão, Lagos – Algarve

Die Städte unterscheiden sich deutlich von den spanischen Orten. Doch auch hier hat jeder Ort seine eigene Markthalle, die wir immer wieder gerne besuchen, um die regionalen Speisen zu entdecken. Oder wie sonst hätten wir die eimerweise zum Verkauf angebotenen Schnecken gesehen? In Faro, wo wir im IBIS Hotel übernachtet haben, fand gerade das Essensfest statt. Über mehrere Wochen werden auf dem Festgelände Speisen zu verschiedenen Themen zubereitet. Als wir da waren, stand alles im Zeichen der Meeresfrüchte.

In Lagos haben wir uns auf einem Campingplatz einen Bungalow für gleich drei Nächte gebucht, um einmal etwas an einem Ort verweilen zu können. Und die Ortswahl war genau richtig. Lagos ist ein schönes Städtchen und die Strände sind unglaublich schön. Der Abstieg der Klippen lohnt sich! Unten wartet glasklares Wasser, schöne Strände und teilweise auch Ausflugsboote, die einem durch die Küstenhöhlen fahren. Da die Strände etwas klein sind, herrscht im Hochsommer entsprechend viel Betrieb und frühes kommen lohnt sich. Allerdings besteht da ein doch grösseres Minus… Alles scheint perfekt aber das Wasser ist eiskalt! Der Atlantik ist hier in ständigem Austausch mit dem Mittelmeer und den afrikanischen Strömen, das Wasser ist immer in Bewegung und deshalb anders als das Mittelmeer nicht aufgeheizt. Wer surfen oder tauchen will, investiert besser in einen Neoprenanzug.

Cabo de Sao Vincente – der südwestlichste Punkt Europas.

Nach dem Besuch des südlichsten Punktes Europas in Tarifa wollen wir auch an den westlichsten Punkt, der unweit von Lagos entfernt an der portugiesischen Küste liegt und sich Cabo de Sao Vicente nennt. Hier erwartet einem ein Leuchtturm, steile Klippen und der letzte Bratwurststand vor Amerika. Für die Strecke nach Lissabon haben wir uns während unserem Roadtrip in Portugal für die Küstenstrasse entschieden und da auch ab und an wirklich schöne kleine Strände mit Cafes entdeckt.

Süsse Küstenorte wie z.B. hier bei Aveiro.

Lisboa – Hauptstadt Portugals

Es wird zwar bestimmt sehr heiss werden und wahrscheinlich sind wir die Einzigen, die im Hochsommer eine Stadt besichtigen. Aber wir haben schon so viel positives über Lissabon gehört, wir wollen es uns unbedingt mit eigenen Augen ansehen. Über Airbnb haben wir uns eine Wohnung für zwei Nächte nahe dem Citycenter gemietet und haben einen Glücksgriff gemacht. Schnell noch eine ÖV-Tageskarte für 6 Euro gelöst und schon schwärmen wir in die Stadt aus. Das U-Bahn-Netz ist mit gerade einmal vier Linien sehr überschaubar, etwas komplizierter ist das Bus- und Strassenbahn-Netz.

Die älteste Strassenbahn von Lissabon ist schon eine kleine Sensation.

Wir finden den Stadtbezirk Bairro Alto und haben nicht zuviel erwartet. Wer Hunger hat und auf regionale Spezialitäten zurückgreifen möchte, findet hier alles, was sein Herz begehrt. Es lohnt auch die engen Gässchen und steilen Treppen zu erkunden, immer wieder tauchen versteckte kleine Restaurants und Bars auf.

Lissabon ist bunt.

Am zweiten Tag wollen wir einige Sehenswürdigkeiten sehen und machen uns auf den Weg zum Schloss, geben aber schon an der Bushaltestelle dahin auf, denn bereits da steht eine lange Schlange. Gut, dann gehen wir zum Elevador de Santa Justa, einem metallenen Aufzug mit Ausblick über die ganze Stadt. Auch da Menschen über Menschen.

Fazit: Die Stadt lohnt sich! Die Architektur, die Stadtviertel und die vielen Sehenswürdigkeiten machen den Besuch zu einem besonderen Erlebnis aber bitte plan deinen Roadtrip in Portugal mit der passenden Jahreszeit, damit du die Stadt nicht so komplett überlaufen antriffst wie wir.

Cascais und Peniche – Westküste Portugal

Nach Lissabon ist Cascais direkt eine Kleinstadt. Sie ist bunt, sauber und gepflegt, sogar ein kleiner Strand ist Teil des Ganzen. Wir verweilen etwas, essen ein leckeres Eis und machen uns danach auf nach Peniche. Dort haben wir wiederum über Airbnb ein Apartment reserviert. Zu unserer Überraschung ist rund um die Wohnung ein Jahrmarkt mit Karussellen und Fressständen. Einen Anlass zur Feier finden die Portugiesen wie auch die Spanier immer, auch wenn er noch so kurios ist. Uns freut’s, auch wenn wir uns Gedanken machen, wie lange wir wohl in der Nacht mit “Chilbi”-Musik berieselt werden.

Gassen in Peniche

Der Ort ist überschaubar und eher schlicht, der Strand ist langgezogen und mit kleinen Bars und Restaurants versehen, die Wellen eher klein – geeignet für Wellensurfanfänger, von denen auch eine Handvoll gerade übt. Keine Rosine aber durchaus akzeptabel für einen Ruhetag am Meer. Als Mitternachtsimbiss gibts Churros und das Fest dauert dann auch nicht zu lange, so dass wir uns gut ausruhen konnten.

Durch Porto fahren wir nur noch durch, wir wollen an die Costa Verde und somit zurück nach Spanien.

Fazit zu den Ländern und der Reise

Der Roadtrip durch Spanien, Portugal und Frankreich machte schlussendlich rund 4’000 km aus. Generell ist der Zeitraum Juli/August sicherlich aufgrund der vielen Menschen und des Hochpreiszeitraumes definitiv nicht unser Favorit, für einmal war es aber nicht anders machbar.

Die Küste an der Algarve ist beeindruckend schön.

Die Algarve – speziell Umgebung Lagos – hat uns sehr gut gefallen. Die Küsten sind atemberaubend schön, es ist sehr warm nur das Wasser ist wirklich kalt.

Lissabon ist ebenfalls sehr schön, nur während unserem Besuch komplett überlaufen.

Die Sprache hat uns sehr viel Mühe bereitet, glücklicherweise verstehen uns die Portugiesen auf Spanisch recht gut.

Im Allgemeinen empfanden wir Portugal als etwas unordentlicher oder vielleicht mehr heruntergekommen als Spanien und auch teurer.

Portugal steht auf unserer Zukunfts-Reiseliste nicht mehr zuoberst drauf, einerseits weil wir sehr viel gesehen haben, andererseits weil es uns an anderen Orten einfach besser gefallen hat.

 

Dein comewithus2-Team


Roadtrip Spanien           Roadtrip Frankreich

Stier-Statue vor Kampfarena (nicht mejr aktiv) in Ronda, Spanien

steinhäuser in Ort in der Bretagnie, Frankreich

 

 

 

 

 

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