Reisetagebuch 09/18: Zurück auf der Strasse

Wir wussten gar nicht, dass Deutschland in der Arktis liegt!? Abfahrt im Frühling geht es ins tief winterliche Thüringen. Wie uns Wintercamping steht und was wir sonst noch in Deutschland gemacht haben, erfährst du in diesem Reisetagebuch-Eintrag.


63 Wochen sind vorbei!
Lies hier, was wir alles erlebt haben.

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#09/18: Zurück in der Arktis… äh auf der Strasse! 
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Ja, wir sind wieder unterwegs und haben uns tapfer durch die eisigen Temperaturen gekämpft. Der Kampf davor war leider schnell verloren. Wir mussten unseren Kater vor rund zwei Wochen einschläfern lassen, weil der Tumor bereits solche Ausmasse angenommen hatte, dass Jamie nicht mehr fressen konnte. Es war ein sehr emotionaler und trauriger Moment. Er wird noch sehr lange fehlen und seinen Platz in unserem Herzen bis an unser Ende haben.
Während der Zeit in der Schweiz habe ich dann auch fleissig an Karl geschraubt. Nicht etwa am Motor, sondern am Innenausbau. Und ihr wisst ja vom Solarvideo, wenn es an die grossen Umbauten geht, bekomme ich super Unterstützung von Lui’s Dad – so war es auch dieses Mal.
Bei den kalten und feuchten Bedingungen Draussen wurde es für uns immer wichtiger, schnell und einfach das Bett in eine Sitzgelegenheit umbauen zu können. Mit der Variante das Bett an die Decke drehen, sorgten wir zwar für Aufsehen, aber der tägliche Gebrauch war uns viel zu umständlich. Hier verklemmte Seilchen, da alles wegräumen, was so ums Bett herumsteht. Kurz: Wir liessen das Bett nur im Notfall hoch und sassen zum Arbeiten und gelegentlich auch zum Essen auf dem Bett.
Innert eines Tages war die Hauptarbeit getan und nach der ersten Test-Woche sind wir super glücklich mit der aktuellen Version Karl 2.0.

Die Schweiz verlassen haben wir bei Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen. Obwohl die Prognose für Gotha tiefe Minustemperaturen ansagte, wollten wir es lange nicht so recht glauben. Die ersten Flocken tanzten dann auch erst knapp 30 Kilometer vor dem Ziel vom Himmel, der Anstieg zum Schluss war dann aber schon gut weiss.

Wir waren auf dem Boxberg angekommen und wurden von den ersten Westfalia Freunden herzlich begrüsst. Am Tag darauf folgte eine Werksbesichtigung des neuen Westfalia-Werkes in Gotha und am Abend sorgten wir mit unserem Vortrag über den Balkan und Osteuropa für Fernweh. Ein gelungenes Wochenende mit teils bekannten Gesichtern – z.B. Thorsten Heuel alias Dr. Camp – und neuen Reisefreunden, wobei der ein oder andere uns doch schon gut kannte. Das i-Tüpfelchen waren dann zwei Fans, die nur für unseren Vortrag angereist kamen. Manchmal fühlt es sich in unserer Haut schon sehr speziell an.

Bilder mit freundlicher Erlaubnis von Thorsten Heuel alias Dr. Camp

Nach zwei Nächten mit Temperaturen weit unter Null Grad und viel Schnee war es Zeit, weiterzuziehen. Als Karl schwarze Wolken spuckend dann auch noch ansprang, war unser gelungenes Wochenende perfekt. Du musst wissen, unser Camper verabscheut tiefe Temperaturen in etwa gleich dolle wie wir. Trotz der teils heftigen Schneeverwehungen kämpften wir uns durch den Thüringer-Winter bis nach Leipzig.

Für uns lagen die Temperaturen noch immer mindestens 20 Grad zu tief und das obwohl, wir mit 15 Grad schon gut leben können! So verwundert es auch nicht weiter, dass wir Leipzig selbst keinen Besuch abstatteten, sondern uns direkt mit Katja von «Peace, Love & om» zwischen Pferderennbahn und Fluss getroffen haben. Katja hat eine spannende Serie mit Camper-Interviews ins Leben gerufen, in denen es nicht nur um die Reisenden, sondern auch um deren Mobile geht. Die allererste Roomtour durch den frisch umgebauten Karl wird es also nicht auf unserem YouTube-Kanal geben, diese Ehre hat Katja. Sobald es soweit ist, sagen wir natürlich Bescheid. Jetzt aber erstmal unser Startvideo, welches wir am darauffolgenden Tag in Erfurt gedreht haben:

 

Wir sind wieder on the road
Erster Vlog mit Update

Auf dem schönen Stadt-Stellplatz in Erfurt kam dann die Sonne soweit raus, dass auch wir die Nasen aus dem Bus streckten und die Temperatur als «machbar» einstuften. Der Wind war zwar fies, aber die Stadt wurde in so hohen Tönen vorab von Freunden gelobt, dass wir ins Tram einstiegen und nicht enttäuscht wurden.

Danke Thorsten übrigens, dass du uns auch den Tipp mit den Krämerbrückentrüffeln weitergegeben hast, die sind herrlich schmackhaft auf der Zunge zergangen. Die Thüringer Rostbratwurst davor war übrigens auch saulecker! Die zwei Bilder jetzt so nebeneinander wirken aber irgendwie nicht wie die optimale Komposition…

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Ich glaube an diesem Tag war es auch, als uns die Nachricht erreichte, dass die Drachenschlucht übrigens auch im Winter sehenswert sei. Seit der Slowakei wollen wir uns diese Schlucht ansehen, wussten bereits alles über die Verlängerungsroute durch die Landgrafenschlucht und dann kam uns dieser fiese Wintereinbruch in die Quere. Wir hatten die Wanderung eigentlich schon gestrichen, aber der Kommentar änderte meine Einstellung komplett und da hatte Lui keine Chance mehr. Auf ging es zu einem Winterspaziergang in die Drachenschlucht und zu den wohl längsten Eiszapfen der Welt.

Hier haben wir übrigens auch ein Video gedreht, sobald wir ein genug gutes Wlan-Netz gefunden haben, oder einen kurzen Abstecher nach Frankreich einlegen konnten, werdet ihr das auch zu Gesicht bekommen. Die meiner Meinung nach besten Bilder des sehr seltenen Eishorns gibt es aber nur hier total exklusiv für die Newsletter-Mitreisenden anzuschauen:

Danach brauchten wir erstmal ein heisses Bad oder da Karl sowas nicht zu bieten hat, reichte für’s erste auch ein Hallenbad. Nach einer Winterwanderung und Hallenbadbesuch kamen wir dann auch nicht mehr so weit und übernachteten in Wetzlau. Wenn wir schonmal da waren und das Wetter am nächsten Morgen auch so toll war, gingen wir einfach spontan ins Ortszentrum und wurden ab dem schönen Kern total überrascht.

Nach einem ausgiebigen Spaziergang inklusive Mittagessen und Optikparcour fuhren wir zurück auf die Autobahn, immer weiter Richtung Köln bzw. eigentlich Brühl. Gleich zwei Stellplätze gelegen vor Hallenbädern steuerten wir vor Köln an, bei einem war der Stellplatz schon belegt, beim anderen waren die Woche davor Vandalen am Werk und öffneten den Münzbehälter des Stromzählers gewaltsam. Ohne Strom bei knapp über Null Grad macht die Übernachtung dann ohne Gasheizung nicht gerade viel Spass und uns blieb nichts anderes übrig, als mitten nach Köln hinein zu fahren und auf dem Stadtstellplatz zig 50 Cent Münzen einzuwerfen… ärgerlich aber notwendig. Am nächsten Morgen machten wir mit Karl eine kurze Kölner-Tour um den Dom und fuhren nach Brühl. Dort wurden wir von den Jungs von Kompanja erwartet. Wir durften das frisch umgezogene Werk der Camperbauer besichtigen, die Vans auch von Innen begutachten und danach auch noch ein Interview mit den Gründern führen. Das alles wird demnächst bei uns auf YouTube sowie unserem Blog zu sehen sein, hier vorab erstmal ein paar Bilder..

Zum Schluss noch ein kurzer Besuch bei Tanja von Takly on tour und ihrer zuckersüssen Tochter, bevor es ins 29. Land ging: Belgien!

Eingefahren sind wir abends bei einer dicken Wolkendecke mit leichtem Regen – halt so, wie wir uns das Wetter in Belgien irgendwie schon immer vorgestellt hatten. Eine Tüte Pommes müssen wir uns demnächst organisieren, geht ja mal gar nicht hier schon tagelang in Belgien zu sein ohne frittierte Kartoffelstäbchen gegessen zu haben. Immerhin haben wir eine Notlösung was Internet angeht und können dir deshalb diese Zeilen zukommen lassen. Momentan sind wir im Naturpark Hohes Venn und da lese ich gerade in einem Führer dazu, dass hier rund 170 Niederschlagstage pro Jahr gezählt werden und eine Jahres(!!)durchschnittstemperatur von 6.1 Grad herrscht. An 115 Tagen im Jahr herrscht Frost. Ähm ja, danke dafür! Sagt das bloss nicht Lui, wenn der das hört, fährt der womöglich los, bevor ich ihn auf irgendeinen dieser vielen Stege, die über die Moorlandschaft führen, gezogen haben. Ihm ist ja in der Drachenschlucht schon der gar nicht existierende Bart eingefroren… Ob das gut ausgeht, werdet ihr nächste Woche hier erfahren. Oder ihr schaut mal auf Instagram vorbei, in den Storys seid ihr häufig noch aktueller informiert, als ihr es hier schon seid.

Winterliche Grüsse aus Belgien

Lui & Steffi

 

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Von | 2018-03-31T13:31:37+00:00 31, 3, 2018|Reisetagebuch|0 Kommentare

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