Reisetagebuch 11/18: Grosse Planänderung – Land Nr. 30 ist…

Wenn wir zwei reisen, dann ist noch nicht einmal sicher, ob wir etwas machen, wenn wir aus dem Auto steigen. Und so kommt es nicht sehr überraschend, dass wir unsere Pläne für dieses Jahr bereits im Frühling komplett über Bord werfen oder besser gesagt an Bord…


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#11/18: Grosse Planänderung! Land Nr. 30 ist… 
Steig ein und reise mit uns durch alle 47 Länder Europas!

Eigentlich war Holland so sicher unser Land Nr. 30 wie das Amen in der Kirche. Naja, wir waren schon lange nicht mehr in der Kirche, bis das Amen kam und so haben wir wohl auch vergessen, wie sicher es ist, das es kommt. Entsprechend sitzen wir gerade im Land Nr. 30, sind aber weit weg von Holland. Wo genau wir sind, erzählen wir dir später. Erst springen wir zurück zum letzten Wochenende und erzählen dir, was für aussergewöhnliche Traditionen wir in den vergangenen 7 Tagen erleben durften.

Den Samstag nutzen wir zum Arbeiten, abends gingen wir dann im Restaurant des Stellplatzes Essen – ein urchig traditioneller Schuppen in Form eines Piratenschiffes von Innen. Klar gab es Fritten und ein belgisches Bier – dieses Mal waren kleine Trolle wohl beim Brauen aktiv.

Am Sonntag – ja richtig, Ostersonntag – fuhren wir nach Ypern und sahen unterwegs schon Menschen zu den Supermärkten herauskommen. Haben die Geschäfte hier denn alle geöffnet? In Ypern müssen wir uns dick einpacken, ein eisiger Wind zieht durch die Gassen – wird es zu kalt, kein Problem, dann schlendern wir einfach ins nächste Geschäft, das natürlich geöffnet hat. Die Stadt ist sehr hübsch und nun im flämischen Teil Belgiens ist das Lauschen der Sprache gleich doppelt interessant. Ein Beispiel? Passwort = Wachtwort

Geschlafen haben wir in Meeresnähe, wobei uns der viele Trubel direkt an der Küste schnell zu viel wurde und wir ein Örtchen im Hinterland ausgesucht haben. Dort kehrten wir noch ein und da passierte es, unterwegs sah Lui das Schild Richtung Dünkirchen und im Café überlegten wir nun, was das für uns bedeutet. Die Entscheidung war gefallen, die nötigen Schritte online schnell erledigt aber erst noch stand das Highlight in Belgien an. Diesen Ostermontag werde ich so schnell nicht mehr vergessen, so viele Brabanten auf einem Fleck sind schon eine gewaltige Erscheinung. Von was genau ich rede? Na von Pferden! Belgische Kaltblüter mit deren Kraft Netze über den Meeresboden gezogen werden und so die Shrimps gefischt werden.

Was für ein tolles Erlebnis! Und im Anschluss wurden die gefischten Tierchen gleich gekocht und probiert. So frisch eine angenehm salzige Angelegenheit, die bei uns zum Schluss noch in einem Omelett landete.

Eine halbe Nacht stand uns nun bevor, in aller Frühe noch bei Dunkelheit fuhren wir am Dienstag los. Nur gerade 20 Minuten dann lag der grosse Hafen vor uns, dann standen die Zöllner bereit und dann öffnete sich die grosse Schiffsluke und wir fuhren mit Karl hinein in den Stahlkoloss. Zwei Stunden später ist das allerwichtigste dann: Links halten und wenn da 50 steht, 80 fahren! Good morning from England – unser Land Nr. 30!

Ja, wir sind nach England und haben die Inseln vorgezogen. Wir waren ja quasi da und dann erst nochmals in die Schweiz um genau an diesen Punkt zurück zu fahren, machte in unseren Köpfen wenig Sinn. Klar, jetzt haben wir weniger Zeit, aber unser Projekt heisst ja nicht „in 47 Jahren durch Europa“ sondern alle 47 Länder zu sehen, einen Einblick zu bekommen um danach mit den selbst gemachten Eindrücken zu entscheiden, wo wir für längere Zeit hinwollen. Also erstmal schauen und das können wir auch jetzt machen. Vielleicht fragst du dich jetzt, welche Pläne wir denn nun für den Sommer haben… Pläne haben wir viele, verraten werden wir davon aber keine. Es kommt ja sowieso wieder anders 🙂

Erstmal zählt jetzt England. So richtig gestartet sind wir im Cheddar Gorge bei einem Regen-Sonnenschein-Spaziergang.

Via Clevedon und seinem schönen Pier sind wir zum Wasserschloss von Caerphilly gefahren und sind dabei schön brav auf der linken Strassenseite geblieben. Regen und Sonne sind in einem ständigen Wechsel – England halt, naja oder aber April, April, der macht was er will.

Zum Sonnenuntergang, der allerdings hinter so dichten Wolken stattfand, dass wir davon nichts hatten, sind wir zur Three Cliff Bay gefahren und durften die einmalige Schönheit der Südküste von Wales bestaunen. Ein Vlog inklusive Bienchenflug folgt, versprochen.

 

In Belgien gibt es mehr als nur Fritten
Komm mit zum Wandern im Hohen Venn. Ein toller Weg durch die Moorlandschaft.
 

Belgien hat schlechtere Strassen als Bulgarien!
Und trotzdem ist es wunderschön! In diesem Video nehmen wir dich mit in die Abtei Orval und zur Höhenburg.
 

Wir fliegen über Dinant und sehen Schiffe im Aufzug!
Ein weiterer toller Ort: Dinant! Hier kommt das Saxophon her und etwas weiter entfernt werden Schiffe über 100 Meter angehoben in einem der grössten Schiffshebewerke der Welt.

Mittlerweile ist übrigens auch das Interview mit den Gründern von Kompanja online, letzte Woche war ja erst die Roomtour öffentlich. Hier also auch noch die Antworten von Christoph und Uli auf unsere Fragen:

 

Die Kompanja-Gründer im Interview
Der Kompanja vereint auf sehr clevere Weise sämtliche Bedürfnisse an ein Alltagsauto sowie einen Campervan. Wie die Erfinder darauf kamen und noch weitere spannende Details zum Jungunternehmen hier im Interview-Vlog.

Die Brabanten – sag bloss, du hast schon wieder keine Ahnung, das ich von Pferden spreche! – stolzieren auf ihren gigantischen Hufen dann nächste Woche durch den Newsletter. Besorg dir also schon einmal eine stabile Unterlage, wenn die Kerle aufkreuzen, kommen mehrere Tonnen Muskelkraft auf dich zu.

Einen ersten kurzen Vlog gibt es übrigens bereits dazu… Auf dem Schweizer Online-Newsportal 20 Minuten haben wir bereits ein Kurzvideo darüber gezeigt. Eine gute Gelegenheit, dich fit für unseren Dialekt zu machen – Hinweis Nr. zwei zu unserem Geheimprojekt im Mai: Es wird eine Spezial-Serie auf Schweizerdeutsch geben (mit deutschen Untertiteln – keine Sorge).

Zu unserem Video auf 20min.ch

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Nach der Three Cliff Bay, die leider nur einen recht teuren Campingplatz als Übernachtungsort hatte, sind wir bis zur Landspitze der Gower Peninsula gefahren und haben beim letzten Pub übernachtet. Dort gab es noch lecker Fish & Chips mit Bier und Cider bevor wir vom Wind in den Schlaf geschaukelt wurden. Das hört sich idyllisch an, doch du solltest wissen, bevor wir die Handbremse angezogen haben, schoben uns die kräftigen Böhen trotz eingelegtem Gang vorwärts!

Der Morgen dann gewaltig! Sonnenschein und blauer Himmel. Wind? Keine Ahnung was das ist. Also hüpften wir schnell in unsere Kleider und waren auch schon unterwegs zu Fuss zum Worms Head (Wurm-Kopf) – eine schmale Inselgruppe, die sich länglich ins Meer hinaus windet und am äussersten Punkt wie ein Wurmkopf aus den Fluten steigt. Unterwegs perfekt gekürzter Englischer Rasen, wobei die Arbeit von den immer hungrigen Schafen und freilebenden Kaninchen übernommen wird. Eine traumhafte Kulisse und natürlich konnten wir Bienchen nicht am Boden halten. Du ahnst es schon und natürlich hast du recht, der Vlog dazu folgt schon bald.

Ein Nationalpark darf bei uns nie fehlen, also fuhren wir ins Landesinnere von Wales zum Brecon Beacon National Park und machten eine Wanderung durch die patsche nassen Wiesen. Der Job von Bienchen war es, hinter uns her durch die Büsche zu fliegen, wir starteten die Drohne, drehten uns um und gingen los, als es auf einmal ruhig hinter uns wurde. Falls ihr noch nie in der Nähe einer Drohne wart, unsere heisst Bienchen weil sie einen Lärm wie 10 Bienenschwärme unmittelbar vor deinen Ohren macht. Wenn der Schwarm dann auf einmal die Flügel still hält und das Geräusch verstummt, kriegst du das sofort mit und weisst, irgendetwas stimmt hier nicht mehr… Und schon hören wir einen Aufschlag. Sofort drehen wir uns um und sehen unsere kleine Biene Flügel voran am Boden liegen, ihr Herz liegt neben ihr am Boden. Shit! Ich habe den Akku zuvor wohl nicht richtig befestigt, der fiel aus der Drohne und ohne Power krachte die Drohne von etwa einem Meter einfach zurück auf den Boden. Glück im Unglück und ein wichtiger Hinweis für uns selber mehr: Der Akku klickt rechts und links – also zweimal – und wenn er nur einmal klickt, dann hält er noch nicht.

Nach dem Bienchenschock kommt gleich der nächste! Wie jeden Abend lese ich noch etwas im Van bevor ich schlafe, doch dieses mal tritt das schlimmste Szenario überhaupt ein… Ich erreiche das Ende des ultra dicken Nora Roberts Schinkens. Das Ende! Die letzte Seite! Das Finale! Das Happy End! Und jetzt?? Wo krieg ich denn bitte Nachschub her?

Gut sind wir kurz vor Hay-on-Wye, der einzigen Bücherstadt der Welt! Hier gibt es mehr Buchhandlungen als Friseure und Café’s zusammen, hier bietet selbst die Touristeninformation und die Stadt selbst Bücher an, es gibt sie neu oder Secondhand, in allen Grössen, Farben und Genres, es ist ein unglaublicher Ort und wenn hier jetzt auch noch ein paar Brabanten durchmarschieren würden (aber jetzt erinnerst du dich, was das sind oder?), dann wäre das wirklich mein persönlicher Himmel. Ich verbringe Stunden damit mit jeden Buchladen anzuschauen, stöbere durch tausende Bücher und verliere mich komplett. Leider willigt Lui nicht ein, mich in 2-3 Jahren erst wieder abzuholen. Er fahre doch gar nicht hier in England, war seine Ausrede…

Mittlerweile ist er sogar schon zweimal gefahren und selbst ein Kreisverkehr hat er gemeistert. Vielleicht kann ich ja jetzt zurück ins Bücherparadies?

Mal sehen. Und mal sehen werden wir auch, von wo wir dir nächste Woche schreiben. Es stehen einige unterschiedliche Optionen zur Wahl, welche wir wählen, wissen wir wie immer erst, nachdem wir sie umgesetzt haben.

Wir wünschen dir ein lovely Wochenende.

Lovely Grüsse aus England

Lui & Steffi

 

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Von | 2018-04-14T13:45:12+00:00 14, 4, 2018|Reisetagebuch|0 Kommentare

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