Reisetagebuch 14/18: Vier Länder in einer Woche

Von England nach Frankreich und via Brügge in Belgien nach Holland. Eigentlich waren das sogar nur 24h, den Rest der Woche haben wir noch in England bzw. bereits in Holland verbracht. Zeeland, Konigsdag und die ersten Tulpen…

 


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#14/18: Vier Länder in einer Woche – Holland Land Nr. 32
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Nach dem Mini-Update letzte Woche gibt es heute wieder einen ausführlichen Bericht. Es ziehen gerade sehr dunkle Wolken über uns hinweg, perfektes Wetter um Drinnen die Woche Revue passieren zu lassen. Spulen wir sieben Tage zurück, findet ihr uns in England – genauer im Exmoor National Park irgendwo in der unendlich wirkenden Weite am Ausschau halten nach den Exmoor Ponys. Und wir haben nicht nur die alte Pferderasse gefunden, sondern noch viel mehr.

Den nächsten Stopp legten wir in Abbotsbury ein. Keine wahnsinnig tolle Beschreibung des Ortes hat uns hierhergelockt, viel mehr ein gut bewerteter und hübsch aussehender Stellplatz und natürlich auch die Lage an der Jurassic Coast. Als wir im Ort angekommen sind, konnten wir unser Glück kaum glauben. Wir hatten uns ausgerechnet für einen Stellplatz im wohl schönsten Ort unserer bisherigen Reise ausgesucht. In der Abendstimmung sind wir durch das Dorf spaziert, haben die bezaubernden Häuser bestaunt und sind bis zur Kapelle auf dem dahinter liegenden Hügel geklettert. Der Blick auf das Dorf, die Kapelle, das dahinter liegende Meer – gigantisch. Bienchen durfte dann auch noch starten trotz heftigem Wind und das Resultat gibt es demnächst auf YouTube. Bis dahin müssen die Bilder reichen, um euch den Zauber dieses Ortes etwas vermitteln zu können.

Das eigentliche Ziel Weymouth konnte dann nicht mehr so recht überzeugen. Die Küste weniger spektakulär, der Ort viel grösser und mit viel weniger Charme als der kleine Ort davor. Trotzdem die Aussicht von der Klippe davor war toll und der Kies am Strand nicht nur beeindruckend, sondern wie wir lernten auch eine Hilfe für die Fischer. Kommt an dieser Küste erstmal Nebel auf, war eine Orientierung früher sehr schwer. Anhand der Grösse der Kieselsteine, die sich Richtung Nordwesten stetig verringert, konnten die erfahrenen Fischermänner bestimmen, wo an der Küste sie etwa angelegt hatten.

Das nächste Highlight lag dann auch nicht fern. Beim Durdle Door parkten wir Karl und machten uns zu Fuss zum Meer hinab. Hier bot sich uns ein Anblick mit Griechenland-Flair. Türkisfarbenes Wasser, weisse Kalkklippen, ein langer Sandstrand und was zum Südländischen Flair dann doch nicht passte kräftig grünes Gras, dass die Hügel sanft bedeckt. Ein gigantisches Erlebnis hier wandern zu dürfen und diese Natur hautnah zu erleben. Ja, es ist Zeit. Ich schwärme schon viel zu sehr, obwohl der Newsletter doch erst ein paar Abschnitte lang ist. Kurz Luft holen, bist du bereit? Weisst du, was jetzt kommt? Nein, ich meine nicht die Bilder, die kommen natürlich auch gleich – aber erst danach. Okay, los geht’s: #europaistgeil

Unser Picknick aus selbst gebackenem Kuchen nahmen wir auf einer Klippe ein mit Blick auf diese atemberaubende Landschaft. Zurück bei Karl wurden wir aber schon erwartet. Schlussendlich sassen sechs schwarze Vögel je auf einem Pfahl – darunter diese Krähenart mit längeren und hellen Schnäbeln.

Da wir sowieso noch altes Brot hatten, bekamen sie auch etwas ab. Bloss aus der Hand wollten sie es mir auch nach minutenlangem probieren nicht nehmen.

So langsam mussten wir uns mit dem Gedanken abgeben, auch England bald Lebewohl zu sagen. Doch eine Sehenswürdigkeit stand noch auf dem Plan. Wir wollten uns zuletzt noch die Seven Sisters – eine Gruppe Kalksteinklippen – anschauen. Als wir am Dienstagmorgen die Vorhänge in Karl aufzogen dann der Schreck: Wir sehen keine drei Meter weit! Eingehüllt in dickem Nebel waren wir sozusagen isoliert von der Aussenwelt. Wie wollen wir bei diesen Wetterverhältnissen denn bitte die Aussichten auf die Klippen geniessen? Die 18 km lange Wanderung wurde direkt beerdigt. Bei Ebbe ins Meer hinaus zum Leuchtturm spazieren und rechtzeitig zurück sein bei der einen Möglichkeit von Meereshöhe auf die Klippen hinaufzusteigen… Wie soll das gehen, wenn wir die Hand vor Augen kaum sehen? Also improvisierten wir. Gingen bis zum Klippenrand und guckten in die weisse – jaja nicht blau weil bis zum Wasser hinunter sahen wir nicht – Pracht hinunter. Ein kurzer Sonnenschein drang durch den Nebel, der uns mittlerweile wegen des aufkommenden Windes um die Ohren fegte, in dem einen Augenblick war die Sicht frei und da war er doch tatsächlich, der Leuchtturm unten in den Wellen des Meeres.

Ein paar weitere Male ergaben sich Lücken im dichten Nebel und so sahen wir zumindest etwas von dieser bezaubernden Küste Südenglands.

Dover lag nun schon in Reichweite, die Fähre für Mittwoch um 10 Uhr gebucht, wollten wir auch die letzten Meilen noch am Dienstag zurücklegen. Luis spontaner Einfall, doch einfach mal beim Check-In zu fragen, ob wir schon früher mitkönnen – wir hatten ja Flexi gebucht, doch was das genau hiess, wussten wir auch nicht so genau – setzten wir um und waren etwas erstaunt als noch vor dem Ticketschalter erst der Britische Zoll und dann der Französische kam. Ähm, können wir überhaupt noch umdrehen, wenn das nicht klappt?

 

Seegras zum Frühstück – Pembrokeshire National Park
Die Entscheidung ist gefallen, wir fahren nach Irland. Den letzten Tag in Wales haben wir im Pembrokeshire Nationalpark verbracht. Tolle Strände und Bienchen hoch oben.
 

Nächste Fähre: Mit dem Camper nach Irland!
Fährfahrt und der erste Eindruck von Irland. Hoch gelobt doch wo ist denn bitte der Zauber, den dieses Land ausstrahlen soll?

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Mit unserer Buchunsnummer fand uns der nette Herr am Schalter sofort im System und meinte nur: «8 o’clock to Dunkirchen – is that fine?» Also Moment mal, es ist 19.20 Uhr. Meint er etwa die 20 Uhr Fähre? Und was soll das Umbuchen denn bitte kosten? «You’ve got a premium ticket M’am, it’s for free. Lane 49 please.» 72h vor oder nach der gebuchten Fähre, haben wir noch erfahren, kann mit dem Flexi-Ticket (oder wie er es nennt Premium-Ticket) kostenlos jede Fähre genommen werden, die noch Platz hat. Keine 15 Minuten später fuhren wir auch schon auf den Stahlkoloss um ein paar Augenblicke später – okay in Wirklichkeit Fahrzeit 2 Stunden zzgl. eine gestohlene Stunde wegen Zeitumstellung – in Frankreich zu sein.

Die Nacht verbrachten wir dann auch in Frankreich – ich schlief ja sofort ein, während Lui dank Free SIM-Karte von Frankreich das Internet leer schaute. Am nächsten Morgen trennten uns nur noch knapp 70 Kilometer von Lui’s seit langem herbeigesehnten Ziel: Brügge. Zeit zu sterben?

Den Film Brügge sehn und sterben hatten wir erst kürzlich nochmals angeschaut, damit wir auch informiert sind. Die Stadt – du hast es den Bildern bestimmt schon angesehen – reiht sich definitiv in die #europaistgeil-Reihe ein und doch dachten wir ab und an an Krakau. Brügge ist nun wirklich kein Geheimtipp und leider schon im April unter der Woche sehr voll.

Am späten Nachmittag zog es uns weiter. Der Parkplatz mit 9 Euro für 4 Stunden doch sehr teuer und wir hofften auf dem Rückweg zu Karl, dass es uns hoffentlich nicht noch viel teurer kommt, hatten wir schliesslich zwei Stunden überzogen… Glücklicherweise hatte nur die Sonne den Weg zu Karl gefunden und für volle Batterien gesorgt, nicht aber ein Strafzettel.

Kurze Zeit später passierten wir kaum bemerkbar die Grenze zu Holland – unserem 4. Land in 24 h oder anders gesagt: Land Nr. 32 von 47! Die Zahl kann sich langsam aber sicher sehen lassen. 2/3 unserer Reise sind geschafft, doch es warten noch viele Kilometer mit der Ostsee-Runde auf uns und dann wären da ja noch die drei «Problemfälle» Malte, Island und Kasachstan, die einfach nie am Weg liegen… Aber zurück nach Holland. Wieder war es ein Stellplatz, der uns in den nächsten Übernachtungsort zog. Die Kommentare, dass Middelburg übrigens auch ein schönes Zentrum habe, half natürlich mit und da Mittwoch war und alle Fussballfans da draussen wissen, das Mittwoch gerne mal Champions League ist und dazu auch noch Bayern München spielte, war für Lui natürlich klar, wir müssen unbedingt noch ins Ort und uns das Spiel anschauen.

Schon der Weg dorthin war schön. Durch Reihenhaus-Siedlungen spazierten wir bei Dämmerung und konnten in die vielen grossen Fenster mühelos hineinspähen. Die Holländer sind wahre Innendesigner und zudem begnadete Architekten und Landschaftsgärtner. Ein Häuschen schöner als das andere war das Spiel schon fast vergessen… In der Fussgängerzone dann erst nur «gezlotene» Geschäfte, etwas weiter fanden wir dann das Ausgehviertel mit diversen Bars. Gemeinsam hatten die vor allem eines: Kein einziges Lokal hatte einen Fernseher! Liebe Holländer, schaut ihr eurem Landsmann Robben denn gar nicht zu? Oder habt ihr die Fernseher nach seinem verletzungsbedingten Aus alle abmontiert? Zum Verzweifeln! Aber mittlerweile gefiel uns das Wohnzimmer-Bummeln so gut, dass Lui es verschmerzen konnte. Als wir dann auch noch in einer Jazz-Bar landeten mit einer super Live-Band reichte der Live-Ticker vom Fussballspiel dank W-lan dann auch aus und der Abend endete zwar anders als geplant aber doch zu unserer beider vollen Zufriedenheit. Am nächsten Morgen dann die Überraschung: Ein riesiger Markt fand auf dem Hauptplatz statt und wir waren auch noch Teil davon. Zwei tolle Erlebnisse in der wirklich schönen Stadt Middelburg – doch weisst du, was wir praktisch keine haben? Bilder! Wenn wir es so sehr geniessen, passiert das manchmal… deshalb hier nur ganz wenige Einblicke für dich in den schönen Ort.

Middelburg ist die Hauptstadt von der Region Zeeland, welche mehrere Inselgruppen vor der Holländischen Küste umschliesst. Natürlich wollten wir noch mehr sehen, so sind wir nach Domburg gefahren, dass direkt am Meer liegt und einen tollen fast endlosen Strand hat. Der Umstand, dass hier Kitesurfen das ganze Jahr über möglich ist, liess uns erst zu spät aufhorchen, der Wind peitschte uns um die Ohren – unser geplantes Picknick konnte deshalb nur hinter schützenden Mauern abgehalten werden.

Über das riesige Deltawerke – das Sturmflutwehr – fuhren wir auf die nächste Insel. Da gestern Konigsdag hier in Holland war – Geburtstag des Königs – waren überall Spezial-Märkte und Veranstaltungen. Erst schlenderten wir durch den Flohmarkt in Burgh-Haamstede, dann sahen wir die Ansprache in Noorgouwe und später erkundeten wir Zierikzee etwas genauer. Schülerbands sorgten für musikalische Unterhaltung, bei der Brandweer (Feuerwehr) konnte ein Parcours gemacht werden, die Innenstadt war ein einziger riesiger Flohmarkt und die Kinder konnten nach dem Gesicht schminken auf den zahlreichen Hüpfburgen herumtoben. Ein weiterer toller Ort in Holland.

Zum Schluss schauten wir noch in einem Stadtteil von Rotterdam herein. Hier wurden wir mit zahlreichen tollen Bands auf unterschiedlichen Bühnen verteilt im ganzen Quartier gut unterhalten.

Zum Übernachten suchten wir uns ein ruhigeres Plätzchen und sind nun mitten in den Tulpenfeldern angelangt. Wie schon zu Beginn gesagt, ziehen leider momentan dicke schwarze Wolken über uns, was das Blütenmeer etwas weniger zum Leuchten bringt. Die ersten Bilder von gestern Abend sind mal ein Vorgeschmack. Da kommt bestimmt noch viel mehr.

Ein paar Hinweise hast du hier ja schon bekommen, heute gibt es keine Tipps mehr, heute rücken wir mit der Sprache raus. Bereits nächsten Samstag sind wir zurück in der Schweiz und ab Montag werden wir in Zusammenarbeit mit Thurgau Bodensee Tourismus unseren wunderschönen Heimatkanton bereisen. Während sieben Tagen dürfen wir tolle Aktivitäten wie Stadtgolf, Apfel- und Weinwanderung, Kanutour, Käsen mit anschliessendem Fondue, Schnitzeljagt und vieles mehr machen, werden an vielen besonderen und leckeren Orten essen, schlafen in verschiedenen Hotels und ach noch so unendlich viel mehr. Natürlich könnt auch ihr daran teilhaben. Es entstehen insgesamt sieben Vlogs, die auf Schweizerdeutsch vertont sein werden – schliesslich haben wir den passenden Dialekt dazu – und im Juni, Juli sowie August jeweils 1x wöchentlich auf unserem YouTube-Kanal erscheinen. Dort sind sie natürlich untertitelt, damit auch alle, die nicht so fit mit unserem Dialekt sind, daran teilhaben können.

Wir freuen uns unendlich fest, Teil dieses gigantischen Projektes sein zu dürfen und somit unseren Heimatkanton vorstellen können. Da es eine sehr intensive Drehzeit sein wird, kann ich hier aber auch gleich schon sagen, dass während dieser Zeit kein Newsletter kommen wird, erst zum Schluss gibt es eine Zusammenfassung mit Blick hinter die Kulissen. Während der Filmtage werden wir vor allem per Insta-Story aktiv sein. Falls du uns auf Instagram noch nicht folgst, wäre jetzt also der richtige Zeitpunkt dafür:

zum Instagram-Kanal

Nächste Woche steht aber erst noch unser weiterer Weg Richtung Schweiz an. Wir werden Holland noch etwas mehr Zeit schenken und dann noch ein weiteres Land bereisen, wo wir von zwei einheimischen Vanlife-Profis bereits erwartet werden. Na, weisst du, wo es uns noch hin verschlägt?

Nun wünschen wir euch ein tolles Wochenende, hoffen, dass die schwarzen Wolken bald von dannen ziehen und wir uns Hals über Kopf in die Tulpen stürzen können.

Blumige Grüsse aus Holland

Euer comewithus2-Team

 

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Von | 2018-05-10T15:36:03+00:00 5, 5, 2018|Reisetagebuch|0 Kommentare

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