Reisetagebuch 29/18: Die letzte richtige Reisewoche ist vorbei

Es hat geklappt, wir waren in der Ukraine! Letzte Woche wussten wir noch nicht, wie es werden würde, was uns hinter dem kurz bevorstehenden Grenzübertritt erwarten wird und ob wir überhaupt problemlos ins 43. Reiseland hineinkommen. Gleichzeitig waren die vergangenen 7 Tage die letzte richtige Reisewoche für uns…

 


87 Wochen sind vorbei!
Lies hier, was wir alles erlebt haben.

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#29/18: Die letzte richtige Reisewoche ist vorbei
Steig ein und reise mit uns durch alle 47 Länder Europas!

So langsam wird auch uns das im vollen Ausmass bewusst und Wehmut schleicht sich ein. Komm uns jetzt aber ja nicht mit der Frage „Und, was macht ihr danach?“, denn die Antwort darauf werden wir wohl erst nach einem längeren Prozess des intensiven Nachdenkens, Träumens und Überlegens finden.

Erstmal geht es jetzt aber um die letzte richtige Reisewoche und die starten wir in Zamosc, einer italienisch angehauchten Stadt im Südosten von Polen.

Der Hauptplatz ist richtig toll anzuschauen und dort ist auch ordentlich Leben anzutreffen, doch schon ein paar Strassen weiter fühlen wir uns wie in einem anderen Ort, und der hatte nichts mehr mit Italien zu tun. Also zurück ins Zentrum, in eines der vielen Restaurants sitzen und sich zwei lustig klingende Gerichte bestellen – einmal Teigtaschen mit Kartoffelstock und Käse gefüllt und einmal Buchweizen-Tarte mit Joghurtsauce.

Frisch gestärkt und doch nicht zu voll fahren wir noch bis kurz vor die Grenze zur Ukraine. Hinüber wollen wir erst morgen, da wir doch schon des öfteren von sehr langen Wartezeiten gehört haben. Also noch ein kurzer Spaziergang durch den Wald hier gefühlt am Ende der Welt, danach noch ein Rummi spielen und oh, ein Wohnmobil fährt auf den Platz. Und unglaublicherweise werden wir doch tatsächlich hier am aller hintersten Zipfel von Polen erkannt. So verbringen wir einen super schönen und gemütlichen Abend mit den zwei Deutschen Dani & Ralf, die samt Hund für ein ganzes Jahr im Wohnmobil durch Europa fahren.

Bereits am nächsten Tag trennen sich die Wege, wir wollen früh in die Ukraine und sie lieber nicht zur EU raus, da die Wiedereinreise mit Hund an gewisse Bedingungen geknüpft ist.

Am polnischen Zoll geht es recht zügig vorwärts und nach ein paar Minuten sind wir bereits im Niemandsland zwischen den zwei Grenzposten. Wir sehen den ukrainischen Zoll bereits, doch müssen erstmal lange an der Schranke warten.

Ein bisschen fühlt es sich wie ein Orientierungslauf an, nur das wir von Station zu Station besser nicht rennen. Zu Beginn wird uns ein Zettel mit unserem Kennzeichen und der Anzahl Personen im Auto in die Hand gedrückt. Jetzt müssen wir alle nötigen Stempel darauf bekommen, um zum Schluss wirklich einreisen zu dürfen. Die Odyssee beginnt…

Zig mal durften wir unsere Pässe zeigen, mussten warten, erneut Pässe zeigen, alle Türen von Karl öffnen und rein zufällig hatte da die halbe Besatzung des Zolls gerade kurz Zeit, auch einen Blick hinein zu werfen. Das Gute war, wir wussten immer, was als nächstes zu tun war, die Zöllner waren freundlich, lächelten sogar auch mal, sangen vor sich hin und als die Kommunikation gar nicht mehr ging, spazierte die Beamtin mit mir zur Bank, um die Gebühr einzuzahlen. 1h 45 später hatten wir unser Zettelchen voll mit Stempeln und durften auch die letzte Schranke passieren… Wir sind in der Ukraine!

So sah der Zettel zu Beginn übrigens aus – alles klar oder doch nicht ganz:

Wie mittlerweile üblich hatten wir noch in Polen die Mobilfunk-Anbieter in der Ukraine herausgesucht, Angebote verglichen und uns dieses Mal für Kyyivstar entschieden. Die ersten paar Geschäftsstellen hatten wir auf der Offline-Karte eingetragen und das war der erste Anlaufpunkt.

Die Strassen zwischen der Grenze und Lviv – auch als Lemberg bekannt – waren bescheiden und speziell als wir die Hauptstrasse wegen des ersten Kyyivstar-Ladens verliessen, wurde es sehr ähm abenteuerlich. Der Ort war sehr heruntergekommen, gefühlt tausende Menschen auf den Strassen unterwegs und die Geschäftsstelle konnten wir auch exakt an der korrekten Strasse nicht sehen. Also fuhren wir direkt nach Lviv hinein.

Ach du heilige Sch**! Wir haben ja schon viel erlebt und steckten mitunter schon in Neapel und Pompei im Strassenlabyrinth fest und durften die dortigen extremen Verkehrsbedingungen testen. Bis anhin war dieser längst vergangene Tag in Neapel und Pompei unser schlimmster Tag, was Stadtverkehr betrifft. Doch ganz ehrlich, das war ein Kindergeburtstag im Vergleich zu hier in Lviv. Überall alles voller Autos, LKWs, Bussen und noch mehr Autos, Strassenverkehrsregeln? Also rot ist eine Halteempfehlung alles andere kann ignoriert werden. Viele grosse Kreuzungen hatten keinerlei Verkehrsleitsysteme, die Autos fuhren wild kreuz und quer durcheinander. Fährst du selbst nicht auch einfach rein, stehst du in zwei Wochen noch am selben Fleck. Dazu sehr oft Kopfsteinpflaster in bescheidenem bis miserablem Zustand, Tramschienen, die weit über der Strasse stehen und fiese nachträgliche Schweissnähte haben. Und als wäre das noch nicht genug: Tausende Menschen, die wegen fehlenden Signalisationen einfach über die Strasse gehen.

Park4Night gab uns drei Übernachtungsplätze an:

1. Stellplatz weit ausserhalb, der geöffnet ist, wenn das Tor offen ist und geschlossen, wenn es zu ist. Reine Willkür und wirklich weit draussen – also täglich in die Stadt mit dem Camper? Nein!
2. Parkplatz mitten auf einer Kreuzung… NEIN!
3. Parkplatz mit einer manuell aufziehbaren Schranke gesichert, im Hinterhof und der Besitzer wollte, dass wir Karl zu aller hinterst parken – Nochmals Nein!

Was nun?

Karl in einer Parklücke am Strassenrand parken, eine SIM-Karte holen, Essen gehen und ein Hotel mit Parkplatz suchen. Alle drei Aufgaben konnten wir innert kürzester Zeit lösen und schwups stand Karl im Hotelhinterhof, der mit 3 Meter hohen Mauern umzäunt war, wir hatten für umgerechnet 20 Euro ein Zimmer und waren fussläufig zur Altstadt – lass das Abenteuer Lviv beginnen!

Zu Fuss fühlten wir uns auf Anhieb wohl. Die Ukrainer lernten wir als ein freundliches Volk mit einem Lächeln im Gesicht kennen. Selbst im Tante Emma Laden sprach die Verkäuferin etwas Englisch. Die Stimmung war gut, keine komischen Gestalten, viele Strassenmusiker und vor ihnen Leute, die zuhörten, mitsangen und Freude hatten. Wir freuten uns bereits jetzt auf Morgen!

Am zweiten Tag verlängerten wir als erstes das Hotel, wir wollten noch länger in Lviv bleiben! Danach Frühstück – das gabs nicht im Hotel – in der Stadt gegessen und dann ging auch schon die Free Walking Tour los. Super spannende drei Stunden lang schlenderten wir durch die Altstadt, stellten auch andere Fragen zu Land und Leuten – so erfuhren wir, dass für die EM 2012 Ukraine & Polen viele Strassen erneuert wurden und dass Ukrainisch nicht ganz identisch mit Russisch ist – und hatten in der kleinen Gruppe einfach Spass zusammen.

Hier mal ein paar mehr Bilder aus der Stadt:

Am Abend erwachte die Stadt erneut noch mehr zum Leben. Im Bier-Theater spielt jeden Abend eine Jazz-Band live, die Stimmunt ist gigantisch gut! Strassenmusiker spielen vor grossen Zuschauermassen, vor dem Sherry-Lokal stehen die Leute Schlange für ein Glas des noblen Getränkes und erneut ist die Stimmung super, entspannt und kaum komische Gestalten, wobei selbst die z.B. bei den Strassenmusikern einfach dazustehen und tanzen.

Doch bevor wir uns ins Nachtleben stürzten, wollte erst der Hunger gestillt werden. Während der Free Walking Tour kamen wir an einem von aussen schlichtem Restaurant vorbei, Anastacia – unser Tour-Guide – meinte aber, dass Abends hier auch die Einheimischen anstehen und wenn wir Fleisch, speziell Rippchen – mögen, dann wäre das unser Lokal. Und was soll ich sagen… Wir waren hier am Abend, wir standen in der Schlange und was dann im Innern dieses Restaurants abging, das werden wir unser Leben lang nicht mehr vergessen!

Zwei riesige runde Grillroste, die sich kontinuierlich drehen und auf denen geschätzt hunderte Rippchen gebrutzelt wurden. Eine riesige Halle bestuhlt mit Holztischen und -stühlen. Laut, ein dominanter Grill-Geruch in der Luft und das beste: Es gibt keine Teller, keine Messer, keine Gabeln! Kommst du an deinen Tisch, wird ein Papiertischtuch auf die Tischplatte gelegt, es gibt eine dicke rolle Haushaltpapier und du bekommst Papier-Schürzen. Jetzt musst du nur noch sagen, wie viele male du die 400g Rippchen-Portion für umgerechnet 4 Euro(!!!) willst – keinen interessieren die zwei drei anderen Gerichte auf der Karte – und ob es eine Beilage sein darf. Vielen ist die Honig-Marinade auf den Rippchen Beilage genug. Noch ein Bier dazu und da kommen sie auch schon, unsere Rippchen.

Was für ein Genuss! Ach ja und logisch, dass auf dem dazu bestellten Kartoffel-Pfannkuchen noch dicke fette Speck-Scheiben liegen.

Das Restaurant heisst übrigens Ribs Restaurant At Arsenal – also naja sagen wir’s mal so, das ist der Name, den ich mit meiner Tastatur schreiben kann 😉

 

Das Wasser stinkt! Mit dem Camper durch Lettland 
Wir sind im Gauja Nationalpark unterwegs, finden zwar nur nach Eisen und Schwefel riechendes Wasser aber ansonsten tolle Ziele: Städte, Höhle, Essen gehen…
 

Mit dem Camper nach Riga
Erkunde mit uns die Hauptstadt von Lettland und komm danach mit an den längsten Strand im Land.
 

Moorwanderung, Halbwild-Pferde und Supermarkt-Check
Nochmals eine geballte Ladung aus Lettland. Natur, Tiere und ein Einblick in einen lokalen Supermarkt.

Lviv ist eine Stadt, da könnten wir noch Wochen verbringen und das passiert uns speziell bei Städten fast nie! Aber wir wollten es auch nicht ausreizen, bis der Reiz der Stadt irgendwann weg ist und der liebe Zeitdruck ist ja noch immer da. Also fuhren wir am dritten Tag gegen Mittag raus aus der Stadt und geben dir hier auch einen Einblick, was wir während drei Stunden Fahrt so alles gesehen haben.

Eigentlich war nun eine Wanderung durch die Waldkarpaten geplant. Informationen dazu fand ich online nicht wirklich, also suchten wir vor Ort eine Touristeninformation. Gefunden haben wir einen Wasserfall mit unzählbar vielen Souvenirständen und der Möglichkeit, mit Steinadlern Selfies zu machen…

Von einer Informationsstelle weit und breit nichts zu sehen und unsere SIM-Karte hatte bereits praktisch keinen Empfang mehr… also fuhren wir weiter, das angepeilte Nachtlager war auch noch ein paar Stunden Fahrt entfernt.

Noch ein paar Bilder von unterwegs.

Die Strasse wird immer schlechter. Nicht, dass sie je gut war, aber mittlerweile ist keine Strasse mehr zu sehen, sondern nur noch ein einziger Flickenteppich. Tiefe Löcher zwingen uns immer wieder zu einem Slalom-Parcours und den machen nicht nur wir, sondern auch der Gegenverkehr – dabei wird auch noch munter überholt. Es entstehen einige echt brenzlige Situationen und wir sind froh, als wir endlich das Schild des Campingplatzes sehen.

Es ist ein einfaches hier so typisches Haus, dahinter eine grosse Wiese. Hier werden wir die Nacht verbringen. Der Besitzer wohnt ein paar Häuser weiter und kommt nach unserem Anruf die Strasse entlang geeilt. Er spricht ein paar sehr wenige Brocken Deutsch, noch weniger Englisch und wir mittlerweile ein paar Worte Ukrainisch – wobei ich es ja noch immer als Russisch bezeichnen würde… So zeigt er uns den Platz, die Toilette hinter dem Haus und die Dusche im ehemaligen Stall, deren Heisswasserboiler er sogleich mit einem Feuer darunter zu erhitzen beginnt. Cooler Nebeneffekt dabei: Der gesamte Duschraum wird geheizt und als ich beim Duschen später Wasser auf den Ofen gespritzt habe, hatte ich eine Dampfdusche inklusive.

Für den Platz inklusive Dusche haben wir übrigens 100 Hrywnja bezahlt – in den Videos werdet ihr dann feststellen, dass wir die Währung kurzerhand zu UTA umgetauft haben – Ukrainische Taler obwohl es gar keine Münzen gibt. Ach ja umgerechnet sind das € 3.30 – also nicht pro Person oder so, sondern total alles inklusive, was es dort halt gab und dank Lui’s Trinkeskapaden – folgen gleich – auch inklusive Schnaps, Baumnüssen und Äpfeln.

Weil der Besitzer dem Feuer schaute, sass er noch eine Weile da rum, also schnappte sich Lui unseren Quittenschnaps aus der Schweiz, zwei Gläser und bot dem Herren einen Schweizer Schnaps an. Der sagte natürlich nicht nein und schon bald holte er seinen selbstgebrannten Schnaps dazu. 5 0 schrieb er von Hand auf den Tisch und zeigte grinsend auf seine Flasche. Ohje, 50 Umdrehungen soll der haben… Ja, die zwei hatten ziemlich schnell keine Sprachbarriere mehr, denn auch die frisch gepflückten Baumnüsse als Snack dazwischen sorgten nicht für ausreichend Boden und so wurden sie sogar Politisch… Putin Schwein! Russe hier peng! Tymoschenko eindeutiges Geld-Handzeichen und ein Verschwinden in der Hosentasche. Na klarer hätten wir es auch mit mehr Worten nicht ausdrücken können.

Der Kopf von Lui war am nächsten Tag deutlich schwerer als sonst, weshalb ich das Steuer übernahm. Wir fuhren weiter südlich und kurz vor der Rumänischen Grenze lag unser nächster Stopp: Mal wieder ein Mittelpunkt von Europa. Dieser hier rechtfertigt sein Bestehen damit, dass er am Längen- und Breitengrad gemessen die Mitte Europas darstellt. Wir fragten uns ja, wenn wir nun an drei Mittelpunkten Europas waren und wir die drei Punkte miteinander verbinden würden, wäre der Schnittpunkt dann die exakte Mitte?

Mittelpunkt von Europa ist zur Zeit unser running gag! Und falls du noch einen weiteren kennst, lass es uns wissen, denn wir sind beinahe felsenfest davon überzeugt, dass irgendwo da draussen noch mehr Mittelpunkte Europas liegen.

Nach einer anstrengenden Fahrt war es am ersten Mittelpunkt, der auch Souvenirstände und ein Restaurant bot, angebracht, ein Mittagessen einzunehmen. Glücklicherweise gab es nach etwas Suchen der Kellnerin doch noch eine englische Karte – kyrillisch können wir nunmal wirklich nicht lesen und Handynetz hatten wir auch keins – auf der zwar nur maximal die Hälfte aller Gerichte drauf war, aber immerhin wussten wir in etwa, was wir da bestellten. Das Lokal an sich ist ja schon ein Besuch wert, das Essen selbst war ebenfalls richtig lecker. Einmal Fleischbällchen an einer würzigen Sauce und einmal Kartoffel-Puffer mit saurer Sahne und Schafskäse.

Die übrigen dreieinhalb Stunden Fahrt bis zum nächsten Ziel – einem Weinanbaugebiet mit Weinhandlung zum Degustieren – ging es über die allerschlechtesten Strassen, die wir je in unserem Leben gesehen haben – übrigens der Rumänischen und später der Ungarischen Grenze entlang. Richtig fiese tiefe Löcher, kilometerlange Flickenteppiche, Spurrinnen, bei denen wir teilweise Angst hatten, dass Karl in der Mitte aufsitzt, riesige Teererhöhungen am Fahrbahnrand, weil es die Masse bei einem Flick auf der Seite rausgedrückt hat – kurz einfach wirklich tödlich für jedes Fahrzeug. Wir sorgten uns heftig um Karl.

Was uns da aber ständig an Fahrzeugen entgegen kam, war eine wahre Geschichtsstunde der Autoindustrie. Irgendwann konnte ich nicht mehr anders, ich musste die Kamera zücken und diese mir meist unbekannten Fahrzeuge festhalten.

Die Fahrzeuge sind wahrscheinlich nur zu oft deutlich älter als ich es bin, aber sie alle fahren noch und das auf diesen echt mörderischen Strassen. Da wird Karl hoffentlich mit seinen 17 Jährchen auch durchhalten…

Im Weinanbauort angekommen, lotste uns das Navi mitten in ein Quartier hinein. Hier soll diese Weinhandlung sein? Nie im Leben! Wir fanden sie auch nicht… Die Recherche war schon schwierig genug, dann die Ziele auf der Karte eintragen eine echte Herausforderung aber vor Ort zeigte sich dann oft Ernüchterung, weil das geglaubte Ziel eben doch nicht hier lag. Der angepeilte Campingplatz war dann auch wirklich gar nichts und wir mal wieder vor dem Problem: Wo schlafen wir heute?

Zum Glück funktionierte für einmal unsere SIM-Karte und wir fanden per Internet einen Campingplatz etwas ausserhalb. Der war zwar sehr verlassen, doch tatsächlich kam der Besitzer angeradelt. Verständigung quasi unmöglich, für eine eingezäunte Parzelle, auf die wir Karl fast nicht parken konnten wegen eines doofen Eingangs, bezahlten wir 350 UTA – rund 10 Euro. Eigentlich viel zu viel für die normalen Ukrainischen Preise aber egal, es war schön und direkt an einem See.

Bereits war der letzte Tag in der Ukraine gekommen, die Rumänische und Ungarische Grenze hatten wir schon gestreift, ausreisen wollten wir aber in die Slowakei. Auf dem Weg lag noch eine Burg, in deren Ort wir nun wirklich glaubten, mit Karl aufzuliegen, wegen der gigantisch tiefen Spurrinnen. Ein Besuch in einem Freilichtmuseum sollte unseren Ukraine Aufenthalt abschliessen, doch der Ort war so voller Menschen und Autos, die bereits in der dritten Reihe parkten, wir fanden schlicht keine Möglichkeit zu parken und im hintersten Hinterhof wollten wir dann doch nicht mehr so dringend ins Museum, als dass wir Karl da gelassen hätten…

Zeitlich waren wir gut dabei, also ging es direkt ausserhalb der Ortschaft mit dem Freilichtmuseum an die Grenze. Hier sprach niemand mehr Englisch und die Freundlichkeit war mit Ausnahme einer Grenzbeamtin auch heute leider nicht verfügbar. Ein paar grimmige Kontrollen später und nochmaligem zurückrennen, weil wir die Stempelkarte doch noch nicht voll hatten, waren wir draussen. Tschüss Ukraine! Aber mit einem Zoll ist es ja noch nicht getan, jetzt folgte die Wiedereinreise in die EU… Oho..

Es war schon viel geordneter und niemand stieg aus dem Auto, um schoneinmal seine Pässe am Schalter abzugeben. Die Passkontrolle war schnell erledigt und dann liessen sie uns warten. Geschlagene 30 Minuten lang lief der Grenzbeamte immer wieder ins Häuschen, wieder raus, zu seinem Privatauto auf dem Parkplatz daneben, zurück ins Häuschen… Erst als wir ausstiegen und anfingen rumzulaufen, kam er. Dann aber irre freundlich, spasste mit uns rum, trug stolz sein 10 Worte umfassendes Deutsch Vokabular vor und lachte glücklicherweise nur darüber, dass unsere Zuckerpackung bei den schlimmen Strassen in der Ukraine sich am Regal aufgescheuert hatte und über unsere komplette Küche verteilt war.

Wir sind zurück in der Slowakei! Aber auch zurück im Land mit dem grössten Roma-Vorkommen in Europa und das bemerken wir keine 100 Meter nach der Grenze bereits.

Schon letztes Jahr haben wir uns was das Thema angeht sehr zurückgehalten. Wir erwarten noch nicht einmal, dass irgendjemand, der noch nie durch den Osten von Europa selber mit Auto oder Camper gereist ist, überhaupt auch nur ansatzweise verstehen kann, was hier abgeht. Ganze Siedlungen ausserhalb der Orte sind voll mit Roma. Zu erkennen sind sie sehr leicht, weil bereits eine Schneise der Verwüstung und des Mülls sich vom Dorf bis zur Siedlung zieht. Und Siedlung kommt den Verschlägen in denen sie hausen nun wirklich in keiner Weise nahe. Aber eben, selber hinreisen, sich ab dem Schock, den man zwangsläufig bekommt, wenn man das Ausmass sieht, dazu aufraffen, sich intensiv mit dem Thema zu befassen, mit Einheimischen darüber sprechen und ganz zum Schluss feststellen, dass du dir selbst mit all den Informationen eigentlich kein Bild machen kannst. Wer nicht will, dem kann man nicht helfen.

So aber genug davon, lass uns zum schönen Empfang kommen, den wir hier hatten:

Die Zipser Burg und das Bergpanorama der hohen Tatra bei traumhaft schönstem Sonnenuntergang. Uns geht das Herz auf, denn hier waren wir vor fast genau einem Jahr. Der Kreis schliesst sich und für uns war schon lange klar, wo wir als erstes Halt machen in der Slowakei. Hier gibt es genau zwei Campingplätze, wo wir unbedingt vorbeischauen wollen, denn es sind nicht nur die schönsten Plätze unserer Reise, sondern die Besitzer sind auch Freunde geworden.

So sitze ich heute aktuell auf dem Camping Sedliacky Dvor und der Grund, warum der Newsletter erst so spät kommt heute ist, dass ich ständig aufstehen muss, weil die Hühner vor Karl gackern oder wieder eine Katze vorbeischleicht, aber auch weil wir mit Monique, der Besitzerin, plaudern oder mit unseren deutschen Nachbarn. Wir haben Dani und Ralf samt Hund hier wieder eingeholt, die wir an der Polnisch-Ukrainischen Grenze zum ersten Mal getroffen hatten. Ach, es ist einfach so schön hier… Ich geh dann jetzt auch mal langsam wieder raus, der letzte Katzenknuddel liegt bestimmt schon drei Stunden zurück, beinahe sind schon alle Katzenhaare von meiner Jacke abgefallen. Es ist also höchste Zeit für Nachschub.

Ja und so endet unsere letzte richtige Reisewoche, denn die nächste Woche werden wir hier auf dem Camping Sedliacky Dvor und später auch auf dem Camping Lazy verbringen. Langsames herunterfahren und gleichzeitig die Zeit nutzen, um zu arbeiten und die bevorstehenden Treffen und Messen inklusive der Vorträge vorzubereiten.

Nun weisst du also, wo du uns findest und wir geniessen es, umgeben von Bekanntem zu sein und die Pausen in dieser herrlichen Gegend verbringen zu können.

Dein comewithus2-Team
Lui & Steffi

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Von | 2019-01-01T14:26:58+00:00 8, 10, 2018|Osteuropa, Reisetagebuch|0 Kommentare

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