Reisetagebuch 17/18: Hej hej aus Schweden

Als wir dir den letzten Newsletter zukommen liessen, sassen wir bequem in einem Strandkorb an der Nordsee. Seit da ist ganz schön viel passiert! Wir sind mit einem Nachtwächter durch eine Stadt gezogen, wurde aus einem Café „vertrieben“ und sind mit einer grossen Fähre gefahren. Doch starten wir doch da, wo wir das letzte Mal aufgehört haben. Im kleinen verschlafenen Emmelsbüll.

 


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#17/18: Hej hej aus Schweden
Steig ein und reise mit uns durch alle 47 Länder Europas!

Es war der Freitagmorgen der vergangenen Woche als wir den kleinen Stellplatz hinter dem Deich ein bisschen wehmütig verliessen. Schön war es hier. Unser Weg führte uns nur ein paar Örtchen weiter nach Süderlügum, wo wir unsere Gasflasche auffüllen lassen konnten. Ein echtes Novum denn mit den Schweizer Flaschen ist das gar nicht immer so einfach.  Die gutmütigen Herren des kleinen Betriebs machten aber kaum Anstalten und füllten 8 Kilogramm Gas in unsere Flasche. Phuuuuu, dachten wir uns, denn du musst wissen, das letzte Mal hatten wir in Slowenien aufgefüllt – im August 2017!

Mit einem sehr guten Gefühl wieder genug Gas mit an Bord zu haben und 15 Euro ärmer fuhren wir kurz vor Mittag vom Hof der Gas-Spezialisten. Nur ein paar Kurven weiter fanden wir uns in Dänemark wieder. Okay das war nun wirklich kein Zufall ist Süderlügum doch das letzte Ort in Deutschland vor der Grenze.

Noch am Deich in Deutschland gab uns unser kauziger Nachbar in breitem Plattdeutsch den Tipp: „Fahrt nach Ribe“. Diesen Tipp befolgten wir natürlich artig und so fanden wir uns gut 1.5 Stunden nach dem Grenzübertritt im kleinen Örtchen mit Hafen wieder. Recht hatte er unser Nachbar, in Ribe geht einem tatsächlich das Herz auf!

Zu unserem Glück hatte der Ort auch gleich einen kostenlosen Stellplatz – zugegeben so eng sind wir noch nie gestanden aber praktisch war er trotzdem. Kaum angekommen schlossen wir auch schon die ersten Bekanntschaften etwa mit Tatjana und Jan, einer kleinen Familie aus Deutschland, die mit ihrem selbstausgebauten Sprinter gerade zu einer einjährigen Europa-Tour aufgebrochen sind. Ihr könnt euch ja sicher vorstellen, was wir da alles zu besprechen hatten. Nur zwei Autos weiter trafen wir auf ein aufgestelltes Rentner-Ehepaar aus dem Kanton St. Gallen von denen wir uns vor lauter Reiseanekdoten-Austausch kaum mehr trennen konnten und wir trafen auch wieder auf Zuschauer, die uns gleich auch noch mit tollen Tipps und vielen Komplimenten versorgten. So schön.

Schön war auch der Zufall, dass wir abends nach einem, sagen wir missglücktem Versuch in einem Restaurant zu Essen, in die Nachwächter-Tour durch Ribe platzten. Gespannt lauschten wir dem Herren und lernten so viel über den geschichtsträchtigen Ort.

Dänemark-Auftakt gelungen. Den Tipp mit Ribe geben wir an dieser Stelle gerne weiter. Da musst du hin!

 

Mit dem Camper nach Skandinavien: Ribe und Co.
Unser erster Tag in Dänemark und gleich eine so tolle Stadt. Wir erkunden sie zusammen mit dem Nachtwächter.

Am Samstagmorgen dann brachen wir schon früh auf. Frühstück auf dem Asphaltparkplatz hat so gar keinen Charme also suchten wir uns einen schönen Strand, den wir in Skallingen auch rasch fanden und schlugen da unsere Picknickdecke auf. Eigentlich wollten wir gleich danach wieder losfahren, doch die Sonne knallte so herrlich vom Himmel, wir machten es uns gleich noch ein bisschen bequem.

 

Thurgau-Special Folge 2: Durch das Thur- und Seebachtal
In der zweiten Folge erkunden wir ein Schloss, machen eine Schnitzeljagd und am Abend unseren eigenen Käse.
Mach die Untertitel an, wenn du uns nicht verstehst 🙂

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Irgendwann wurde es uns ohne Sonnenschirm aber dann doch zu warm. So machten wir uns auf in Richtung Nørre Nebel. Da, so ein Zuschauer-Tipp, gäbe es im Farm Café den besten Blaubeer-Kuchen in ganz Dänemark. Wer Steffi kennt, der weiss, sobald der Begriff Kuchen fällt, gibt es kein Halten mehr. Beim Café angekommen standen wir vor verschlossenen Türen – zu früh das Café öffnet erst um 14 Uhr.

In Dänemark kein Problem. Nur ein paar Meter weiter fanden wir ein bisschen abseits der Strasse eine kleine Picknick-Ecke mit Tisch, Feuerstelle, Toilette und Parkplatz. Diese Oasen findet man im ganzen Land wieder, einfach super. An genau so einer „schlugen“ wir dann die Zeit tot, machten eine kleine Brotzeit und spielten ein Scrabble. Ach, wir haben es wirklich geschafft, die ganze Sache ein bisschen ruhiger anzugehen.

Die Zeit verflog, ich gewann das Spiel souverän, der Kuchen konnte kommen. Kaum beim Farm Café angekommen, gestaltete sich schon die Parkplatz-Suche schwierig – scheint beliebt zu sein dieser Ort, schoss es mir durch den Kopf. Als Karl dann endlich geparkt war, fanden wir uns schon kurz darauf im Lokal wieder wo es keinen einzigen freien Tisch mehr gab und auf denen, die noch frei waren, stand ein „Reservation“ Schild. Wir fragten also artig, ob es denn für einen Kuchen reiche an so einem Tisch und wurden sogleich mit einer schnoddrigen Antwort abserviert. Tschüss Kuchen, Tschüss Farm Café, so nicht!

Da in Dänemark das „Freistehen“ mit dem Camper nicht wirklich erlaubt ist, machten wir uns an diesem Tag schon früh auf die Suche nach einem „geheimen“ Stellplatz, wo man eben genau das doch machen kann. Nach kurzer Suche fanden wir in Ringkøbing einen Parkplatz am Strand, wo bereits andere Mobile standen – ein gutes Zeichen. Beim genaueren Hinsehen fiel uns dann ganz hinten der weisse Sprinter auf – ach, die Deutsche Familie. Kaum gesehen verabredeten wir uns für den Abend zu einem Bierchen.
Den restlichen Nachmittag nutzen wir derweil um zu arbeiten und um zu duschen, das letztere dauert bei uns immer eine Weile, da wir ja unsere Dusche jeweils selber aufbauen. Als die Sonne langsam unterging – kleiner Scherz, es bleibt schon jetzt so lange hell, wir sind mit der Zeit völlig durcheinander. Okay nochmal ein bisschen unromantischer: Als wir auf die Uhr schauten und sahen, dass der Abend bereits fortgeschritten war, zapften wir unseren Alkohol-Vorrat an und stiessen mit Tatjana und Jan an, um gleich danach schon in Reisegeschichten zu versinken. Erst als die kleine Zoe sich über das Babyphone zu Wort meldete, erklärten wir den Abend für beendet. Es war 23.15 Uhr – und noch hell!

 

Mit dem Camper durch Dänemark
Ach wie schön das Land doch ist! Und zum Schluss stellen sich Neverstopexploring-Crew sowie Step-by-Step-Traveller vor und zeigen uns ihre Defender.

Am nächsten Morgen waren wir schon früh wach. Du musst dir Vorstellen, bereits um 7 Uhr knallt die Sonne hier oben mit voller Kraft in den Van. Keine Chance um lang zu schlafen. Wir frühstückten also kurz und verabschiedeten uns danach von der Familie – ein Wiedersehen in Norwegen wäre kein Zufall. Wir für uns entschieden uns nach einem Blick aufs Thermometer für einen Strandtag. Schnell hatten wir in Fjaltring auch schon einen schönen Strand gefunden, wo wir uns hinfläzten und den Tag verstreichen liessen. Muss auch einmal sein.

Als Steffis Sonnenbrand sich langsam bemerkbar machte, ja wir hatten einen Sonnenschirm aufgestellt uns aber nicht eingecremt, rappelten wir uns auf und packten zusammen. Mit dem Auto über Nacht am Strand stehen zu bleiben, war leider unter Strafe verboten und so blieb uns auch an diesem Nachmittag nichts anderes, als nach einem Übernachtungsplatz zu suchen.

Dank unserer App Park4Night dauerte die Suche zum Glück nicht lange, auch weil wir diese Nacht auf einem Stellplatz in der Handbjerg Marina, Vinderup teuer bezahlten. Immerhin hatten wir eine superschöne Aussicht, eine Dusche und die Chance Robben zu sehen. Erstmal aber meldete sich wieder der Magen. Schnell war unser Feuerdesign Tischgrill ausgepackt und wir sassen bei einem wunderbaren Nachtessen. Vom Sonnenbrand gebeutelt fielen wir an diesem Abend schon früh ins Bett – ohne Robben zu sehen.

 

Stellplatzsuche in Dänemark – gar nicht so einfach!
Freistehen ist nicht so einfach in Dänemark, wir suchen tolle Plätze und übernachten auch mal auf Stellplätzen.

Der nächste Tag ist eigentlich schnell erzählt. Frühstück draussen, Wolkenbruch, Weiterfahrt, Stellplatzsuche. In der Tat machte das wunderschöne Wetter an diesem Tag eine Pause und wir somit auch. Obwohl Pause das falsche Wort ist. In Hindingvej im Nationalpark Thy fanden wir einen richtig abgelegenen schönen Parkplatz mitten in der Natur, wo wir den Tag zum Arbeiten nutzten und ab und an unsere Blicke aus dem Fenster schweifen liessen. Was für eine wunderbare Aussicht. Lange blieben wir wach, sinnierten über das wunderschöne Dänemark und den bald ausgehenden Strom…

Unsere Sorge aber war unbegründet, auch wenn die Solaranlage am Vortag kaum laden konnte, reichte unser Strom locker. Nach einem kleinen Frühstück drinnen machten wir uns auf weiter in Richtung Norden. Bevor wir unseren Zielort an diesem Tag erreichten, machten wir noch einen kurzen Stopp in Hanstholm, wo wir dutzende Kitesurfer beim Wellenreiten beobachteten. Von der Leichtigkeit der Surfer angesteckt, machte Steffi danach einen grossen Fehler. In langsamer Fahrt unterschätze sie eine Sandverwehung auf der Strasse und blieb prompt stecken! Während ich kläglich daran scheiterte Karl rauszuschieben, drückte Steffi so lange auf die Tube bis die Vorderräder wieder Grip hatten. Phuuuu grad nochmal geschafft. Vom Strand hatten wir danach genug oder besser genug an und in uns. So entschieden wir uns, nur ein bisschen entfernt in Løkken einen tollen Stellplatz anzufahren, wo wir erstmal unter die Dusche standen.

 

Festgefahren! Ob wir Karl da wieder raus bekommen?
Heute ist ein stürmischer Tag und wir versuchen, den Boden unter den Füssen nicht zu verlieren… Doch Mist! Steffi hat Karl festgefahren… Schieben oder doch Vollgas?

Den restlichen Tag nutzten wir erneut um zu Arbeiten. Dänemark hat einfach so ein tolles Internet-Angebot, das mussten wir ausnutzen. So war es dann auch kein Zufall, dass wir am Morgen darauf gleich zwei Telefoninterviews hatten. Einmal mit Sebastian von „Off the Path“, mit dem wir schon im vergangenen Jahr ein Interview hatten zu unserem Projekt und zum anderen mit Dominik für den Campers Nomads Congress. Worum es da genau geht, erfährst du hier.



Nach den tollen Interviews, mit Sebastian hätten wir beinahe den ganzen Tag gequatscht, machten wir uns gegen den Mittag auf zu unserem nächsten Ziel, mit dem schönen Namen Rubjerg Knude. Eine gigantische Sanddüne mit dem bekanntesten Leuchtturm Dänemarks. Gut waren wir noch da, erfuhren wir doch, das dieser schon 2020 ins Meer stürzen wird! Die Wanderdüne holt sich einfach alles hier!

Nach einem Spaziergang über die Düne gönnten wir uns unser erstes Essen im Restaurant im kleinen Örtchen Lønstrup. Es gab ein paar kleine Fischhäppchen zum grossen Preis und danach schlenderten wir noch gemütlich durchs Ort und den Steilklippen am Strand entlang. Schon schön dieses Dänemark.

Für die Nacht fanden wir auch an diesem Abend dank unserer App ein echtes Bijou zum Übernachten. Ein Parkplatz am Rande des Nationalparks in Tversted und nur unweit vom Meer entfernt. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, wir haben da einen der schönsten Abende unserer Reise verbracht, auch weil wir wieder einmal Zeit fanden, ein richtiges Feuer zu machen.

Und dann war er auch schon da, der Mittwoch, unser letzter Tag in Dänemark. Ein bisschen wehmütig starteten wir mit einem leckeren Frühstück in den Tag, um uns schon kurz darauf bei der nächsten Wanderdüne in Råbjerg Mile die Augen zu reiben. Ein echtes Naturwunder. Ein Naturwunder war auch unser nächstes Ziel an diesem Tag: Skagen oder genauer Grenen, die nördlichste Spitze von Dänemark. Genau da treffen sich Nord- und Ostsee und so kann man quasi mit einem Bein in der Nord- und mit dem anderen in der Ostsee stehen.

Man merkte zwar – wie auch in der Stadt Skagen – das gerade zwei Kreuzfahrtschiffe vor Anker liegen, trotzdem war es ein fantastisches Erlebnis an diesem Ort zu stehen und für uns gleich doppelt speziell, weil wir genau an diesem Tag so oder so das Meer wechselten. Nach einer Woche an der Nordsee, widmen wir uns nur der Ostsee.

Und dann um 19.34 Uhr war der Moment da, als wir mit Karl in Frederikshavn die Stena Jutlandica befuhren, endete auch unser Abenteuer Dänemark. Es war fantastisch. Dänemark hat uns mit seiner gewaltigen Natur absolut fasziniert. Wir waren nicht zum letzten Mal da! Die Fährfahrt selbst war übrigens dank des Sonnenuntergangs nach 22.30 Uhr wunderschön…

Und wohin ging die Fähre von Frederikshavn aus? Nach Göteborg! Wir sind in Schweden, im 35. Land unserer Reise. Dazu dann mehr in der nächsten Woche.

Hälsa med kärlek aus Göteborg

Lui und Steffi 

 

Genuss Tour: Thur- und Seebachtal
Nicht nur ein Video, sondern auch ein Blogpost gibt es zu unserer Genuss-Tour. Hier der zweite Tag.
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Übernachten auf dem Kursschiff
Wir durften im Pop-Up Schiffshotel in Schaffhausen eine Nacht verbringen und erzählen hier, wie z.B. das Abendessen aufs Schiff findet.
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Von | 2018-06-30T12:11:17+00:00 23, 6, 2018|Reisetagebuch|0 Kommentare

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