Reisetagebuch 18/18: Wir haben einen Elch gesehen

In den vergangenen Tagen haben wir aber nicht nur eine weitere Landesgrenze überquert und die EU verlassen, sondern auch den ultimativen Schweden-Freistehplatz gefunden und wir haben unseren ersten Elch in freier Wildbahn gesehen!


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#18/18: Wir haben einen Elch gesehen
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Doch starten wir wie gewohnt am vergangenen Samstag. Da standen wir noch ganz unspektakulär auf einem Beton-Stellplatz in Göteborg – für 24 Franken die Nacht! Jetzt erwartest du sicher wie gewohnt Bilder aus der Stadt im Westen Schwedens. Da müssen wir dich nun aber für einmal enttäuschen – die gibt es so nicht!

Nach Göteborg sind wir eigentlich nur gefahren um Caroline zu treffen, eine gute Freundin von Steffi, die sie aus ihrer Zeit in Malaga als Freiwilligenhelferin in einer Pferdeauffangstation kennt. Zusammen haben die Mädels einen spannenden Nachmittag in der Metropole verbracht.

Wie es der Zufall dann aber so wollte, haben wir nicht nur Caroline getroffen. Manuel aka „Schalldose on tour“, stattete uns auf dem Stellplatz ebenfalls einen Besuch ab. Den bekannten Vanlife-Vlogger wollten wir schon lange einmal treffen, nun hat es endlich geklappt. Mit dabei hatte er aber nicht nur seinen Camper Bustav, sondern auch seine Freundin Carmen. Zu viert haben wir einen wundervollen Abend verbracht.

 Nach den tollen Begegnungen in Göteborg war es für uns am Samstagnachmittag dann aber an der Zeit, das Stadt-Gewusel hinter uns zu lassen. Wir füllten auf dem Stellplatz nochmals alle Tanks und planten die weitere Route. Kaum aus der Stadt raus, wartete auch schon das erste Highlight auf uns, eine Zugbrücke. Ja, sowas sehen wir nicht alle Tage. Gespannt verfolgten wir den Vorgang und liessen dabei die Sonne auf unsere Haut scheinen. Es war wahrlich ein perfekter Start in unsere Schweden-Zeit.

Natürlich verboten wir unserem Navi auch dieses Mal die Maut- und Autobahnstrassen, so machen wir das auf unserer Reise durch ganz Europa oft und auch dieses Mal hat sich die Einstellung mehr als nur gelohnt. Unsere Navi-App „Here“ führte uns so über die wunderschönen Inseln Tjörn und Orust weiter in den Norden.

Nach einer geballten Ladung Schweden-Natur auf den Inseln ging es für uns direkt wieder ins Gewusel. Dieses Mal nicht in eine Stadt, sondern in den „ICA“ ein gigantisch grosser Einkaufsladen. Unseren Kühlschrank hat die „Shopperei“ genau so gefreut wie uns, ist Schweden doch lange nicht so teuer wie Dänemark. Da lag für einmal sogar ein Schweinefilet drin!

Danach war dann aber wirklich Schluss mit Zivilisation und vielen Menschen, es zog uns an den grössten See von Schweden den Vänern-See. Nach kurzer Suche fanden wir einen weit abgelegenen Stellplatz am Rande einer Lichtung. Schnell war für uns klar, da bleiben wir.

Wie wir es immer machen, nahmen wir die Umgebung auch hier kurz in Augenschein und siehe da, sogar eine Grillstelle und eine Toilette oder besser ein Plumpsklo bot der Platz – Perfekt! Da der Tag schon weit fortgeschritten war, sassen wir nur kurze Zeit später am Lagerfeuer und genossen ein herrliches Abendessen in der lauschigen Natur.

Nun fragst du dich sicher und die Mücken, von denen immer aller sprechen? Fehlanzeige! Das einzige was uns nervte, waren ein paar Fliegen.

Als wir uns abends schlafen legten, stellten wir uns schon vor, wie wir am nächsten Morgen an gleicher Stelle direkt am See frühstücken – Petrus hatte da aber leider andere Pläne, weckten uns doch am Sonntagmorgen dicke Regentropfen.

Kurzerhand fand das Frühstück drinnen statt und wir zogen auch schon bald weiter. Unser Weg führte uns über unendliche Ebenen, durch dichte Wälder und vorbei an kleinen Dörfern mit roten Häuschen direkt zu IKEA. Ja, du hast richtig gelesen, den Sonntag verbrachten wir beim schwedischen Möbelhaus. Passt doch eigentlich, oder?

Dem Grosshandel statteten wir aber nicht etwa einen Besuch der Geschichte wegen ab, sondern viel mehr wegen dem guten Internet. Während draussen ein Sturm über das Land zog, sassen wir in einer kleinen Ecke und erledigten da unsere wichtigsten Arbeiten.

Kurz vor 17 Uhr klappten wir unsere Laptops zu und stapften über den nassen Parkplatz zu Karl, mit dem es weiter nach Karlstadt ging – kleiner Wortwitz. Am Rande des Zentrums fanden wir einen ausgewiesenen Stellplatz für Wohnmobile. Jetzt fragst du dich natürlich zu recht, warum schon wieder eine Stadt? Na, weil König Fussball derzeit die Welt regiert und weil eben an diesem Sonntag die Schweiz zum ersten Mal ins Geschehen eingriff. Das wollten wir nicht verpassen und verbrachten einen amüsanten Abend in einer Sportbar mitten in der Stadt.

Mit gutem Gewissen haben wir dann die Nacht auf dem offiziellen Stadt-Stellplatz in Karlstadt verbracht. Die Nacht war ruhig, bis am Morgen jemand mit einem Aufsitzrasenmäher um 06.30 Uhr Gas gegeben hat.

Doch das war nicht der einzige Aufreger an eben diesem Morgen. So richtig los ging es erst, als um 08.05 zwei Schwedische Polizistinnen an Karls Beifahrertüre klopfen. In Socken verliess ich den Van und lies mich darüber „belehren“, dass wir hier sicher nicht stehen dürften, wir sähen ja so gar nicht aus wie ein Wohnmobil!

Mit einem Schwung öffnete ich die Seitentüre, die den Blick auf unseren Innenausbau freigab. Den Ladys war das nicht genug. Es müsse im Fahrzeugausweis „Wohnmobil“ stehen. Mit einem Schmunzeln überreichte ich den Gesetzeshüterinnen den Ausweis und tippte auf unseren Eintrag „Wohnmobil“. Ob sie das verstehen, wollte ich wissen. „Nein“ Sie drückten jetzt ein Auge zu, so die ältere doch wir sollen wissen, dass wir wenn wir so stehen, bald wieder Probleme haben werden…

Rumms, was für ein Start in den Tag! Wir fühlten uns regelrecht diskriminiert und suchten schon kurz darauf das Weite. Raus aus der Stadt, rein in die Natur! Gut 100 Kilometer fuhren wir durch eine fantastische Natur, vorbei an kleinen Höfen und Seen und dann, auf einmal sahen wir ihn, zwar ein ganzes Stück weg, doch er war klar zu erkennen: Ein Elch!

 

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Mit einem grossen Satz überwand das anmutende Tier die Leitplanke am rechten Strassenrand. Wir waren hin und weg. Einen Elch zu sehen war eines unserer Ziele in Skandinavien und nun hat es schon so früh mit einer Sichtung geklappt. Schnell war der morgendliche Ärger wieder vergessen.

Nur ein paar Meter weiter im bekannten Glaskogen Naturreservat fanden wir dann auch gleich noch etwas, nach dem wir in Schweden gesucht hatten, den perfekten Freistehplatz. Direkt am See, kleine Feuerstelle, totale Einsamkeit. Genau so muss es sein. Ein schwedischer Traum! Auch der einsetzende Regen konnte uns den Spass nicht verderben, wir haben ja schliesslich eine Plane mit an Bord. Zum Abendessen vom Grill, du kannst es dir sicher schon denken, gab es Schweinefilet. Mmmmhhhhh.

Das Frühstück am nächsten Morgen dann gönnte sich Steffi in unserer neu angeschafften Hängematte. Zugegeben, schon fast ein bisschen kitschig das Ganze, aber so war es wirklich.

Weniger prickelnd war allerdings der Geruch an uns und in Karl, wir sassen wohl ein bisschen zu lange im Rauch, und trotz Dusche nach dem Grillspass roch es wie in einer Räucherei. Dank dem Tipp einer Zuschauerin fanden wir ganz in der Nähe einen wunderschönen kleinen Campingplatz, wo wir uns als erstes eine ausgiebige Dusche gönnten und alle unsere Kleider einer Wäsche unterzogen. Ein regelrechter „Service-Tag“.

Mit dem vielen „Haushalt“ und ein bisschen Büro-Arbeit war der Tag dann auch schnell wieder vorüber. Da wir seit langem wieder einmal am Landstrom hingen, gönnten wir uns zum Abendessen selbstgemachte Lasagne aus unserem Ofen. Manchmal sind es die kleinen Dinge.

Der nächste Tag startete dann wolkenverhangen, dicke Tropfen kündigten sogleich den nächsten Schauer an und wir beschlossen, einen weiteren Tag auf dem Camping zu verbringen und zu arbeiten. Erst nach dem Abendessen, es gab Nudelauflauf – genau aus dem Ofen – machten wir noch einen kurzen Spaziergang durch den angrenzenden Wald. Wunderschön ist es hier, auch wenn wir den Albino-Elch, den es hier geben soll, nicht gesehen haben.

2 Nächte auf einem Campingplatz waren dann aber auch genug. Am Donnerstagmorgen packten wir unsere 7 Sachen, füllten alle Tanks und machten uns auf zu einem Autofriedhof, von dem immer alle schwärmen. Kurz vor dem eingetragenen Ziel warf ich nochmal einen Blick auf den Tipp, den wir erhalten hatten und glich die Adresse mit unserem Ziel ab. Erst da bemerkte ich, dass wir komplett falsch sind oder besser, dass der Schrottplatz am anderen Ende von Schweden liegt, in einem Ort, der fast den gleichen Namen trägt. Schade, aber das kann passieren.

… und so musste ein neues Ziel her. Bei einem Blick auf den Atlas und die eingetragenen Ziele war schnell klar: Ab nach Norwegen! Okay, eine so grosse Überraschung war das dann auch nicht, schliesslich befanden wir uns zu diesem Zeitpunkt bereits im Grenzort.

Da der Diesel und Lebensmittel in Schweden viel günstiger sind, füllten wir kurz vor der Überfahrt noch kurz unsere Reserven auf, um uns nur kurz darauf in Norwegen wiederzufinden. Tschüss EU, Hallo Land #36.

Vor uns lagen nicht weniger als 10 Stunden Fahrt bis in den Westen von Norwegen wo unsere ersten Ziele liegen. 4 der 6 Stunden schafften wir schon am Donnerstag, die restlichen Stunden am Freitag. Die 2 Tage on the road waren aber nicht irgendwelche Kilometer, es waren mitunter die allerschönsten der ganzen Reise bis anhin.

Unsere Erwartungen an Norwegen sind hoch, sehr hoch. So viel wird geschwärmt von diesem Land im Norden. Bis jetzt aber wurden alle unsere Erwartungen weit übertroffen! Was wir die ganzen 10 Stunden lang im Radio gehört haben? Na, uns selbst! Seit dem Donnerstag ist das 2. Podcast-Interview mit Off the Path online, welches wir geben durften. Hier gelangst du direkt zum spannenden Gespräch.

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Seit gestern Abend sind wir nun in Stavanger, einer Stadt ganz im Westen von Norwegen. Hier haben wir gestern Abend den Sieg der Schweizer-Nationalmannschaft mitverfolgt und hier werden wir auch das Spiel der Deutschen heute Abend mitverfolgen. Wenn wir dazu noch ganz viel Glück haben, finden hier zudem heute die Mittsommerfeierlichkeiten statt. Wir sind gespannt. Gestern sah es nach dem Match – also um 22 Uhr – noch so in der Stadt aus:

Ins Bett geh Stimmung kommt da garantiert keine auf! Und was wir dir noch fast vergessen haben mitzuteilen: Kaum in Norwegen haben wir einen alten Bekannten getroffen, von dem wir übermütigerweise ja glaubten, den erst so im November wieder zu sehen…

Herzliche Grüsse aus Norwegen

Lui und Steffi 

 

Genuss Tour: Dem Untersee entlang
Nicht nur ein Video, sondern auch ein Blogpost gibt es zu unserer Genuss-Tour. Hier der zweite Tag.
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Übernachten auf dem Kursschiff
Wir durften im Pop-Up Schiffshotel in Schaffhausen eine Nacht verbringen und erzählen hier, wie z.B. das Abendessen aufs Schiff findet.
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Von | 2018-06-30T12:08:22+00:00 30, 6, 2018|Reisetagebuch|0 Kommentare

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